• 15.07.2011, 09:22:55
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ÖAMTC: 35 Jahre Gurtpflicht - nach wie vor mehr als ein Drittel der tödlich Verunfallten nicht angeschnallt

Im ersten Halbjahr 2011 bisher 24 tödlich verunglückte Pkw-Insassen nicht angegurtet

Wien (OTS) - Am 15. Juli 1976 erfolgte mit der Einführung der
Gurtpflicht ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
in Österreich. Strafen gab es damals noch nicht. "Im Ernstfall kam es
höchstens zu zivilrechtlichen Folgen, beispielsweise wurde das
Schmerzensgeld nach Verkehrsunfällen gekürzt", erklärt
ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer. Ein signifikanter Rückgang der
Unfallzahlen mit Todesopfern wurde ab 1. Juli 1984 sichtbar. Ab
diesem Zeitpunkt ist Nichtangurten mit einer Organstrafverfügung
geahndet worden. Zum Vergleich: Die Mindeststrafe betrug damals 100
Schilling (7 Euro), bei Verweigerung der Zahlung wurde eine
Höchststrafe von 300 Schilling (22 Euro) verhängt. Heute liegt die
Organmandatsststrafe bei 35 Euro, die Höchststrafe bei Verweigerung
bei 72 Euro.

Nach wie vor gehen zu viele ein großes Risiko ein und verzichten
auf das Anlegen des Sicherheitsgurtes. Im ersten Halbjahr 2011 (bis
10.7.2011) sind bisher 24 Pkw-Insassen nicht angegurtet tödlich
verunglückt - alleine in der vergangenen Woche (4. bis 10. Juli)
waren es vier Opfer. "Das wäre trotzdem noch eine bessere Entwicklung
als im Vorjahr, aber die Monate mit starkem Verkehrsaufkommen liegen
noch vor uns", sagt ÖAMTC-Verkehrstechniker Markus Schneider. 2010
verunglückten insgesamt 292 Pkw-Insassen tödlich, davon waren mehr
als ein Drittel, nämlich 111, nicht angeschnallt (bis 10.7.2010
waren es 61 Pkw-Insassen). Laut Statistik haben Männer zwischen 30
und 55 Jahren das geringste Gefahrenbewusstsein im Hinblick auf den
Sicherheitsgurt. Unter ihnen ist der Anteil der nicht angegurtet
Getöteten besonders hoch.

Bevor Verstöße gegen die Gurtpflicht sanktioniert wurden, starben
im österreichischen Straßenverkehr jedes Jahr mehr als 1.900
Menschen. "Mit 1985 sank diese Zahl sprunghaft auf 1.524 Opfer", weiß
der ÖAMTC-Experte. Seitdem zeigen die Statistiken einen
kontinuierlichen Rückgang - trotz steigender Pkw-Zulassungen. "1984
waren rund 2,5 Millionen Pkw in Österreich zugelassen. Ende 2011
werden es nach ÖAMTC-Schätzungen mehr als 4,5 Millionen sein",
erklärt Schneider.

Moderne Sicherheitssysteme ohne Gurt so gut wie wertlos

Den Sicherheitsgurt an sich gibt es mittlerweile seit rund 50
Jahren. Auf dem Sektor der Fahrzeugsicherheit hat sich seitdem
einiges getan. Neue aktive und passive Sicherheitssysteme wie Airbags
und Fahrerassistenzsysteme wurden eingeführt. "Dennoch ist der Gurt
keineswegs veraltet. Moderne Autos geben aufgrund ihrer Technik
vielen Fahrern ein trügerisches Gefühl der Unverwundbarkeit.
ÖAMTC-Crashtests haben jedoch längst bewiesen, dass die
Sicherheitseinrichtungen erst im Zusammenspiel mit dem angelegten
Gurt bestmöglichen Schutz bieten", gibt der ÖAMTC-Verkehrstechniker
zu bedenken.

Dass weiterhin Aufklärungsbedarf in Sachen Sicherheitsgurt
besteht, zeigen auch die Zahlen des Innenministeriums.
"Österreichweit wurden 2010 bei Polizeikontrollen rund 136.200
Übertretungen der Gurtpflicht festgestellt. Das ist zwar ein Rückgang
um 6,1 Prozent, dennoch ist die Zahl beunruhigend", appelliert der
ÖAMTC-Experte abschließend an das Verantwortungsbewusstsein der
Autofahrer.

Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at

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