• 19.07.2011, 09:46:47
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"Sie kamen und blieben - Heimat Niederösterreich"

"Österreich-Bild am Sonntag", 24. Juli um 18.25 Uhr in ORF 2

St. Pölten (OTS) -
Im Mittelpunkt dieses "Österreich-Bild am Sonntag" aus dem
ORF-Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Reinhard Linke,
Kamera: Ossi Denkmayr) am Sonntag, 24. Juli um 18.25 Uhr in ORF 2
stehen Menschen, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten aus dem Gebiet
der ehemaligen Tschechoslowakei nach Österreich gekommen sind - und
für die das Bundesland Niederösterreich zu einer neuen, zweiten
Heimat wurde.

Denn Österreich entwickelte sich nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges nicht nur zu einem der bedeutendsten Transitländer für
etwa 650.000 Menschen, vor allem aus Osteuropa - sondern wurde als
Folge politischer Krisen im kommunistischen Osteuropa und aufgrund
seiner geografischen Lage dreimal auch zu einem bedeutenden Zielland
für politische Flüchtlinge:

1956/57 kamen nach der Niederschlagung des ungarischen
Volksaufstandes mehr als 180.000 ungarische Flüchtlinge ins Land,
nach der gewaltsamen Beendigung des "Prager Frühlings" im Sommer 1968
flohen etwa 162.000 Tschechen und Slowaken - meist vorübergehend -
nach Österreich. Und nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen
und der Unterdrückung der Solidarnosc-Bewegung in den Jahren 1981 und
1982 kamen mehr als 120.000 Polen nach Österreich.

Das "Österreich-Bild am Sonntag" porträtiert nun einige Menschen,
die sich als Folge des Zweiten Weltkrieges, nach dem Ende des "Prager
Frühlings", aber auch nach dem EU-Beitritt der Nachbarstaaten in
Niederösterreich niedergelassen haben:

*Der frühere Landeshauptmann von Niederösterreich, Siegfried
Ludwig, wurde 1926 in Südmähren und maturierte 1944 in Znaim, ehe er
in den Zweiten Weltkrieg musste und in sowjetische Gefangenschaft
geriet. Nach seiner Entlassung 1946 konnte er nicht mehr in seine
alte Heimat zurück. Er ging nach Österreich, studierte Jus und wurde
Beamter beim Land Niederösterreich. Seine politische Tätigkeit begann
er als Personalvertreter, er wurde in der Folge Landtagsabgeordneter,
später Mitglied der Landesregierung und war schließlich von 1981 bis
1992 Landeshauptmann.

Mit seinem Namen eng verbunden sind die Gründung der
Landeshauptstadt St. Pölten, die Donau-Universität und das
Donaufestival; Ludwig war schließlich einer jener Politiker, die im
Dezember 1989 den Eisernen Vorhang zur CSSR durchschneiden konnten.
Heute lebt der Vater von drei Töchtern und Großvater von drei
Enkelinnen mit seiner Frau in Perchtoldsdorf, wo er von 1975 bis 1981
Bürgermeister war.

*Das Künstlerehepaar Irena und Milan Racek lebt seit 1977 in
Sitzendorf an der Schmida im Weinviertel. Die beiden verließen 1968
die Tschechoslowakei, Milan wurde in Abwesenheit wegen "subversiver
Tätigkeit" zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Der ausgebildete
Museumsexperte war ab 1969 Mitarbeiter des Niederösterreichischen
Landesmuseums und leitete von 2001 bis zu seiner Pensionierung 2007
die "Ausstellungsbrücke" - eine Galerie für zeitgenössische Kunst -
in St. Pölten. Milan Racek ist P.E.N.-Mitglied und hat zahlreiche
Bücher geschrieben, auch über seine Beziehungen zu seinem ehemaligen
Heimatland. Seine Ehefrau Irena ist Malerin, sie hat zahlreiche
Bücher, v.a. Kinderbücher illustriert und beschäftigt sich
insbesondere mit Naturfarben, Lehm und archaischen Themen.

*Katarina und Juraj Lovas wohnen seit einem Jahr in Wolfsthal bei
Hainburg. Das junge Ehepaar mit seinen zwei kleinen Kindern hat sich
für einen Wohnsitzwechsel von Bratislava nach Niederösterreich
entschieden, weil die "Lebensqualität in Österreich eindeutig besser
ist", wie Juraj betont. Der junge IT-Experte fährt nur neun Minuten
mit dem Auto in sein Büro in die slowakische Arbeit. Die Familie
fühlt sich nach eigenen Worten sehr wohl in Österreich und hat sich,
wie Gerhard Schödinger, der Bürgermeister von Wolfsthal, sagt, sehr
gut in die Gemeinde integriert. Insgesamt stammen bereits zehn
Prozent der Wolfsthaler Bevölkerung aus der slowakischen Hauptstadt,
und "die Impulse, die von ihnen in das Gemeindeleben kommen, sind
toll".

Rückfragehinweis:
ORF Landesstudio Niederösterreich
Mag. Michael Koch
Tel.: 02742/2210 23754
mailto:[email protected]

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