Rektor Bast: Hochschulplan ohne nachhaltige Verbesserung der Finanzierung der Universitäten ist undenkbar

Wien (OTS) - Hochschulplan bedeutet mehr Kooperation, mehr synergetische Planung und mehr Budget für die Universitäten. Scheitert der Hochschulplan, dann scheitert nicht nur Töchterle, sondern die gesamte Regierung mit ihm.

Irritiert zeigt sich Gerald Bast, Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien und Vizepräsident der Universitätenkonferenz von den aktuellen Aussagen des Wissenschaftsministers zum Projekt Hochschulplan im "Kurier". Töchterle hatte bloß die Intensivierung Kooperation zwischen den Universitäten und das stärkere Streben nach Exzellenz als Schwerpunkte des für Jahresende angekündigten Hochschulplans genannt.

"Zweifellos werden die Universitäten in Zukunft weitergehende Kooperationsformen in Forschung und Lehre finden müssen, um die vorhandenen Ressourcen noch besser zu nutzen, als dies schon bisher der Fall ist; aber ein Hochschulplan ohne die nachhaltige Verbesserung der Finanzierungssituation der Universitäten ist für die Universitätenkonferenz undenkbar!" betont Bast. Der Hochschulplan müsse daher auch ein Modell für die Studienplatzfinanzierung und die Basisfinanzierung der universitären Grundlagenforschung - beides mit international kompatiblen Budgetsätzen pro Studienplatz und Forschungsbereich - enthalten. Und alle wissen, dass dafür (zusätzlich zur Abdeckung der Inflation) ab dem Jahr 2013 den Universitäten nachhaltig wesentlich mehr Budget zur Verfügung stehen müsse - selbst wenn man die Gesamtzahl der Studierenden einfriert und Steuerungsmechanismen für den Zugang zu besonders überlasteten Studienrichtungen einführt.

Bast stimmt dem Minister zu, dass der Hochschulplan bis zum Jahresende stehen muss: "Das Universitätsgesetz schreibt vor, dass Wissenschaftsminister und Finanzministerin das für die Leistungsvereinbarungen 2013-15 zur Verfügung stehende Budgetvolumen bis Ende 2011 festzulegen haben. Und ein Hochschulplan (einschließlich neuer Kooperations- und Finanzierungsmodelle) kann nach der bestehenden Gesetzeslage nur im Wege der Leistungsvereinbarungen umgesetzt werden." Das Projekt Hochschulplan sei daher eine einmalige Chance, die man trotz des engen Zeitfensters in gemeinsamer Anstrengung nützen könne und müsse.

Die Fakten sind bekannt und lange diskutiert, jetzt muss die Regierung endlich hochschulpolitische Nägel mit Köpfen machen. "Gönnen Sie dem Wissenschaftsminister diesen Erfolg, den das Land dringend braucht. Denn ein Scheitern des Hochschulplanes wäre nicht nur ein Scheitern des Wissenschaftsministers, sondern ein blamables und katastrophales Scheitern der Politik in einer für Österreichs Wirtschaft und Gesellschaft existenziellen Frage!" appelliert Bast an die gesamte Bundesregierung.

Und den Wissenschaftsminister erinnert Bast an Töchterles politischen Leitsatz 'viribus unitis': "Wer alle Kräfte vereinen will, darf das Problem der immer dramatischer werdenden Unterfinanzierung der Universitäten nicht klein reden oder unter den Tisch kehren!"

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