• 13.07.2011, 11:10:24
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Martin Walser: Kritik an Elfriede Jelinek

Wien (OTS) - Martin Walser, dessen Roman "Muttersohn" soeben
erschienen ist, wendet sich in einem Interview für die morgen
erscheinende NEWS-Ausgabe gegen den "Aktualisierungszwang", der seine
Kollegin Elfriede Jelinek treibe. "Das ist mir eher fremd, weil ich
dieses Bedürfnis des Aktualisierungszwanges nicht erlebe. Ich muss
mich selber nicht aktualisieren", sagt der letzte Klassiker der
deutschsprachigen Literatur über die Nobelpreisträgerin. "Ich habe
das Gefühl, dass Jelinek immer die vordersten News abtastet und
-daraus ein Stück macht. Das findet -jenseits meiner
Sprachmöglichkeit statt."

Kritik übt der 84-jährige Walser an den deutschsprachigen Bühnen,
die sich diesen Zwang hätten oktroyieren lassen: "Viel interessanter
als die Jelinek selbst ist die Reaktion der Theater, die so
bewusstlos oder geängstigt oder panisch sind, dass sie dem
Aktualisierungszwang hemmungslos nachrennen. Ich habe einige Szenen
im Fernsehen gesehen: Da ging es um die Wirtschaftskrise, und die
Schauspieler haben hemmungslos Geldbündel in die Luft geworfen und
sich
-verrückt aufgeführt. Ich habe gar nicht begriffen, dass Schauspieler
so etwas machen wollen."

Rückfragehinweis:
Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

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