• 08.07.2011, 13:29:23
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Habsburg-Trauerfeiern: Vorbereitungen auf Hochtouren

Neue Details zu den Requien in Mariazell am Mittwoch und im Stephansdom am Samstag sowie zur Beisetzung in der Kapuzinergruft

Wien, 08.07.11 (KAP) Programm und Inhalt der Trauerfeierlichkeiten
für Otto von Habsburg in Österreich nehmen immer mehr Gestalt an.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bei einer Pressekonferenz
in Wien am Freitag wurden weitere Details bekannt gegeben. Wichtige
Stationen der Trauerfeierlichkeiten sind der Marienwallfahrtsort
Mariazell, der Stephansdom und die Kapuzinerkirche sowie die
Kaisergruft in Wien.

Mitteleuropäisches Gedenken in Mariazell

Die Trauerfeierlichkeiten für Otto von Habsburg am 12. und 13. Juli
in Mariazell machen den großen europäischen Horizont deutlich, für
den der am 4. Juli Verstorbene stand. Die Särge von Otto von
Habsburg und seiner Frau Regina werden am Dienstag, 12. Juli, gegen
17 Uhr am Platz vor der Mariazeller Basilika von Erzabt Asztrik
Varszegi von Pannonhalma und weiteren Äbten in Empfang genommen und
dann in die Basilika geleitet. "Wir empfangen die beiden
Verstorbenen als Pilger auf ihrem Weg zu Gott hin", erläuterte P.
Karl Schauer, Superior von Mariazell.

In der Kirche werden die Särge dann vor dem Hochaltar aufgestellt.
Es folgen ein Rosenkranzgebet und die Totenwache, die bis
Mitternacht dauern wird.

Am Mittwoch, 13. Juli, wird die Totenwache ab 7 Uhr fortgesetzt. Die
Gläubigen können am Vormittag persönlich Abschied von Otto von
Habsburg nehmen und sich in die Kondolenzbücher eintragen, die in
der Basilika aufliegen. Um 14 Uhr beginnt das feierliche Requiem,
dem der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari vorstehen wird.
Kardinal Christoph Schönborn wird als persönlicher Vertreter von
Papst Benedikt XVI. teilnehmen. Auch der Apostolische Nuntius in
Österreich, Erzbischof Stephan Peter Zurbriggen, wird anwesend sein.

Nach dem Requiem in Mariazell am Mittwochnachmittag, 13. Juli,
werden die Särge von Otto und Regina von Habsburg nach Wien
gebracht, wo sie am Mittwochabend gegen 20 Uhr in der
Kapuzinerkirche eintreffen sollen. Am Donnerstag und Freitag werden
die beiden in der Kaiserkapelle der Wiener Kapuzinerkirche
aufgebahrt, wo ihnen Besucher die letzte Ehre erweisen, Totenwache
halten und sich in Kondolenzbücher eintragen können, wie P.
Gottfried Undesser, Kustos der Kapuzinerkirche und der Kaisergruft,
erläuterte.

Reqiuem im Stephansdom

In der Nacht von Freitag auf Samstag wird der Sarg von Otto von
Habsburg dann von der Kapuzinerkirche in den Stephansdom überführt,
wo er vorerst in der Prinz Eugen Kapelle aufgebahrt wird. Im
Stephansdom findet am Samstagfrüh noch die reguläre Morgenmesse
statt, bevor der Dom ab 9 Uhr für die Öffentlichkeit gesperrt wird.
Einlass zum Requiem für die geladenen Trauergäste ist ab 13 Uhr. Im
hinteren Bereich des Doms sind einige Stehplätze für andere
Gottesdienstbesucher vorgesehen.

Das Requiem am Samstag, 16. Juli, beginnt um 15 Uhr. Hauptzelebrant
ist der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, der beim
Trauergottesdienst auch offiziell Papst Benedikt XVI. vertritt. Wie
viele Bischöfe und Priester am Requiem teilnehmen, sei derzeit noch
nicht klar, sagte Christian Herrlich von der Wiener Dompfarre bei
der Pressekonferenz. Klar sei aber, dass Paolo Habsburg, der derzeit
einzige Priester aus der früheren Herrscherfamilie, zu den
Konzelebranten von Kardinal Schönborn gehören wird.

