Wiener Künstler Ernst Degasperi verstorben

Der international renommierte Grafiker und Maler widmete sich vor allem dem Brückenschlag zwischen den abrahamitischen Religionen und der Versöhung nach den Schrecken des Holocaust

Wien, 19.07.11 (KAP) Der Wiener Grafiker und Maler Ernst Degasperi ist im 85. Lebensjahr verstorben. Wie "Kathpress" am Dienstag erfuhr, starb der international hoch renommierte Künstler am vergangenen Sonntag, 17. Juli, an den Nachwirkungen eines bereits vor längerem erlittenen Sturzes. Degasperi, der aus Südtirol stammte, verstand sich seit einem Berufungserlebnis 1963 in der israelischen Wüste als "Künstler mit religiösem Anliegen", dem es um den Brückenschlag zwischen den abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam ging. Das Begräbnis Degasperis findet am 29. Juli um 12 Uhr auf dem Wiener Zentralfriedhof in der Karl-Borromäus-Kirche ("Lueger-Kirche") statt.

Werke Degasperis befinden sich heute unter anderem im Besitz der Vatikanischen Museen, der Graphischen Sammlung Albertina in Wien, des Israel Museum in Jerusalem, der Jagiellonischen Universitätsbibliothek in Krakau, des Museums für Religionsgeschichte in Lwiw (Lemberg) und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst in Wien. Sammlungen befinden sich außerdem in mehreren Kathedralen und Kirchen.

Degasperi wurde am 7. Mai 1927 in Meran geboren. 1942 kam er nach Wien und machte zunächst eine Ausbildung zum Feinmechaniker. 1944 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Später studierte er an der Akademie für Angewandte Kunst. Seit 1952 war er selbstständig als Diplomgrafiker tätig.

Seit 1963 schuf Degasperi mehr als 30 Zyklen mit annähernd 600 Bildern, darunter Apokalypse (1963), Genesis (1968), Sonnengesang des heiligen Franziskus (1970), Friedensnamen Allahs (1981), Ölkrieg (1991), Licht in der Welt des Franz Jägerstätter (1991) und Stalingrad Psalm (1992). Seine Werke schmücken zahlreiche Kirchen und Kapellen in Österreich und im Ausland. Eines seiner letzten Werke war dem am 30. Mai 1940 im KZ Buchenwald hingerichteten Tiroler Priester und NS-Märtyrer Otto Neururer gewidmet, der 1996 von Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) jop/pwu/hkl/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0001