"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Nicht blaumachen"

SPÖ und ÖVP sollten aus Straches Turbulenzen keine falschen Schlüsse ziehen.

Wien (OTS) - Dirty Campaigning gegen die FPÖ" beklagt Heinz-Christian Strache wieder einmal - weil Medien über das berichten, was sich in der FPÖ tut. Dirty ist etwas anderes: Dem wegen Korruption (nicht rechtskräftig) verurteilten Uwe Scheuch wird die Mauer gemacht. Und Martin Graf, Exponent der Ultrarechten in den freiheitlichen Reihen, mokierte sich darüber, dass mit Werner Königshofer einer der Ultrarechten aus der Partei ausgeschlossen werden soll. Derlei Negativ-Schlagzeilen könnte Strache vermeiden, indem er das zeigt, was ein Frontmann haben muss: Autorität. Mit einer solchen hätte er Scheuch dazu bewegen müssen, zurückzutreten. Mit einer solchen hätte er die Ewiggestrigen in der Partei längst entmachtet. Solange er die gewähren lässt und als selbst ernannter Guru der Anständigen Unanständige verteidigt, wird er nicht erreichen, was er will: sich als potenzieller Regierungspartner präsentieren.
Grund zur Freude haben die jetzigen Regierenden ob Straches Turbulenzen aber nicht. Nach wie vor liegt die FPÖ in den Umfragen gut, die nächste Wahl ist weit, die Schulden-Krise nicht überstanden. Blaumachen dürfen Rot und Schwarz kurzfristig erst dann, wenn sie Strache 2013 auf den dritten Platz verwiesen haben.

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