- 06.07.2011, 09:00:45
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GLOBAL 2000 und Imker: Stopp Bienenmord! Pestizidverbot jetzt!
Hunderte Imker und UmweltschützerInnen fordern: BM Berlakovich, beenden Sie das Bienensterben!"
Wien (OTS) - Hunderte Imker und UmweltschützerInnen fordern: BM
Berlakovich, beenden Sie das Bienensterben!"
Über 200 Imker in voller Montur und AktivistInnen der
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 versammeln sich heute um 10:00
Uhr vor der Wiener Staatsoper und fordern: "Minister Berlakovich,
beenden Sie das Bienensterben. Sie haben es in der Hand, Sie können
die Bienen endlich durch ein Verbot der bienenschädlichen Pestizide
schützen!" In Italien, Frankreich, Deutschland und unlängst in
Slowenien wurden diese Pestizide der Wirkstoffgruppe Neonicotinoide
bereits verboten. In Österreich beginnt aber durch die nun
einsetzende Maisblüte für die Bienen wieder eine höchstgefährliche
Zeit. "Die Maisbeize treibt nun im wahrsten Sinne des Wortes giftige
Blüten. Das Gift in den Maispollen wird auch in diesem Jahr wieder
Millionen Bienen schädigen", so Werner Müller, Bienenexperte von
GLOBAL 2000. Maispollen dient vor allem für die langlebigen
Winterbienen als Nahrung, und diese Bienen sind enorm wichtig für das
Überleben des ganzen Bienenvolkes. 2010 war bereits das dritte Jahr
in Folge, in dem weit über tausend Bienenvölker nachweislich durch
Maisbeizmittel vergiftet wurden. Heuer sind Verluste in eben dieser
Größenordnung zu erwarten. Bienen und Wildbienen werden durch
Neonicotinoide in drei Phasen getötet: Die erste Giftwelle erfolgt
Ende Mai mit der Maisaussaat durch giftige Staubabriebe des
Maisbeizmittels. Die zweite Welle erfolgt ca. drei bis vier Woche
später, wenn der Mais winzige Gifttröpfchen ausschwitzt, von denen
die Bienen trinken. Die dritte Welle ist nun die Maisblüte.
Trotz dieser Tatsache setzt das Lebensministerium lediglich auf
gesetzliche Auflagen beim Ausbringen der Beizmittel, deren
Wirksamkeit durch das ungeminderte Bienensterben widerlegt ist. "Die
einzig wirksame Maßnahme die Bienen zu schützen, ist das Verbot der
neonicoteinhaltigen Beizmittel. Deren Anwendung kann gänzlich
ausgesetzt werden, da die bekämpften Schädlinge, hauptsächlich
Drahtwürmer und der Maiswurzelbohrer durch eine Fruchtfolge
kontrollierbar sind", erklärt Müller. "Statt den Bauern und
BäuerInnen die Schuld am Bienensterben zuzuschieben - da diese die
zum Teil absurden Auflagen des Ministeriums nicht einhalten können -
sollte Minister Berlakovich sie besser beim Umstellen auf ökologisch
sinnvolle Fruchtfolge unterstützen", so Müller weiter.
Die Maismonokulturen sind zudem eine massive Gefährdung der
Wildbienen, die in den "Agrarwüsten" keine Nistplätze finden. "Die
Honigbiene ist nur die Spitze des Eisberges - sie hat uns Imker, wir
schreien für sie auf. Es müssen aber auch alle Wildbienen, Hummeln,
Schmetterlinge, alle Bestäuber-Insekten vor diesen Giften geschützt
werden", so Mag. Maximilian Liedlbauer, Vizepräsident des
Österreichischen Imkerbundes, Präsident des Landesverbandes
Oberösterreich. Dr. Stefan Mandl, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft
Bienenforschung an der Universität für Bodenkultur Wien, warnt
ebenso: "Neonicotinoide destabilisieren unser Ökosystem durch
massenhaftes Töten von Insekten und Bodenlebewesen." Aktuelle Studien
belegen, dass diese Pestizide neben den kurzfristigen (akut
toxischen) tödlichen Wirkungen auch langfristig schleichend die
Gesundheit der Bienen gefährden. Dies deckt sich mit den Beobachtung
vieler Imker, dass Bienen sogar in der Stadt besser überleben als am
Land.
Als Ort der Demonstration wurde bewusst die Wiener Oper gewählt, da
auf deren Dach vom Umweltminister Bienenstöcke aufgestellt wurden, um
auf die wichtige Rolle der Biene für die Biodiversität aufmerksam zu
machen. "Eine PR-Aktion für Bienen ist schön und gut, wenn aber
gleichzeitig vom verantwortlichen Politiker nichts gegen das
Bienensterben unternommen wird, ist das mehr als zynisch", befindet
Müller. "Wir fordern, Minister Berlakovich daher auf, endlich die
Neonicotinoide in der Landwirtschaft zu verbieten. Bienenmord ist
kein Kavaliersdelikt!"
Bilder von der Aktion ab ca. 11:30 auf:
http://www.flickr.com/photos/global2000/
Links zu aktuellen Studien:
Alaux et al (2010) Interactions between Nosema microspores and a
neonicotinoid weaken honeybees (Apis mellifera)
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1462-2920.2009.02123.x/f
ull
Wu et al (2011) Sub-Lethal Effects of Pesticide Residues in Brood
Comb on Worker Honey Bee (Apis mellifera) Development and Longevity
http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.00
14720
Videos:
Bienen die Gutationswasser vom Giftmais trinken, sterben binnen einer
Minute:http://www.youtube.com/watch?v=5LnOpiUUs9Y
Bienensterben durch Maisaussaat in Freistadt:
http://www.youtube.com/watch?v=XXjvByZHG6Y&feature=related
Rückfragehinweis:
Simonne Baur, Tel: 0699 14 200023, mailto: [email protected],
Werner Müller, Tel: 0699 14 2000 37
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