ÖAMTC: Alkohol am Steuer hat schwerwiegende rechtliche Folgen (Teil 3)

Mögliche Konsequenzen auch bei Alkoholisierungsgrad unter 0,5 Promille

Wien (OTS) - "Leider missachten immer noch viele Lenker die Alkoholgrenzwerte im Straßenverkehr und setzen sich alkoholisiert hinter das Lenkrad", ärgert sich ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. "Das zeigt die nach wie vor hohe Anzahl an Unfällen mit oder durch alkoholisierte Lenker." Diese Tatsache erweckt den Anschein, dass sich nur die wenigsten über die Konsequenzen bewusst sind, die Fahren unter Alkoholeinfluss haben kann. Grundsätzlich gelten 0,5 Promille als gesetzliche Obergrenze. Für Probeführerschein-Besitzer sowie Lkw-und Busfahrer sind es sogar nur 0,1 Promille.

"Wem im Zuge einer Verkehrskontrolle ein zu hoher Alkoholwert nachgewiesen wird, dem drohen, je nach Schwere der Alkoholisierung, unterschiedliche Konsequenzen", listet der ÖAMTC-Jurist die Strafausmaße auf:

* 0,5 - 0,79 Promille: Verwaltungsstrafe von 300 Euro bis 3.700 Euro. Bereits beim ersten Vergehen gibt es eine Vormerkung im Führerscheinregister. Wird man neuerlich alkoholisiert hinterm Steuer erwischt, kann die Behörde außerdem Maßnahmen wie zum Beispiel eine Nachschulung durch Psychologen anordnen. Beim dritten Verstoß innerhalb von zwei Jahren oder auch nach einem Unfall ist der Führerschein für mindestens drei Monate weg.

* 0,8 - 1,19 Promille: Verwaltungsstrafe mindestens 800 Euro. Die Höchststrafe liegt auch hier bei 3.700 Euro. "Allerdings ist bereits bei der ersten Alkofahrt der Führerschein für ein Monat weg", hält der ÖAMTC-Jurist fest. "Kommt es zu einem Verkehrsunfall, wird der Schein sogar für mindestens drei Monate entzogen." Darüber hinaus wird ein Verkehrscoaching angeordnet.

* 1,2 - 1,59 Promille: Verwaltungsstrafe von 1.200 bis 4.400 Euro. Den Führerschein ist man sofort für mindestens vier Monate los, eine kostenpflichtige Nachschulung ist unausweichlich.

* Ab 1,6 Promille: Verwaltungsstrafe von 1.600 bis 5.900 Euro. Außerdem folgt ein sofortiger Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten. "Weiters blühen dem Alkolenker eine Nachschulung, ein Termin beim Amtsarzt, der eine eventuelle Alkoholabhängigkeit feststellen könnte, sowie eine verkehrspsychologische Untersuchung", weiß der ÖAMTC-Jurist.

* Bei Wiederholungsdelikten verlängert sich - je nach dem Grad der jeweiligen Alkoholisierung - die gesetzlich festgelegte Mindestdauer der Entziehung der Lenkberechtigung auf bis zu ein Jahr.

Hinzu kommt, dass dem Alkolenker noch eine ganze Reihe zusätzlicher Probleme droht. "Abgesehen davon, dass eigene Ersatzansprüche - etwa an die eigene Rechtsschutz- und Kaskoversicherung - verloren gehen, kann sich die Haftpflichtversicherung bei Schadenersatzforderungen des Unfallopfers bis zu 11.000 Euro vom Alkolenker holen", stellt der ÖAMTC-Experte klar. Im Fall einer Behinderung des Unfallopfers können bei unzureichender Versicherungssumme lebenslange Entschädigungszahlungen mitunter auch existenzbedrohende Folgen für den Verursacher haben. Eine strafrechtliche Verfolgung, bis hin zur Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung, ist nach Alkoholunfällen ebenfalls nicht auszuschließen. "Selbst wenn der Alkoholisierungsgrad unter dem gesetzlichen Limit von 0,5 Promille liegt, kann das für den Lenker haftungs- oder gar strafrechtliche Folgen haben", warnt der ÖAMTC-Jurist vor der Unart des "Herantrinkens" an die Promillegrenze. Aber auch dem Mitfahrer droht ein Verlust an Schmerzengeld-Ansprüchen bei Verletzung, so er wissentlich zu einem alkoholisierten Lenker ins Auto gestiegen ist.

Weitere Informationen zum Thema gibt es ab sofort in einer neuen Broschüre des Verkehrsministeriums "Führerscheinvormerksystem und andere Rechtsfolgen schwerer Verkehrsübertretungen", die an allen ÖAMTC-Dienststellen gratis erhältlich ist.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Ralph Schüller
Stefan Tschernutter
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0003