• 17.08.2011, 10:04:08
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GLOBAL 2000: Ölförderung durch Shell nicht nur in der Nordsee hochproblematisch

Verheerende Umweltkatastrophe im Nigerdelta

Wien (OTS) - Nach und nach werden Details zur neuesten
Ölkatastrophe bekannt: Aus einem Bohrturm der Firma Shell in der
Nordsee strömte in den vergangenen Tagen tonnenweise Öl ins Meer. Die
Informationen, die der britisch-niederländische Konzern preisgibt,
sind vage - derzeit scheint zumindest eines der beiden Lecks noch
nicht wieder geschlossen. Bereits jetzt sprechen die britischen
Behörden von der größten Katastrophe in der Nordsee seit dem Jahr
2000, als 500 Tonnen Öl austraten.

"Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs", sagt Gerald Osterbauer
von GLOBAL 2000: "Shell macht sich an vielen seiner Abbaugebiete
durch die Zerstörung der Umwelt sowie des Lebensraumes unzähliger
Menschen die Finger schmutzig." GLOBAL 2000 kritisiert insbesondere
das Vorgehen des Öl-Konzerns im Nigerdelta im südlichen Nigeria.
Dieses eigentlich sehr fruchtbare Gebiet wird seit Jahrzehnten durch
die Erdölförderung verseucht. Mehr als 400.000 Tonnen Öl sind in den
letzten 30 Jahren in die Bäche geflossen und in den Böden versickert.
Die Mehrheit der Öllecks entstehen durch veraltete Anlagen und
menschliche Fehler. Durch das Öl und das Abfackeln von Gas erleiden
die Menschen vor Ort schwere gesundheitliche Schäden. Der Schaden in
der Natur ist unermesslich: tote Fische, unfruchtbar gewordene Böden
und verschmutztes Trinkwasser - den Menschen wird dadurch die
Lebensgrundlage zerstört. Einem Bericht der Vereinten Nationen
zufolge wurden auf dem Grundwasser bis zu acht Zentimeter dicke
Schichten Raffinierieöl gefunden, die gemessenen Werte des
krebseregendes Giftes Benzen übersteigen die vorgeschlagenen
Höchstwerte um bis zu 900-mal.

"Der größte ausländische Investor in Nigeria heißt Shell. Nicht nur
GLOBAL 2000, sondern auch die Vereinten Nationen sehen in dem Konzern
den Hauptschuldigen für diese Katastrophe", erklärt Gerald
Osterbauer. Erst in knapp 30 Jahren könnte der milliardenteure
Schaden wieder behoben sein.

Neben der Forderung von GLOBAL 2000 nach einer Finanzierung der
Sanierung der Umwelt in Nigeria durch Shell betont Osterbauer auch:
"Das Ölgeschäft wird immer schmutziger, man muss immer tiefer bohren,
die Anlagen werden immer älter und fehleranfälliger. Es erwarten uns
noch viel schlimmere Katastrophen in der Zukunft. Man muss endlich
aufhören, in Öl zu investieren - die Zukunft liegt in der Nutzung
erneuerbarer Energien."

GLOBAL 2000 ist Mitglied von Friends of the Earth International
(FOEI). Nnimmo Bassey, der Direktor dieses weltweit größten
Umweltnetzwerks, ist gebürtiger Nigerianer. Er erhielt für seinen
Einsatz für Menschenrechte und gegen die Ölkatastrophe im Nigerdelta
2010 den alternativen Nobelpreis.

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller
Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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