• 17.07.2011, 15:11:16
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Landau: In Ostafrika "schlimmste Dürrekatastrophe seit 60 Jahren"

Wiens Caritas-Chef in "Kathpress"-Gespräch: "Mir war wichtig, dass Kardinal Schönborn gleich zu Beginn des Requiems für Otto von Habsburg auf diese Katastrophe biblischen Ausmaßes hingewiesen hat"

Wien, 17.07.11 (KAP) Wiens Caritas-Direktor Michael Landau, der in
Kürze selbst nach Afrika fahren wird, hat die Situation in Somalia,
Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda als "schlimmste
Dürrekatastrophe in Ostafrika seit 60 Jahren" bezeichnet: "Die Lage
spitzt sich weiter zu", so Landau am Sonntag "Kathpress" gegenüber.

Wegen einer seit zwei Jahren anhaltenden Dürre seien mehrere Ernten
ausgefallen. Steigende Lebensmittelpreise und Unterernährung seien
die Folge. Noch verschärft würden diese Probleme durch den
Bürgerkrieg in Somalia, sagte der Caritas-Direktor.

Ihm sei wichtig gewesen - so Landau -, dass Kardinal Christoph
Schönborn am Samstag gleich zu Beginn des von vielen Hunderttausend
TV-Zusehern verfolgten Requiems für Otto von Habsburg auf die
aktuelle "Katastrophe biblischen Ausmaßes" hingewiesen habe und zu
Solidarität mit den Menschen der Krisenregion appelliert habe: "Die
Vereinten Nationen warnen vor einer weiteren Verschärfung der
humanitären Lage, da der nächste Regen frühestens im Oktober fällt
und erst im kommenden Jahr wieder eine Ernte zu erwarten ist. Die
nächsten sechs Monate werden sehr hart."

Der Caritas-Direktor verwies auf UN-Angaben, wonach allein im Juni
rund 54.000 Menschen vor Dürre und Gewalt aus dem Somalia geflohen
seien: "Täglich treffen Hunderte weitere Somalier im Norden Kenias
ein. Mehr als elf Millionen Menschen sind in Ostafrika auf
Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Von den dafür benötigten 1,1
Milliarden Euro haben die Vereinten Nationen bislang erst die Hälfte
erhalten."

UN-Sonderbotschafter Jean Ziegler habe in einem Radiointerview
berichtet, dass in der "Dritten Welt" alle fünf Sekunden ein Kind
unter 10 Jahren an den Folgen von Hunger stirbt. "Er geht sogar so
weit und sagt: Ein Kind, dass heute verhungert, wird ermordet.
Verschließen wir nicht unsere Augen", appellierte Landau: "Die
aktuelle Katastrophe in Afrika wird hierzulande noch weitgehend
ignoriert - auch von einzelnen Medien. Was soll noch passieren, dass
alle österreichischen Medien endlich ihre Scheinwerfer auf Afrika
lenken? Nach den Katastrophen der letzten Jahre in Haiti, Pakistan
oder heuer in Japan dürfen wir jetzt nicht auf die Millionen
Menschen vergessen, denen der Hungertod droht. Mir kommt vor, als
hielten wir uns die Ohren zu, um die Hilfeschreie der Menschen nicht
zu hören."

"Jede einzelne Spende zählt und kann Leben retten", erinnerte der
Wiener Caritas-Chef.

In einem ersten Schritt hat die österreichische Caritas am
Wochenende zwei Katastrophenhelfer nach Äthiopien geschickt und
100.000 Euro für die Nothilfe zur Verfügung gestellt. Mit 35 Euro
"kann jeder und jede einer Familie mit Lebensmitteln für einen Monat
das Überleben sichern".

Caritas Spendenkonto: P.S.K. 7.700.004, BLZ 60.000, Kennworte:
"Hungerhilfe" oder "Augustsammlung". Online Spenden:
www.caritas.at/spenden

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) fam/

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