"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Kärnten ist erwachsen"

Der Ortstafel-Kompromiss verdient das große Wort historisch - und viel Applaus.

Wien (OTS) - Präsident und Kanzler reisten an. Kärntens Politspitzen sonnten sich in der wohlwollenden Aufmerksamkeit aus nah und fern. Das große Wort "historisch" ging im Dutzend um. 56 Jahre nach der Zusage im Staatsvertrag werden endlich auch in Kärnten die letzten zweisprachigen Ortsschilder in einem Staatsakt aufgestellt. Für das Gros der Nicht-Kärntner im Lande ist das nicht mehr als der Schlussstrich unter eine unverständliche Peinlichkeit: Von den Burgenländern, die seit Jahrzehnten ohne Zwist und Hader mit zweisprachigen Ortsnamen leben - bis zu den zehntausend Kärntnern in Wien, die es längst müde waren, sich für die Hinterbliebenen in der Heimat zu entschuldigen.
Den beiden Architekten der Kärntner Ortstafel-Lösung, Gerhard Dörfler und Josef Ostermayer, gebührt dennoch weit über Kärnten hinaus Applaus. Haiders Nachfolger hat rechtzeitig erkannt, dass mit Ortstafel-Stürmerei auch in Kärnten nicht mehr viel zu gewinnen ist. Faymanns Chefstratege im Kanzleramt nutzte die Gunst der Stunde und baute den Kärntnern die goldene Brücke zu einer gesichtswahrenden Lösung. Das mag vielerorts selbstverständlich sein. Im über Generationen verhetzten Kärntner Klima bleibt es eine historischen Leistung.

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