• 08.07.2011, 11:48:39
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ORF-Vorwahlaktionismus gibt Anlass zu erhöhter Wachsamkeit

ORF-Redakteursrat: "Falsche Weichenstellungen müssen verhindert werden"

Wien (OTS) - In vier Wochen ist ORF-Wahl. Entsprechend verstärkt
wird unterschiedlichster Vorwahlaktionismus. Einschließlich diverser
Personalvorstellungen, wer welche Posten bekommen sollte, welche
Sendungen unbedingt anders werden oder zumindest unter anderer
Leitung stehen sollten, usw, usf. ORF-Redakteursratsvorsitzender
Fritz Wendl sagt dazu: "Vieles davon fällt zweifellos in die
Kategorien 'reine Erfindung', 'zur Verwirrung Lanciertes' und
'Eigeninserate'. Aber einschlägige Erfahrungen zeigen auch, dass
manche ORF-Gerüchte immer wieder durchaus auch Realität werden
können. Und daran, dass es in ORF-Wahlzeiten massiv gesteigerte
Parteienbegehrlichkeiten gibt, zweifelt ohnedies niemand. Also
besteht Anlass zu erhöhter Wachsamkeit, damit falsche
Weichenstellungen und unstatthafte Einflussnahmen verhindert werden."

Besonders zu achten ist für die ORF-Redakteursvertretung dabei
auch auf Aktivitäten von Stiftungsratsmitgliedern. Fritz Wendl: "Es
ist natürlich überaus problematisch, wenn Mitglieder des
Aufsichtsgremiums sich als aktive Wahlkampfteilnehmer gebärden, und
wenn sie sich auch noch selber für künftige ORF-Positionen ins Spiel
bringen (lassen), ist ganz besondere Achtsamkeit geboten." Wozu der
stellvertretende Redakteursratsvorsitzende, ZiB-Wirtschaftsredakteur
Dieter Bornemann ergänzt: "Es wäre eine fatale Optik für die
Unabhängigkeit des ORF, wenn - meist parteipolitisch agierende -
Mitglieder des Stiftungsrates den Generaldirektor wählen, der dann
wiederum Stiftungsräte in ORF-Führungspositionen holt. Das würde den
Eindruck erwecken: 'Eine Hand wäscht die andere'. Bei anderen
Großunternehmen steht aus gutem Grund eine sogenannte 'cooling
off'-Periode beim Wechsel zwischen Vorstand und Aufsichtsrat im
Corporate Governance Kodex. Die Mitglieder des ORF-Aufsichtsgremiums
sind aber trotz zahlreicher Ankündigungen seit Jahren nicht in der
Lage sich einen Corporate Governance Kodex zu geben..."

Abschließend versichern die Redakteursräte: "Die
ORF-Journalistinnen und -Journalisten werden jedenfalls auch in
ORF-Vorwahlzeiten die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks kompromisslos verteidigen, jeglichen
Beeinträchtigungsversuch öffentlich machen."

Rückfragehinweis:
ORF-Redakteursrat
Fritz Wendl
Tel.: (01) 87878 - DW 18500

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