• 20.07.2011, 11:33:26
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ELGA-Vorreiter: Ordensspitäler vernetzen Patientendaten

Ordens-ELGA der Vinzenz Gruppe und der Barmherzigen Brüder nimmt Echtbetrieb in neun Krankenhäusern auf

Wien (OTS) - Die mittlerweile zehnjährige enge Zusammenarbeit der
Vinzenz Gruppe mit den Barmherzigen Brüdern mündet in einem neuen,
zukunftsweisenden Projekt, der "Elektronischen Gesundheitsplattform
der Ordenseinrichtungen" (eGOR). Damit setzen die Orden einen
wichtigen Meilenstein beim träger- und bundesländerübergreifenden
Zugriff auf elektronisch gespeicherte Patientendokumentationen. Es
sind somit die Voraussetzungen zur Anbindung an die österreichweite
ELGA geschaffen. Weitere Kooperationen mit anderen
Krankenhaus-Trägern sind angedacht.

Schon jetzt stehen den Ärzten rund 500.000 Befunde und andere
Dokumente von 120.000 Patienten zur Verfügung. Die Vorteile von eGOR
liegen auf der Hand: Doppeluntersuchungen fallen weg und aufgrund der
Mehrinformation für Ärzte wird die Betreuungsqualität für die
Patienten gesteigert. Um größtmögliche Sicherheit der Patientendaten
zu garantieren, wurde in Abstimmung mit der Österreichischen
Datenschutzkommission ein strenges Berechtigungssystem entwickelt.

Große Erfahrung dank langjähriger Spitalspartnerschaft

Der elektronische Zugriff auf Befunde und andere Patientendaten
wird in Österreich seit vielen Jahren diskutiert - in einzelnen
Projekten wurden Erfahrungen dazu gesammelt, darunter auch im Rahmen
der Spitalspartnerschaft an der Seilerstätte in Linz. Dort arbeiten
die Krankenhäuser Barmherzige Schwestern und Barmherzige Brüder Linz
seit über zehn Jahren eng zusammen.

Diese Kooperation brachte eine umfassende Abstimmung der
Abteilungen der beiden Häuser mit sich, Doppelgleisigkeiten wurden
beseitigt und Bereiche wie Labor, Küche und die Akutaufnahme wurden
zusätzlich zusammengeführt. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass
den Patienten am Standort Seilerstätte höchste Effizienz und Qualität
angeboten werden. Eine wesentliche Voraussetzung für das
Funktionieren von medizinischen Schwerpunkten war und ist die
Vernetzung der Patientendaten.

Bei der in Planung befindlichen bundesweiten Gesundheitsreform
geht es darum, in den einzelnen Krankenhäusern medizinische
Schwerpunkte zu schaffen und diese aufeinander abzustimmen. Das
funktioniert jedoch nur, wenn die Patientendaten zwischen den
Krankenhäusern fließen können und nicht weiterhin sämtliche externe
Informationen extra erhoben werden müssen.

Ein weiteres Ziel der österreichischen Gesundheitspolitik muss die
"Integrierte Versorgung" sein. Das heißt: Der Patient wird über die
einzelnen Versorgungsbereiche - niedergelassener Arzt, Krankenhaus,
Rehabilitation, Pflege - hinweg in seiner Krankheit begleitet. Das
ist vor allem für chronisch kranke Patienten sehr wichtig.
Voraussetzung dafür ist unter anderem jedoch, dass den jeweiligen
Gesundheitsdienstleistern die entsprechenden Daten der Einrichtungen
zur Verfügung stehen.

