- 04.08.2011, 16:05:02
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Doppelmoral"
Dass die ÖVP Nein zu Abtreibungen in allen Ländern sagt, ist unverständlich.
Wien (OTS) - Mut zum Kind" - diese Parole hatte schon Wolfgang
Schüssel als ÖVP-Chef ausgegeben. Jetzt wird sie wieder bemüht. Im
Zusammenhang mit einer vom Gesundheitsminister ausgelösten Debatte.
Alois Stöger möchte, dass Abtreibungen fortan auch in öffentlichen
Spitälern in Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland möglich sind;
derzeit müssen ja Frauen aus diesen Regionen in andere Bundesländer
fahren.
Mit uns nicht, rufen führende Männer in der ÖVP. Ein falsches
Signal sei das, die Familie müsse aufgewertet werden. Und: Abtreibung
sei keine staatliche Aufgabe. Sollten es die schwarzen Herren
vergessen haben: Seit 1975 sind Schwangerschaftsabbrüche straffrei
("Fristenlösung"). Aus gutem Grund: Keine Frau sollte sich mehr
genötigt sehen, zu einer Engelmacherin zu gehen. Leichtfertig
entscheidet sich auch heute keine Schwangere für einen solchen, auch
seelisch belastenden Eingriff.
Beim Jugendschutz drängt ÖVP-Familienminister Mitterlehner darauf,
die unterschiedlichen Bundesländer-Regeln zu vereinheitlichen.
Tiroler Jugendliche sollen nicht anders behandelt werden als jene aus
Wien. Warum muss dann eine Tirolerin für eine legale Abtreibung nach
Salzburg fahren? Das klingt nach Doppelmoral. Mut zur Abtreibung wird
ja niemandem gemacht.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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