- 03.08.2011, 09:30:48
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Pharmawirtschaft und Sozialversicherung schnüren Millionenpaket
Neuauflage des Rahmen-Pharmavertrages bringt Zweckwidmung für Gesundheitsziele
Wien (OTS) - Die Pharmawirtschaft und die Sozialversicherung
setzen den im Jahr 2008 begonnenen gemeinsamen Weg fort: In den
kommenden viereinhalb Jahren leistet die Pharmawirtschaft einen
Beitrag in Höhe von 82 Millionen Euro zur Erhaltung der
Leistungsfähigkeit der sozialen Krankenversicherung gegenüber deren
PatientInnen. Die Neuauflage des erstmals im Jahr 2008
abgeschlossenen Rahmen-Pharmavertrages bringt sowohl für die
Pharmawirtschaft als auch für den Hauptverband in Vertretung der
Krankenversicherungsträger transparente Rahmenbedingungen:
Verlängerte Laufzeit und damit bessere Planbarkeit sowie weitere
Solidarbeiträge für die Krankenversicherungsträger. Neu ist eine
Zweckwidmung für Investitionen in gemeinsame Gesundheitsziele zu den
Themen Kindergesundheit und Prävention.
"Die Pharmawirtschaft trägt damit zur langfristigen und
nachhaltigen finanziellen Stabilität der sozialen Krankenversicherung
bei. Es war für alle Vertragspartner wichtig, eine vertragliche
Lösung zu finden, die sowohl für die pharmazeutischen Unternehmungen
wie auch für die Krankenkassen und damit für das Gesundheitssystem
tragfähig ist", skizziert Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der
Pharmig, die in Europa beispielgebende Vereinbarung. Schon Ende 2009
wurden zwischen Pharmawirtschaft und Hauptverband Gespräche für die
Zeit nach dem Auslaufen des ersten Rahmen-Pharmavertrages am 30.Juni
2011 aufgenommen. Beide Seiten signalisierten frühzeitig die
Fortsetzung des partnerschaftlichen Modells einer vertraglichen
Regelung. Zustande gekommen ist die Verlängerung durch 114
unterfertigte Beitrittserklärungen (105 pharmazeutische Unternehmen
sowie 9 pharmazeutische Großhandelsunternehmen). Die Verhandlungen
wurden auf Seite der Pharmawirtschaft von der Pharmig koordiniert.
Die Partner, die den Verlängerungsvertrag mit dem Hauptverband
ausverhandelt haben, waren auf Seite der Pharmawirtschaft neben der
Pharmig Mag. Christian Seiwald (Fachverband der chemischen
Industrie), Komm. Rat Dr. Johann Kwizda (Bundesgremium des Handels
mit Arzneimitteln, Drogerie- und Parfümeriewaren sowie Chemikalien
und Farben), Mag. Evelyn Schödl (FOPI), Bernd Leiter
(Österreichischer Generikaverband), Dr. Andreas Windischbauer (ARGE
Pharmazeutika) sowie DDr. Wolfgang Königshofer (Wirtschaftskammer
Österreich).
"Die Ausgaben für Arzneimittel (rund Euro 2,9 Mrd. im Jahr 2010)
stellen neben den Ausgaben für Spitäler und ärztliche Hilfe einen der
großen Leistungsblöcke für die Versicherten dar. Die konstruktive
Zusammenarbeit zwischen Pharmawirtschaft und Sozialversicherung und
die Leistung eines Solidarbeitrags sind daher im Interesse der
Erhaltung des Systems der sozialen Sicherheit, des Systempartners
Pharmawirtschaft und vor allem unserer Versicherten," stellt der
Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der
Sozialversicherungsträger, Dr. Hans Jörg Schelling, fest. In diesem
Zusammenhang verweist er darauf, dass 6,75 Millionen Euro von
insgesamt 82 Millionen Euro für Maßnahmen im Rahmen gemeinsamer
Gesundheitsziele zu den Themen Kindergesundheit und Prävention
verwendet werden. Bekanntlich gehören Gesundheitsförderung und
Prävention bei dem im November des Vorjahres vom Hauptverband
vorgestellten Masterplan zu den wichtigsten Vorschlägen einer
nachhaltigen Reform des heimischen Gesundheitssystems.
"Für die österreichische Pharmawirtschaft hat die Gesundheit und
die Verbesserung der Lebensqualität der PatientInnen absoluten
Vorrang", sagt Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig. Der heute
präsentierte Vertrag erfülle dies in zweifacher Hinsicht: "Wir
leisten einen Solidarbeitrag und engagieren uns gemeinsam im Bereich
der Kindergesundheit und Prävention."
Ein von Pharmawirtschaft und Hauptverband paritätisch zu
besetzendes Gremium wird über die Auswahl und Abwicklung von
Maßnahmen im Rahmen der vorgesehenen gemeinsamen Gesundheitsziele und
der Freigabe der damit verbundenen finanziellen Mittel entscheiden.
Der grundsätzlichen vertraglichen Einigung werden ab Herbst konkrete
Projekte folgen. "Im Zentrum steht das gemeinsame Ziel zur Erhöhung
der gesunden Lebensjahre für die Bevölkerung. Gerade bei chronischen
Erkrankungen und Kindergesundheit spielt Prävention eine besondere
Rolle. Daher stellen wir auch relevante Fragen des Gesundheitswesens
und die Erarbeitung von Gesundheitszielen in den Mittelpunkt der
diesjährigen Alpbacher Gesundheitsgespräche. Wir werden unter
Einbeziehung aller Teilnehmer die Ergebnisse der Gesundheitsgespräche
nachhaltig in die politische Diskussion einbringen", so Rumler.
Mag. Heinz Krammer Geschäftsführer Arge Pharmazeutika, betont,
dass der pharmazeutische Großhandel als Systempartner in der
Arzneimittel- Wertschöpfungskette dazu beiträgt, dass die Patienten
die Medikamente dort bekommen, wo sie benötigt werden. "Wie für alle
pharmazeutischen Unternehmen ist auch das Vertrauen in die
Rahmenbedingungen und die Planbarkeit für den Großhandel ein
wesentlicher Faktor, um die hohe Qualität und die Verlässlichkeit in
der Arzneimittel-Distribution aufrecht zu erhalten", unterstreicht
Krammer die Bedeutung des Rahmen-Pharmavertrages.
Über die Pharmig:
Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der
österreichischen Pharma-Industrie. Derzeit hat der Verband 120
Mitglieder (Stand April 2011), die den Medikamenten-Markt zu fast 100
Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten
Arbeitsplätze für ca.10.000 Beschäftigte.
Über den Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger:
Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die
Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der
solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.
Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis Pharmig: Pharmig - Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs Mag. Barbara Grohs, Director Communication & PR Tel. 01/40 60 290-20 [email protected] Rückfragehinweis Hauptverband: Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger Dieter Holzweber, Pressesprecher Tel. 01/711 32-1122 [email protected]
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