• 13.07.2011, 11:21:21
  • /
  • OTS0089 OTW0089

Erzabt von Pannonhalma würdigt Habsburgs Verdienste um Ungarn

Erzabt Varszegi im "Kathpress"-Gespräch: Habsburg hatte keine Bitterkeit wegen Thronverlust, sondern setzte sich als Politiker für Ungarn ein

Mariazell-Budapest, 13.07.11 (KAP) Die großen Verdienste Otto von
Habsburgs für Ungarn und die enge Verbundenheit des Verstorbenen mit
dem ungarischen Volk hat der Erzabt der Benediktinerabtei
Pannonhalma, Asztrik Varszegi, betont. Am Rande der
Trauerfeierlichkeiten für Otto und Regina von Habsburg in Mariazell
wies Varszegi im "Kathpress"-Gespräch auch auf die engen Beziehungen
Habsburgs mit Pannonhalma hin, wo am kommenden Sonntag auch sein
Herz bestattet wird. Habsburg habe keinerlei Probleme mit dem
Thronverlust gehabt, sondern sich als Politiker für Ungarn
eingesetzt.

Es sei stets beeindruckend gewesen, mit welcher inneren Freiheit
Habsburg mit seiner Familiengeschichte umgegangen war, so Varszegi,
wobei er einräumte, dass Habsburg wohl eine "innere Entwicklung"
durchgemacht habe. Von jenem Otto von Habsburg, den er über 20 Jahre
persönlich kennen durfte, könne er jedenfalls sagen: "Da war keine
Bitterkeit oder Nostalgie. Die Welt hat sich verändert, und darauf
gilt es sich einzustellen. Das war Otto von Habsburgs Devise."

Als Politiker habe Habsburg das Gespräch mit allen gesucht, auch mit
den ehemaligen Kommunisten in Ungarn. Als Abgeordneter im
Europäischen Parlament habe sich Habsburg stets auch für die
Interessen Ungarns eingesetzt und dabei sogar in seinen Reden die
ungarische Sprache verwendet, so Varszegi. Als überzeugter Europäer
habe er sich natürlich auch für den EU-Beitritt Ungarns verwendet.
Habsburg, der auch die ungarische Staatsbürgerschaft besaß, habe den
Ungarn ein Beispiel geben wollen, ihren kultureigenen Pessimismus
abzulegen und mit Mut und Selbstbewusstsein in die Zukunft zu gehen.

Varszegi erinnerte im "Kathpress"-Gespräch daran, dass die innige
Verbundenheit Habsburgs mit Ungarn keine Selbstverständlichkeit
gewesen sei. Österreich und Ungarn könnten zwar auf eine lange
gemeinsame Geschichte zurückblicken, das Haus Habsburg sei aber
während der vier Jahrhunderte, in denen die Habsburger ungarische
Könige waren, in Ungarn lange Zeit nicht beliebt gewesen. Und in der
Zeit des Kommunismus hätten die Ungarn nur mehr ein negatives Bild
der Habsburger vermittelt bekommen.

Doch Otto, dessen Dynastie aufgrund des Budapester
"Dethronisationsgesetzes" von 6. November 1921 für endgültig
abgesetzt erklärt worden war, habe es nach der politischen Wende
allein durch seine Persönlichkeit geschafft, die Ungarn für sich zu
gewinnen. Er sei eine charismatische Persönlichkeit gewesen, so
Varszegi.

Verbundenheit mit Pannonhalma

Der Erzabt erläuterte im "Kathpress"-Gespräch auch die enge
Verbundenheit des Verstorbenen mit Pannonhalma. Nachdem Kaiserin
Zita nach dem Tod ihres Mannes Karl ab Juni 1922 mit ihren sieben
Kindern im Exil in Lequeitio im Baskenland lebte, kamen ungarische
Benediktiner nach Spanien, um Otto und seine Geschwister in
ungarischer Kultur und Sprache zu unterrichten.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gpu/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel