• 24.08.2011, 08:19:33
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VIER PFOTEN und Tierschutzministerium kämpfen für Wildtierzirkusverbot

VfGH-Verfahren muss abgewendet werden / Wildtierverbot muss bleiben

Wien (OTS) - Seit 2005 ist in Österreich Wildtierhaltung in
Zirkussen verboten. Das gilt auch für ausländische Zirkusse, weswegen
der deutsche Zirkus Krone nun einen Antrag auf Aufhebung des Verbots
beim Verfassungsgerichtshof eingebracht hat. Die Bundesregierung hat
sich mit ihrer Stellungnahme, die im gestrigen Ministerrat
beschlossen wurde, klar zur Aufrechterhaltung des Wildtierverbots
bekannt. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat
das zuständige Tierschutzministerium (BMG) tatkräftig unterstützt.

Es ist schon der dritte Angriff auf das österreichische
Wildtierverbot. Erst hat die Tierzirkuslobby die EU-Kommission zu
einem Vertragsverletzungsverfahren gedrängt und - mangels Erfolgs -
Jahre später den EU-Ombudsmann aktiviert, weil die
Dienstleistungsfreiheit durch das Verbot eingeschränkt werde - wieder
erfolglos (Details siehe http://tinyurl.com/3k8pv6x). Nun startet der
deutsche Großzirkus Krone einen weiteren Versuch. "Anscheinend plant
er eine Österreich-Tournee mit Wildtieren", befürchtet Johanna
Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Einen Vorgeschmack
darauf, was passieren würde, wenn er Erfolg hat, sieht man tagtäglich
an den deutschen Zirkussen, die derzeit durch Österreich touren: sie
halten sich oft nicht einmal an die Auflagen für Haustiere."

Und gerade der laut Eigenwerbung "größte europäische Zirkus" Krone
ist in den letzten Jahren hinsichtlich Tierhaltung und
Tierdarbietungen vielfach negativ aufgefallen. Im Jahr 2000 wurde der
Schauspieler Harald Krassnitzer bei der Aufzeichnung für "Stars in
der Manege" von einem Elefanten fast zerquetscht (siehe
http://tinyurl.com/3pykb8v oder http://tinyurl.com/42g3t94). Berichte
über den Einsatz von Elefantenhaken in der Dressur folgten. Aber auch
bei Affen, Flusspferd und Pferden wurden bei Kontrollen durch
Behörden tierschutzrelevante Missstände festgestellt (siehe auch
ARD-Beitrag http://tinyurl.com/3ptzblz). Nicht ohne Folgen: 2009 wird
die Zirkusdirektorin Christel Sembach-Krone wegen Verstößen bei der
Elefanten- und Pferdehaltung zu Bußgeldzahlungen verurteilt (AZ: 233
Owi-1489 Js 22971/07). Seit 2008 verzichtet der Fernsehklassiker
"Stars in der Manege" ganz auf Wildtiere.

Wildtierzirkusse wurden bei uns aus gutem Grund verboten:
"Wildtiere können in Zirkussen nicht annähernd tiergerecht gehalten
werden", so Stadler. "Und das Verbot hat auch Vorbildwirkung. Immer
mehr Länder in und außerhalb der EU verbieten die Wildtierhaltung
teilweise oder gänzlich." In Zirkus Krones Heimat Deutschland
unterstützen die meisten politischen Parteien und die
Bundestierärztekammer ein solches Verbot. In Großbritannien forderte
das Parlament erst im Juni 2011 ein generelles Haltungsverbot für
Wildtiere in Zirkussen.

Rückfragehinweis:
Jürgen Faulmann
Mobil: 0664/122 1367

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