- 04.08.2011, 10:50:52
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Schwangerschaftsabbruch: Gynmed begrüsst Initiative des Gesundheitsministers
- Salzburger Modell auf ganz Österreich anwenden - Gynmed bietet know-how zum Aufbau von bundesweiten Strukturen an - Auch Privatspitäler müssen in Regelung einbezogen werden
Wien (OTS) - Auf große Zustimmung stößt die Initiative von BM
Stöger zur Verbesserung im Zugang zu einem bundesweiten
Schwangerschaftsabbruch beim Wiener Gynmed-Ambulatorium. "Denn
während Kürettagen bei nicht normal verlaufenden Schwangerschaften in
allen Krankenhäusern selbstverständlich durchgeführt werden, wird der
gleiche Eingriff zur Beendigung ungewollter Schwangerschaft von den
selben Spitälern verweigert" zeigt sich DDr. Christian Fiala, Leiter
der Gynmed verwundert über die bisherige Praxis. Hintergrund ist
dabei meist nicht eine Weigerung der Ärzte, sondern ein internes
Verbot des Krankenhauses. Für die betroffenen Frauen in den
Bundesländern und ländlichen Gebieten bedeutet dies, dass sie weite
Anreisen oder unverhältnissmäßig hohe Honorare in Kauf nehmen müssen.
Salzburg als Modell
Bis 2005 mussten Frauen aus dem Bundesland Salzburg in andere
Bundesländer fahren oder enorme Preise für einen Abbruch bezahlen.
Auf Initiative von LH Burgstaller wurde die Möglichkeit geschaffen,
Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft auf bestem medizinischen
Niveau in der Salzburger Landesklinik zu behandeln. "Nach
anfänglichem Widerstand hat sich dann rasch die Einsicht
durchgesetzt, dass es keine vernünftige Alternative zu einem
möglichst frühen und medizinisch sicheren Angebot für einen Abbruch
gibt" beschreibt Fiala die Situation. Anlässlich des Vorstosses von
BM Stöger bietet Fiala das hohe medizinische know-how des Gynmed
Ambulatorium nun an, um gemeinsam mit lokalen Einrichtungen
bundesweite Strukturen zum Aufbau nach dem Salzburger-Modell
aufzubauen. Wobei der Bereich Vorsorge bzw. Verhütung von Anfang an
einen zentralen Stellenwert einnehmen sollte, wie Fiala betont.
Spitäler sind der Öffentlichkeit verpflichtet
"Die Forderung von BM Stöger sollte für alle Spitäler gelten, die
über die Sozialversicherung abrechnen, selbstverständlich auch für
die vielen konfessionelle. Spitäler haben eine Verpflichtung der
Versorgung der Bevölkerung. Sie haben sich dabei -ungeachtet ihrer
Weltanschauungen - an den Bedürfnissen der PatientInnen zu
orientieren. "Sogar Portugal hat mit der Legalisierung des Abbruchs
2008 alle Krankenhäuser dazu verpflichtet diese durchzuführen"
erklärt Fiala.
Europarat fordert fächendeckende wohnortnahe Versorgung
Der Gesetzgeber hat den Abbruch aus gutem Grund im letzten
Jahrhundert legalisiert, um die fürchterlichen Zustände rund um die
damals verbotenen Eingriffen zu verhindern. Um dieses Recht auch
tatsächlich durchzusetzen ist eine wohnortnahe Versorgung, so wie in
fast ganz Westeuropa selbstverständlich, notwendig. Dies hat der
Europarat bereits 2008 eingefordert: "... sicherzustellen, dass
Frauen ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch tatsächlich in
Anspruch nehmen können und alle Hürden zu beseitigen, die juristisch
oder faktisch den Zugang zu einem sicheren Abbruch behindern."
(Resolution Nr 1607)
Vorsorge muss verbessert werden
Um der hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften in Österreich
vorzubeugen fordert Fiala eine fundierte Sexualerziehung,
einschließlich einer guten Ausbildung der Lehrer, Verhütungsmittel
auf Krankenschein und breite Kampagnen zur Anwendung von wirksamen
Verhütungsmitteln (Hormonspirale, Pille, Pille danach etc.).
Über Gynmed:
Das Wiener Gynmed Ambulatorium wurde 2003 vom Gynäkologen
DDr.Christian Fiala gegründet. Im Jahr 2005 wurde die Gynmed Ambulanz
am Universitätsklinikum Salzburg eröffnet. Gynmed setzt sich für eine
Verbesserung der Verhütung und Behandlung von ungewollt schwangeren
Frauen ein. Es zählt heute zu den modernsten Ambulatorien für
Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung in Europa. DDr. Fiala
leitet auch das Wiener Verhütungsmuseum, das 2010 mit dem Kenneth
Hudson Museumspreis ausgezeichnet wurde und jedes Jahr von hunderten
Schulklassen besucht wird. Es leistet für viele Schulen einen
unverzichtbaren Beitrag zur Sexualaufklärung.
www.gynmed.at www.muvs.org
Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, info@purkarthofer-pr.at
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