"KURIER"-Artikel von Andreas Schwarz: "Burgstallers eigene Wahrheit"

Salzburger Festspiele: Der KURIER veröffentlicht jene Einladung an Jean Ziegler, die laut Gabi Burgstaller keine gewesen sein soll

Wien (OTS) - Jean Ziegler, der gestern bei den Salzburger Festspielen ursprünglich die Eröffnungsrede hätte halten sollen und von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller wieder ausgeladen worden war, ist laut Burgstaller gar nicht eingeladen, sondern nur "angefragt" gewesen. Dem KURIER liegt allerdings jene ausführliche Mail vor, in dem die Landeschefin den Schweizer Globalisierungskritiker geradezu bekniete, die Eröffnungsrede zu halten.
Eingangs bedankt sich Burgstaller in dem mit 21. Februar 2011 datierten Schreiben bei Ziegler für ein Telefonat, "es tat gut, wieder einmal die Stimme zu hören, die über die Jahrzehnte die Stimme von so vielen auf unserem Planeten geworden ist". Sie erinnert an einen Preis, den sie Ziegler im November 2008 überreichen durfte (Salzburger Zukunftspreis, Anm.) und eine schon damals ausgesprochene Einladung zu den Salzburger Festspielen ("Ich habe damals ganz bewusst "auf Wiedersehen" gesagt").
Und dann konkret: "Aber vielleicht klappt es ja diesmal - umso eher, als ich in unserem Gespräche ja bereits eine ganz besondere Einladung angesprochen habe. Eigentlich schon mehr eine ganz persönliche Bitte: Heuer, am Mittwoch, 27. Juli, unser Festredner anlässlich des Festaktes zur Festspieleröffnung zu sein."
Eineinhalb Monate später erfolgte die Ausladung Zieglers, wieder durch Gabi Burgstaller, wegen dessen angeblicher "Nähe" zu Libyens Muammar Gaddafi.
Sie sagte dem KURIER: "Es stimmt, ich habe diese Mail abgeschickt, aber dann in einem Telefonat Ziegler gesagt, dass die Einladung erst gültig ist, wenn er einen offiziellen Brief des Landes bekommt. Dieser Brief war fertig, ich wollte ihn auch abschicken, aber dann wurde ich auf die Gaddafi-Connection Zieglers aufmerksam gemacht. Deshalb habe ich den Brief nicht abgeschickt, also wurde die Einladung aus meiner Sicht nie offiziell."

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