• 06.07.2011, 12:46:26
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Kurz zu Integrationsbericht: Integration durch Leistung

20 konkrete Maßnahmen - Integrationsstaatsekretär will bei der Umsetzung der Maßnahmen Treiber sein - Integrationsbericht unter www.integration.at zum Downloaden

Wien (OTS) - "In dem heute präsentierten Integrationsbericht
befinden sich keine mathematischen Formeln zur Lösung der
Integrationsfrage, sondern es bedarf dazu vieler kleiner und
mittlerer Schritte, die wir in der Politik nun setzen wollen", sagte
Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit dem Leiter des Expertenrates, Univ.-Prof. Dr.
Heinz Fassmann, und Dr. Stefan Marek-Lebeck von der Statistik Austria
bei der Präsentation des Integrationsberichts. In den vergangenen
Jahren sei mit dem Bereich Integration nicht immer gut umgegangen
worden: "Einerseits wurde viel gehetzt, aber auch viel geträumt",
sagte Kurz.

Faktum sei, dass viele von den 1,5 Millionen Menschen mit
Migrationshintergrund in Österreich hier geboren wurden und
österreichische Staatsbürger sind. Das Motto "Alle raus" sei daher
schon rein rechtlich nicht möglich, betonte der
Integrationsstaatssekretär. Es sei aber auch nicht alles eitel Wonne,
daher gehe es darum, im Bereich der Integration die Herausforderungen
anzugehen und Probleme zu lösen. "Aus diesem Grund wählen wir bei der
Integration einen völlig neuen Zugang, nämlich Integration durch
Leistung", sagte Kurz. Dabei seien nicht die Herkunft oder die
Religionszugehörigkeit wichtig, sondern der Charakter und die
Bereitschaft, sich im Berufs- und Gesellschaftsleben anzustrengen und
dadurch Anerkennung zu erlangen.

Aus diesem Grund hat der im Integrationsstaatsekretariat angesiedelte
Expertenrat 20 konkrete Maßnahmen und Vorschläge für die Politik
erarbeitet, um Integration zu verbessern. Ganz zentral ist dabei für
Integrationsstaatssekretär Kurz Sprache und Bildung, denn sie sind
"Grundvoraussetzung dafür, dass Integration überhaupt funktionieren
kann". Als konkrete Vorschläge in diesem Bereich nannte Kurz das
Assistenzpaket für Deutsch vor Zuzug sowie die Deutschkurs-Initiative
für Niedergelassene. Mit einem Bildungspass soll zudem ein positives
Anreizsystem geschaffen werden, der als Leistungsnachweis bei
Bewerbungen dienen kann.

Als positive Anregung des Expertenrats nannte Kurz auch die
Einführung eines zweiten Kindergartenjahres, das "gratis für alle und
verpflichtend für jene, die es brauchen", sein soll. Denn Menschen
mit Migrationshintergrund schneiden in der Ausbildung im Vergleich
schlechter ab als jene mit deutscher Muttersprache. Der
Sprachförderbedarf bei Kindern mit nicht deutscher Muttersprache
liegt bei 80 Prozent, jener bei Kindern mit deutscher Muttersprache
bei nur 15 Prozent. "Daher müssen wir hier politisch handeln, und mit
dem zweiten Kindergartenjahr bieten wir einen konkreten
Lösungsvorschlag", erläuterte Kurz.

Zudem sei es wichtig, dass jedes Kind die Teilnahme am Schulsystem
erhalte. "Denn wer seine Kinder am Schulbesuch hindert, begeht
Zukunftsraub an seinen Kindern und an Österreich", betonte Kurz.
Deshalb müssten solche Eltern mit Sanktionen rechnen. Kurz sprach
sich auch dafür aus, den Vorschlag des Expertenrates,
Berufsanerkennung zu vereinfachen und zu entbürokratisieren,
umzusetzen. "Wenn unser Leitsatz Integration durch Leistung heißt,
dann sollten wir die Leistungen und Ausbildungen jener Migranten, die
hier in Österreich leben, auch anerkennen."

Damit den Migranten die österreichische Werte- und Rechtskultur
besser vermittelt werden könne, schlägt der Expertenrat die
Erstellung einer Rot-Weiß-Rot-Fibel vor. Denn nur 55 Prozent der
Migranten fühlen sich dem Staat Österreich zugehörig. "Eine solche
Rot-Weiß-Rot-Fibel kann helfen und dazu beitragen, dass sich
Migranten mit den Werten und Rechten Österreichs besser
identifizieren können", sagte Kurz.

Bei der Umsetzung dieser 20 konkreten Maßnahmen und Vorschläge des
Expertenrates will Integrationsstaatssekretär Kurz als Treiber
fungieren. "Mein Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren so viele
Vorschläge als möglich umzusetzen und damit einen Beitrag für eine
bessere Integration in Österreich zu leisten."

Sowohl die 20 Vorschläge des Expertenrats als auch der Statistische
Teil sind zum Download auf www.integration.at erhältlich.

Rückfragehinweis:

Staatssekretariat für Integration
   Pressereferat
   Minoritenplatz 9
   Tel +43 1 53126-70905
   kristina.rausch@bmi.gv.at

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