VIER PFOTEN und Tierschutzministerium kämpfen für Wildtierzirkusverbot

VfGH-Verfahren muss abgewendet werden / Wildtierverbot muss bleiben

Wien (OTS) - Seit 2005 ist in Österreich Wildtierhaltung in Zirkussen verboten. Das gilt auch für ausländische Zirkusse, weswegen der deutsche Zirkus Krone nun einen Antrag auf Aufhebung des Verbots beim Verfassungsgerichtshof eingebracht hat. Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Stellungnahme, die im gestrigen Ministerrat beschlossen wurde, klar zur Aufrechterhaltung des Wildtierverbots bekannt. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat das zuständige Tierschutzministerium (BMG) tatkräftig unterstützt.

Es ist schon der dritte Angriff auf das österreichische Wildtierverbot. Erst hat die Tierzirkuslobby die EU-Kommission zu einem Vertragsverletzungsverfahren gedrängt und - mangels Erfolgs -Jahre später den EU-Ombudsmann aktiviert, weil die Dienstleistungsfreiheit durch das Verbot eingeschränkt werde - wieder erfolglos (Details siehe http://tinyurl.com/3k8pv6x). Nun startet der deutsche Großzirkus Krone einen weiteren Versuch. "Anscheinend plant er eine Österreich-Tournee mit Wildtieren", befürchtet Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Einen Vorgeschmack darauf, was passieren würde, wenn er Erfolg hat, sieht man tagtäglich an den deutschen Zirkussen, die derzeit durch Österreich touren: sie halten sich oft nicht einmal an die Auflagen für Haustiere."

Und gerade der laut Eigenwerbung "größte europäische Zirkus" Krone ist in den letzten Jahren hinsichtlich Tierhaltung und Tierdarbietungen vielfach negativ aufgefallen. Im Jahr 2000 wurde der Schauspieler Harald Krassnitzer bei der Aufzeichnung für "Stars in der Manege" von einem Elefanten fast zerquetscht (siehe http://tinyurl.com/3pykb8v oder http://tinyurl.com/42g3t94). Berichte über den Einsatz von Elefantenhaken in der Dressur folgten. Aber auch bei Affen, Flusspferd und Pferden wurden bei Kontrollen durch Behörden tierschutzrelevante Missstände festgestellt (siehe auch ARD-Beitrag http://tinyurl.com/3ptzblz). Nicht ohne Folgen: 2009 wird die Zirkusdirektorin Christel Sembach-Krone wegen Verstößen bei der Elefanten- und Pferdehaltung zu Bußgeldzahlungen verurteilt (AZ: 233 Owi-1489 Js 22971/07). Seit 2008 verzichtet der Fernsehklassiker "Stars in der Manege" ganz auf Wildtiere.

Wildtierzirkusse wurden bei uns aus gutem Grund verboten:
"Wildtiere können in Zirkussen nicht annähernd tiergerecht gehalten werden", so Stadler. "Und das Verbot hat auch Vorbildwirkung. Immer mehr Länder in und außerhalb der EU verbieten die Wildtierhaltung teilweise oder gänzlich." In Zirkus Krones Heimat Deutschland unterstützen die meisten politischen Parteien und die Bundestierärztekammer ein solches Verbot. In Großbritannien forderte das Parlament erst im Juni 2011 ein generelles Haltungsverbot für Wildtiere in Zirkussen.

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