Schwangerschaftsabbruch: Gynmed begrüsst Initiative des Gesundheitsministers

- Salzburger Modell auf ganz Österreich anwenden - Gynmed bietet know-how zum Aufbau von bundesweiten Strukturen an - Auch Privatspitäler müssen in Regelung einbezogen werden

Wien (OTS) - Auf große Zustimmung stößt die Initiative von BM Stöger zur Verbesserung im Zugang zu einem bundesweiten Schwangerschaftsabbruch beim Wiener Gynmed-Ambulatorium. "Denn während Kürettagen bei nicht normal verlaufenden Schwangerschaften in allen Krankenhäusern selbstverständlich durchgeführt werden, wird der gleiche Eingriff zur Beendigung ungewollter Schwangerschaft von den selben Spitälern verweigert" zeigt sich DDr. Christian Fiala, Leiter der Gynmed verwundert über die bisherige Praxis. Hintergrund ist dabei meist nicht eine Weigerung der Ärzte, sondern ein internes Verbot des Krankenhauses. Für die betroffenen Frauen in den Bundesländern und ländlichen Gebieten bedeutet dies, dass sie weite Anreisen oder unverhältnissmäßig hohe Honorare in Kauf nehmen müssen.

Salzburg als Modell

Bis 2005 mussten Frauen aus dem Bundesland Salzburg in andere Bundesländer fahren oder enorme Preise für einen Abbruch bezahlen. Auf Initiative von LH Burgstaller wurde die Möglichkeit geschaffen, Frauen mit einer ungewollten Schwangerschaft auf bestem medizinischen Niveau in der Salzburger Landesklinik zu behandeln. "Nach anfänglichem Widerstand hat sich dann rasch die Einsicht durchgesetzt, dass es keine vernünftige Alternative zu einem möglichst frühen und medizinisch sicheren Angebot für einen Abbruch gibt" beschreibt Fiala die Situation. Anlässlich des Vorstosses von BM Stöger bietet Fiala das hohe medizinische know-how des Gynmed Ambulatorium nun an, um gemeinsam mit lokalen Einrichtungen bundesweite Strukturen zum Aufbau nach dem Salzburger-Modell aufzubauen. Wobei der Bereich Vorsorge bzw. Verhütung von Anfang an einen zentralen Stellenwert einnehmen sollte, wie Fiala betont.

Spitäler sind der Öffentlichkeit verpflichtet

"Die Forderung von BM Stöger sollte für alle Spitäler gelten, die über die Sozialversicherung abrechnen, selbstverständlich auch für die vielen konfessionelle. Spitäler haben eine Verpflichtung der Versorgung der Bevölkerung. Sie haben sich dabei -ungeachtet ihrer Weltanschauungen - an den Bedürfnissen der PatientInnen zu orientieren. "Sogar Portugal hat mit der Legalisierung des Abbruchs 2008 alle Krankenhäuser dazu verpflichtet diese durchzuführen" erklärt Fiala.

Europarat fordert fächendeckende wohnortnahe Versorgung

Der Gesetzgeber hat den Abbruch aus gutem Grund im letzten Jahrhundert legalisiert, um die fürchterlichen Zustände rund um die damals verbotenen Eingriffen zu verhindern. Um dieses Recht auch tatsächlich durchzusetzen ist eine wohnortnahe Versorgung, so wie in fast ganz Westeuropa selbstverständlich, notwendig. Dies hat der Europarat bereits 2008 eingefordert: "... sicherzustellen, dass Frauen ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch tatsächlich in Anspruch nehmen können und alle Hürden zu beseitigen, die juristisch oder faktisch den Zugang zu einem sicheren Abbruch behindern." (Resolution Nr 1607)

Vorsorge muss verbessert werden

Um der hohe Zahl an ungewollten Schwangerschaften in Österreich vorzubeugen fordert Fiala eine fundierte Sexualerziehung, einschließlich einer guten Ausbildung der Lehrer, Verhütungsmittel auf Krankenschein und breite Kampagnen zur Anwendung von wirksamen Verhütungsmitteln (Hormonspirale, Pille, Pille danach etc.).

Über Gynmed:

Das Wiener Gynmed Ambulatorium wurde 2003 vom Gynäkologen DDr.Christian Fiala gegründet. Im Jahr 2005 wurde die Gynmed Ambulanz am Universitätsklinikum Salzburg eröffnet. Gynmed setzt sich für eine Verbesserung der Verhütung und Behandlung von ungewollt schwangeren Frauen ein. Es zählt heute zu den modernsten Ambulatorien für Schwangerschaftsabbruch und Familienplanung in Europa. DDr. Fiala leitet auch das Wiener Verhütungsmuseum, das 2010 mit dem Kenneth Hudson Museumspreis ausgezeichnet wurde und jedes Jahr von hunderten Schulklassen besucht wird. Es leistet für viele Schulen einen unverzichtbaren Beitrag zur Sexualaufklärung.
www.gynmed.at www.muvs.org

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