- 17.08.2011, 09:29:23
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Versteckspiel um Gänsestopfleber für HINK-Pasteten aufgeflogen
VIER PFOTEN weist Schwindel nach / ORF "Konkret" berichtete
Wien (OTS) - Kürzlich flog der Schwindel auf: der Wiener
Pastetenhersteller Hink belieferte unter anderem den Life Ball mit
tierquälerischer Gänsestopfleber. Die Firma hat das immer bestritten.
Laut Hink stamme die Leber von ungestopften Gänsen. Der angebliche
Lieferant dafür hat Hinks Großhändler jedoch im fraglichen Zeitraum
nicht beliefert. Die Laboranalyse beweist: es handelt sich um Lebern
von kranken Tieren. Stopfleberproduktion ist eine in Österreich
verbotene Tierquälerei - der Import ist aber immer noch erlaubt. ORF
"Konkret" hat das Problem gestern beleuchtet. (Beitrag in der ORF
TV-Thek: http://tinyurl.com/3w6lena)
Auf dem letzten Life Ball wurden Gästen wie Bill Clinton und Janet
Jackson besondere - angeblich österreichische - Spezialitäten
serviert, darunter Gänseleber-Pralinen der Firma Hink aus Wien.
Anfragen besorgter Tierfreunde wurden damit beantwortet, dass Hink
dem Veranstalter bestätigt hatte, dass die Ware sogar von einem durch
die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zertifizierten Betrieb stammen
würde und garantiert nicht aus der Stopfmast komme.
Doch die Ware war verdächtig: "Natürliche Lebern sind dunkelrot,
gesund durchblutet und fest, die Hink-Gänselebern sind verfettet,
weich und viel zu hell", so Kampagnenleiter Marcus Müller. VIER
PFOTEN hakte nach. Der Gänseschlachthof in Ungarn, von dem die - laut
Hink ungestopfte - Gänseleber stammt, bestätigte gegenüber VIER
PFOTEN, dass die letzte Bestellung durch den Hink-Lieferanten, der
Firma Kornfeind, über ein Jahr zurücklag. Die Haltbarkeit dieser
Frischware beträgt aber nur wenige Tage, weshalb eine Verwendung
dieser Bestellung im Jahr 2011 ausgeschlossen ist.
Eine Analyse durch die Lebensmitteluntersuchungsanstalt (MA 38)
der Stadt Wien bestätigt die Befürchtung: die Gänseleber hat einen
Fettanteil von 31%. Nur kranke Fettlebern haben einen so hohen
Fettanteil, gesunde Lebern nur etwa 4%. Die Ausrede der Firma HINK,
der Fettanteil komme von dem zugesetzten Milcheiweiß, ist völlig
haltlos, denn Milcheiweiß enthält einen winzigen Fettanteil der kaum
noch messbar ist.
Die Stopfleber stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus
Käfigbatterien in Ungarn, wo die Gänse drei Mal täglich mit Gewalt
gestopft werden. Die Tiere können durch die Turbomast kaum atmen,
werden krank und verletzen sich, viele ersticken. Die Leber von bis
zu 1000 Gramm statt den gesunden 100 Gramm erdrückt die anderen
Organe der Tiere.
VIER PFOTEN fordert den Handel auf, keine Produkte zu vermarkten,
deren Herstellung in Österreich als strafbare Tierquälerei gilt.
Gänseleber-Produkte der Firma Hink werden derzeit etwa am Naschmarkt,
bei Meinl am Graben oder beim Gastro-Großhändler C+C Pfeiffer
verkauft. "Der Life Ball sollte nächstes Jahr auf Produkte aus in
Österreich verbotener Tierquälerei verzichten", so Müller
abschließend.
Rückfragehinweis:
Marcus Müller
Tel.: 0664-4522430
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