Trauergäste aus In- und Ausland

Von politischer Seite hätten bislang Bundespräsident Heinz Fischer,
die Landeshauptleute Erwin Pröll und Michael Häupl sowie der
Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, zugesagt. Noch
lasse sich nicht abschätzen, wie viele und welche Vertreter aus
Politik und Adel tatsächlich an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen
werden, so Rainhard Kloucek vom Organisationskomitee. Benachrichtigt
wurden sämtliche europäische Königshäuser und darüber hinaus sowie
die Staatspräsidenten und Ministerpräsidenten zahlreicher
europäischer Länder, sagte Kloucek.

Das Requiem und der darauffolgende Trauerzug wird auf drei
Großleinwänden übertragen: auf dem Stephansplatz, auf dem
Heldenplatz und auf dem Neuen Markt. Auf dem Neuen Markt werden
schon an den beiden Tagen der Aufbahrung in der Kapuzinerkirche
Bilder aus dem Leben des Verstorbenen gezeigt.

Kondukt durch die Innenstadt

Nach dem Requiem wird der Sarg Otto von Habsburgs in einem offenen
Wagen knapp nach 17 Uhr in einem Trauerzug zur Kaisergruft unter der
Kapuzinerkirche gebracht. Musik, Fahnen- und Schützenabordnungen und
kirchliche Vertreter führen den Kondukt an, der eine Länge von mehr
als tausend Metern aufweisen wird, wie Norbert Fürstenhofer vom
Organisationskomitee bekanntgab. Hinter dem Sargwagen folgen die
engsten Angehörigen aus dem Haus Habsburg, danach die höchsten
politischen Repräsentanten und die Oberhäupter anderer adeliger
Familien sowie Vertreter mehrerer Ritterorden.

Der Weg führt über den Graben und Kohlmarkt auf den Michaelerplatz,
von dort durch die Hofburg auf den Heldenplatz. Durch das Heldentor
geht es dann auf die Ringstraße in Richtung Staatsoper. Über
Operngasse und Albertinaplatz bewegt sich der Kondukt dann zur
Kapuzinergruft auf dem Neuen Markt.

Es werde ein "Begräbnis mit militärischen Ehren sein", sagte
Brigadier i.R. Fürstenhofer, weswegen das Österreichische Bundesheer
wird mit Ehrenkompanie und Fahnentrupp der Garde sowie in Form von
Ehrenwache und Ehrenspalier präsent sein wird.

Historischer Anklopfritus

An der Kapuzinergruft wird der traditionelle Anklopfzeremonie für
den Einlass vollzogen, wobei allerdings der genaue Text noch nicht
feststeht, wie Kloucek sagte. Die lange Liste der Titel, wie sie
noch beim Begräbnis von Kaiserin Zita 1989 Verwendung fanden, würden
auf Otto von Habsburg nicht mehr zutreffen, präzisierte P. Undesser.

Der Ritus sieht vor, dass dreimal an die Pforte geklopft wird. Erst
nach dem dritten Mal, wenn auf die Frage "Wer ist da?" mit den
Worten "ein armer Sünder" geantwortet wird, wird der Kapuzinerpater
Gottfried Undesser die Pforte zur Gruft öffnen. An der Trauerfeier
in der Kapuzinerkirche und in der Gruft werde aus Platzgründen nur
die Familie teilnehmen könne, so Undesser.

Otto und Regina Habsburg finden ihre letzte Ruhestätte in der
Gruftkapelle links und rechts eines Altars ganz in der Nähe von
Kaiserin Zita.

Die Urne mit dem Herzen Otto von Habsburgs wird nach einem weiteren
Requiem in Budapest am Sonntag, 17. Juli, in der ungarischen
Benediktinerabtei Pannonhalma im engsten Familienkreis beigesetzt.

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gut/pwu/

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