Mit ihrer Kooperation wollen die Vinzenz Gruppe und die
Barmherzigen Brüder die Zusammenarbeit über die Krankenhaus-Grenzen
hinweg zu Gunsten der Patienten weiter verbessern. Dazu ist ein
funktionierender Datenfluss notwendig. "Im Mittelpunkt unserer
Initiativen für die Ordens-ELGA stehen ausschließlich die Vorteile
für die Patienten", so Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz
Gruppe. "Mit der Ordens-ELGA fallen Doppeluntersuchungen und unnötige
Unannehmlichkeiten für die betroffenen Patienten weg. Wenn Ärzte
wichtige Informationen schneller zur Verfügung haben, kann die
Therapie des Patienten auch früher beginnen", erklärt Heinisch. Dazu
Adolf Inzinger, Gesamtleiter der Ordensprovinz der Barmherzigen
Brüder: "Für die Patienten ist das eine Verbesserung der
Betreuungsqualität. Für das Gesundheitswesen bringt der Wegfall
unnötiger Mehrfachuntersuchungen eine finanzielle Entlastung."

Bis jetzt wurden neun Spitäler vernetzt: die Krankenhäuser der
Barmherzigen Brüder in Wien und Linz sowie die sieben Spitäler der
Vinzenz Gruppe - die Krankenhäuser der Barmherzigen Schwestern in
Wien, Linz und Ried und die Wiener Krankenhäuser Göttlicher Heiland,
St. Josef, Herz-Jesu sowie das Orthopädische Spital Speising. "Bis
Jahresende werden noch vier weitere Häuser der Barmherzigen Brüder
dazukommen. Durch unsere Erfahrungen mit derzeit neun Spitälern in
fünf Bundesländern haben wir ein großes Know-how gesammelt und sind
bereit, wesentlich zur weiteren Entwicklung von ELGA beizutragen", so
Adolf Inzinger. Durch den Echtbetrieb von eGOR werden künftig rund
254.000 stationäre und 562.000 ambulante Patienten der 13 beteiligten
Krankenhäuser pro Jahr vom optimierten Informationsfluss profitieren:
Das entspricht in etwa zehn Prozent aller in Österreich behandelten
stationären Patienten und sieben Prozent der ambulanten Patienten.

"Wir haben das Projekt mit jenen Abteilungen gestartet, in denen
es einen besonders hohen medizinischen Abstimmungsbedarf gibt, wie
etwa bei der Akutgeriatrie", so Inzinger zum Ausbau des Systems. Bis
Ende 2012 werden alle Abteilungen der Krankenhäuser die Ordens-ELGA
im Vollbetrieb nutzen.

Um hohe Datensicherheit zu garantieren, haben die beiden
Krankenhausträger in Abstimmung mit der Österreichischen
Datenschutzkommission ein strenges Berechtigungssystem entwickelt.
Jeder Arzt, der Daten abfragen will, muss sich zuerst identifizieren
und vom Patienten eine schriftliche Einverständniserklärung bekommen.
Ab dem Tag der Einverständniserklärung kann der Arzt 28 Tage lang auf
die freigegebenen Daten zugreifen. Jede Abfrage wird protokolliert
und ist nachvollziehbar. Die Patienten haben die Möglichkeit, den
Zugriff auf die Daten einzuschränken.

Inzinger und Heinisch hoffen auf eine rasche Verabschiedung des
ELGA-Gesetzes. Heinisch: "Das ELGA-Gesetz ist von großer Bedeutung
für die Umsetzung unseres Systems. Derzeit werden alle rechtlichen
Rahmenbedingungen mit Verträgen geregelt, die gemeinsam mit der
Österreichischen Datenschutzkommission erarbeitet wurden. Mit dem
ELGA-Gesetz gäbe es endlich eine gesetzliche Grundlage, die den
Betrieb erleichtert."

Bildmaterial finden Sie unter www.vinzenzgruppe.at/presse

Rückfragehinweis:

Annemarie Kramser
   Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH, Wien
   Leitung Kommunikation
   Gumpendorfer Straße 108, 1060 Wien
   Mobil: +43 (0)664 412 50 39
   E-Mail: [email protected]
   www.vinzenzgruppe.at  
   
   Mag. Bernhard Zahrl
   Provinzialat der Barmherzigen Brüder
   Öffentlichkeitsarbeit
   Taborstraße 16, 1020 Wien
   Tel.: +43 (0)1 211 21-1102 
   E-Mail: [email protected]
   www.barmherzige-brueder.at

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