Handel stagniert: Jank fordert Einzelhandelskonzept für Wien

WK Wien startet "Masterplan Einkaufstadt Wien" - Einzelhandelsstruktur soll langfristig gesichert werden - Jank: Politik als Projektpartner unverzichtbar

Wien (OTS) - Der Wiener Einzelhandel kommt unter Druck. Im Jahr
2010 wurden in Wien Netto-Umsätze von Euro 11 Mrd., das sind 21 Prozent des österreichischen Einzelhandelsumsatzes, erzielt. Die jüngsten Zahlen zeigen erstmals seit langem, dass die bisher stabile Inlandsnachfrage abgeschwächt ist. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres sanken die realen Umsätze in Wien um 1,8 Prozent (Jänner bis Mai 2011). Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen zum Teil auch an einem geänderten Konsumverhalten der Bevölkerung: der Kunde wird anspruchsvoller, entwickelt ausgeprägtes Preisbewusstsein, Einkaufen wird zunehmend zum Freizeiterlebnis. Parallel dazu sinkt der Anteil des Haushaltsbudgets, der in den Einzelhandel fließt, zu Gunsten anderer Bereiche, wie Telekommunikation, Dienstleistungen oder Gesundheitsvorsorge. "Deshalb ist es notwendig, zeitgerecht Maßnahmen zu ergreifen, die dem Einzelhandel eine kontinuierliche, positive Entwicklung ermöglicht. Mit der Erarbeitung eines Wiener Einzelhandelskonzept legen wir dafür die Basis", erklärt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien.

Masterplan Einkaufstadt Wien
Die WK Wien hat bereits eine Fülle an Vorarbeiten zu einem schlüssigen Einzelhandelskonzept erarbeitet. Nun gilt es alle Beteiligten an Bord zu holen. "Wir starten jetzt den Prozess mit Gesprächen auf Stadt und Bezirksebene. Gerade in den Bezirken ist viel Know-how vorhanden, wenn es um die Beurteilung der Einzelhandelsstrukturen geht", erklärt Jank. Parallel dazu werden Unternehmen und Bevölkerung in den Prozess eingebunden und befragt, welche Perspektiven diese sehen. Die weiteren Erhebungen und die Konzepterstellung bis hin zum "Masterplan Einkaufsstadt Wien" werden mit externen Experten durchgeführt. "Unsere Erwartungshaltung ist, dass sich dieses Konzept, das in der Umsetzung in städtische Verantwortung hineingehen wird, positiv auf die langfristige Entwicklung der Einzelhandelsstrukturen auswirkt", sagt Jank.

Sicherung der Lebensqualität
Es gilt, Wien als Einkaufstadt zu positionieren und zukunftsorientierte Rahmenbedingungen zur Erhaltung der klein- und mittelständischen Wirtschaft im Einzelhandel zu schaffen. Denn diese Unternehmen sichern die wohnstandortnahe Nahversorgung der Bevölkerung, hochwertige Arbeitsplätze, bieten ein differenziertes Angebot und qualifizierte Beratung. Von der Stadt wünscht sich Jank, ein rasches Einlenken und eine Beteiligung von Beginn an. "Schließlich geht es darum, die hohe Lebensqualität in Wien abzusichern. Da ist ein Handeln und Mitarbeiten der Politik unverzichtbar", sagt Jank.

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