"Sie kamen und blieben - Heimat Niederösterreich"

"Österreich-Bild am Sonntag", 24. Juli um 18.25 Uhr in ORF 2

St. Pölten (OTS) - Im Mittelpunkt dieses "Österreich-Bild am Sonntag" aus dem ORF-Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Reinhard Linke, Kamera: Ossi Denkmayr) am Sonntag, 24. Juli um 18.25 Uhr in ORF 2 stehen Menschen, die zu ganz unterschiedlichen Zeiten aus dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei nach Österreich gekommen sind - und für die das Bundesland Niederösterreich zu einer neuen, zweiten Heimat wurde.

Denn Österreich entwickelte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht nur zu einem der bedeutendsten Transitländer für etwa 650.000 Menschen, vor allem aus Osteuropa - sondern wurde als Folge politischer Krisen im kommunistischen Osteuropa und aufgrund seiner geografischen Lage dreimal auch zu einem bedeutenden Zielland für politische Flüchtlinge:

1956/57 kamen nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes mehr als 180.000 ungarische Flüchtlinge ins Land, nach der gewaltsamen Beendigung des "Prager Frühlings" im Sommer 1968 flohen etwa 162.000 Tschechen und Slowaken - meist vorübergehend -nach Österreich. Und nach der Verhängung des Kriegsrechts in Polen und der Unterdrückung der Solidarnosc-Bewegung in den Jahren 1981 und 1982 kamen mehr als 120.000 Polen nach Österreich.

Das "Österreich-Bild am Sonntag" porträtiert nun einige Menschen, die sich als Folge des Zweiten Weltkrieges, nach dem Ende des "Prager Frühlings", aber auch nach dem EU-Beitritt der Nachbarstaaten in Niederösterreich niedergelassen haben:

*Der frühere Landeshauptmann von Niederösterreich, Siegfried Ludwig, wurde 1926 in Südmähren und maturierte 1944 in Znaim, ehe er in den Zweiten Weltkrieg musste und in sowjetische Gefangenschaft geriet. Nach seiner Entlassung 1946 konnte er nicht mehr in seine alte Heimat zurück. Er ging nach Österreich, studierte Jus und wurde Beamter beim Land Niederösterreich. Seine politische Tätigkeit begann er als Personalvertreter, er wurde in der Folge Landtagsabgeordneter, später Mitglied der Landesregierung und war schließlich von 1981 bis 1992 Landeshauptmann.

Mit seinem Namen eng verbunden sind die Gründung der Landeshauptstadt St. Pölten, die Donau-Universität und das Donaufestival; Ludwig war schließlich einer jener Politiker, die im Dezember 1989 den Eisernen Vorhang zur CSSR durchschneiden konnten. Heute lebt der Vater von drei Töchtern und Großvater von drei Enkelinnen mit seiner Frau in Perchtoldsdorf, wo er von 1975 bis 1981 Bürgermeister war.

*Das Künstlerehepaar Irena und Milan Racek lebt seit 1977 in Sitzendorf an der Schmida im Weinviertel. Die beiden verließen 1968 die Tschechoslowakei, Milan wurde in Abwesenheit wegen "subversiver Tätigkeit" zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Der ausgebildete Museumsexperte war ab 1969 Mitarbeiter des Niederösterreichischen Landesmuseums und leitete von 2001 bis zu seiner Pensionierung 2007 die "Ausstellungsbrücke" - eine Galerie für zeitgenössische Kunst -in St. Pölten. Milan Racek ist P.E.N.-Mitglied und hat zahlreiche Bücher geschrieben, auch über seine Beziehungen zu seinem ehemaligen Heimatland. Seine Ehefrau Irena ist Malerin, sie hat zahlreiche Bücher, v.a. Kinderbücher illustriert und beschäftigt sich insbesondere mit Naturfarben, Lehm und archaischen Themen.

*Katarina und Juraj Lovas wohnen seit einem Jahr in Wolfsthal bei Hainburg. Das junge Ehepaar mit seinen zwei kleinen Kindern hat sich für einen Wohnsitzwechsel von Bratislava nach Niederösterreich entschieden, weil die "Lebensqualität in Österreich eindeutig besser ist", wie Juraj betont. Der junge IT-Experte fährt nur neun Minuten mit dem Auto in sein Büro in die slowakische Arbeit. Die Familie fühlt sich nach eigenen Worten sehr wohl in Österreich und hat sich, wie Gerhard Schödinger, der Bürgermeister von Wolfsthal, sagt, sehr gut in die Gemeinde integriert. Insgesamt stammen bereits zehn Prozent der Wolfsthaler Bevölkerung aus der slowakischen Hauptstadt, und "die Impulse, die von ihnen in das Gemeindeleben kommen, sind toll".

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