Habsburg-Trauerfeiern: Vorbereitungen auf Hochtouren

Neue Details zu den Requien in Mariazell am Mittwoch und im Stephansdom am Samstag sowie zur Beisetzung in der Kapuzinergruft

Wien, 08.07.11 (KAP) Programm und Inhalt der Trauerfeierlichkeiten für Otto von Habsburg in Österreich nehmen immer mehr Gestalt an. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bei einer Pressekonferenz in Wien am Freitag wurden weitere Details bekannt gegeben. Wichtige Stationen der Trauerfeierlichkeiten sind der Marienwallfahrtsort Mariazell, der Stephansdom und die Kapuzinerkirche sowie die Kaisergruft in Wien.

Mitteleuropäisches Gedenken in Mariazell

Die Trauerfeierlichkeiten für Otto von Habsburg am 12. und 13. Juli in Mariazell machen den großen europäischen Horizont deutlich, für den der am 4. Juli Verstorbene stand. Die Särge von Otto von Habsburg und seiner Frau Regina werden am Dienstag, 12. Juli, gegen 17 Uhr am Platz vor der Mariazeller Basilika von Erzabt Asztrik Varszegi von Pannonhalma und weiteren Äbten in Empfang genommen und dann in die Basilika geleitet. "Wir empfangen die beiden Verstorbenen als Pilger auf ihrem Weg zu Gott hin", erläuterte P. Karl Schauer, Superior von Mariazell.

In der Kirche werden die Särge dann vor dem Hochaltar aufgestellt. Es folgen ein Rosenkranzgebet und die Totenwache, die bis Mitternacht dauern wird.

Am Mittwoch, 13. Juli, wird die Totenwache ab 7 Uhr fortgesetzt. Die Gläubigen können am Vormittag persönlich Abschied von Otto von Habsburg nehmen und sich in die Kondolenzbücher eintragen, die in der Basilika aufliegen. Um 14 Uhr beginnt das feierliche Requiem, dem der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari vorstehen wird. Kardinal Christoph Schönborn wird als persönlicher Vertreter von Papst Benedikt XVI. teilnehmen. Auch der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Stephan Peter Zurbriggen, wird anwesend sein.

Nach dem Requiem in Mariazell am Mittwochnachmittag, 13. Juli, werden die Särge von Otto und Regina von Habsburg nach Wien gebracht, wo sie am Mittwochabend gegen 20 Uhr in der Kapuzinerkirche eintreffen sollen. Am Donnerstag und Freitag werden die beiden in der Kaiserkapelle der Wiener Kapuzinerkirche aufgebahrt, wo ihnen Besucher die letzte Ehre erweisen, Totenwache halten und sich in Kondolenzbücher eintragen können, wie P. Gottfried Undesser, Kustos der Kapuzinerkirche und der Kaisergruft, erläuterte.

Reqiuem im Stephansdom

In der Nacht von Freitag auf Samstag wird der Sarg von Otto von Habsburg dann von der Kapuzinerkirche in den Stephansdom überführt, wo er vorerst in der Prinz Eugen Kapelle aufgebahrt wird. Im Stephansdom findet am Samstagfrüh noch die reguläre Morgenmesse statt, bevor der Dom ab 9 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt wird. Einlass zum Requiem für die geladenen Trauergäste ist ab 13 Uhr. Im hinteren Bereich des Doms sind einige Stehplätze für andere Gottesdienstbesucher vorgesehen.

Das Requiem am Samstag, 16. Juli, beginnt um 15 Uhr. Hauptzelebrant ist der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der beim Trauergottesdienst auch offiziell Papst Benedikt XVI. vertritt. Wie viele Bischöfe und Priester am Requiem teilnehmen, sei derzeit noch nicht klar, sagte Christian Herrlich von der Wiener Dompfarre bei der Pressekonferenz. Klar sei aber, dass Paolo Habsburg, der derzeit einzige Priester aus der früheren Herrscherfamilie, zu den Konzelebranten von Kardinal Schönborn gehören wird.

Trauergäste aus In- und Ausland

Von politischer Seite hätten bislang Bundespräsident Heinz Fischer, die Landeshauptleute Erwin Pröll und Michael Häupl sowie der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, zugesagt. Noch lasse sich nicht abschätzen, wie viele und welche Vertreter aus Politik und Adel tatsächlich an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen werden, so Rainhard Kloucek vom Organisationskomitee. Benachrichtigt wurden sämtliche europäische Königshäuser und darüber hinaus sowie die Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten zahlreicher europäischer Länder, sagte Kloucek.

Das Requiem und der darauffolgende Trauerzug wird auf drei Großleinwänden übertragen: auf dem Stephansplatz, auf dem Heldenplatz und auf dem Neuen Markt. Auf dem Neuen Markt werden schon an den beiden Tagen der Aufbahrung in der Kapuzinerkirche Bilder aus dem Leben des Verstorbenen gezeigt.

Kondukt durch die Innenstadt

Nach dem Requiem wird der Sarg Otto von Habsburgs in einem offenen Wagen knapp nach 17 Uhr in einem Trauerzug zur Kaisergruft unter der Kapuzinerkirche gebracht. Musik, Fahnen- und Schützenabordnungen und kirchliche Vertreter führen den Kondukt an, der eine Länge von mehr als tausend Metern aufweisen wird, wie Norbert Fürstenhofer vom Organisationskomitee bekanntgab. Hinter dem Sargwagen folgen die engsten Angehörigen aus dem Haus Habsburg, danach die höchsten politischen Repräsentanten und die Oberhäupter anderer adeliger Familien sowie Vertreter mehrerer Ritterorden.

Der Weg führt über den Graben und Kohlmarkt auf den Michaelerplatz, von dort durch die Hofburg auf den Heldenplatz. Durch das Heldentor geht es dann auf die Ringstraße in Richtung Staatsoper. Über Operngasse und Albertinaplatz bewegt sich der Kondukt dann zur Kapuzinergruft auf dem Neuen Markt.

Es werde ein "Begräbnis mit militärischen Ehren sein", sagte Brigadier i.R. Fürstenhofer, weswegen das Österreichische Bundesheer wird mit Ehrenkompanie und Fahnentrupp der Garde sowie in Form von Ehrenwache und Ehrenspalier präsent sein wird.

Historischer Anklopfritus

An der Kapuzinergruft wird der traditionelle Anklopfzeremonie für den Einlass vollzogen, wobei allerdings der genaue Text noch nicht feststeht, wie Kloucek sagte. Die lange Liste der Titel, wie sie noch beim Begräbnis von Kaiserin Zita 1989 Verwendung fanden, würden auf Otto von Habsburg nicht mehr zutreffen, präzisierte P. Undesser.

Der Ritus sieht vor, dass dreimal an die Pforte geklopft wird. Erst nach dem dritten Mal, wenn auf die Frage "Wer ist da?" mit den Worten "ein armer Sünder" geantwortet wird, wird der Kapuzinerpater Gottfried Undesser die Pforte zur Gruft öffnen. An der Trauerfeier in der Kapuzinerkirche und in der Gruft werde aus Platzgründen nur die Familie teilnehmen könne, so Undesser.

Otto und Regina Habsburg finden ihre letzte Ruhestätte in der Gruftkapelle links und rechts eines Altars ganz in der Nähe von Kaiserin Zita.

Die Urne mit dem Herzen Otto von Habsburgs wird nach einem weiteren Requiem in Budapest am Sonntag, 17. Juli, in der ungarischen Benediktinerabtei Pannonhalma im engsten Familienkreis beigesetzt.

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