• 05.07.2011, 12:15:31
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Bundesregierung legt neue Strategie für lebensbegleitendes Lernen vor

Bundesministerin Schmied und die Bundesminister Töchterle, Hundstorfer und Mitterlehner präsentieren gemeinsam Ziele und Aktionslinien von "LLL:2020"

Wien (OTS) - Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Wissenschafts-
und Forschungsminister Karlheinz Töchterle, Sozialminister Rudolf
Hundstorfer und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner haben heute
die neue Österreichische Strategie für Lebensbegleitendes Lernen
präsentiert. Dabei handelt es sich um ein umfassendes
Strategiepapier, das von den vier Ressorts gemeinsam erarbeitet und
heute vom Ministerrat beschlossen wurde.

BM Schmied: "Zu Bildung unabhängig vom Alter ermutigen."

"Bildung macht den Menschen Mut, und zukunftsorientierte Politik muss
alle Menschen unabhängig von ihrem Alter zu Bildung ermutigen", fasst
Unterrichtsministerin Claudia Schmied die Österreichische Strategie
für lebensbegleitendes Lernen zusammen, die von den vier Ressorts
gemeinsam erarbeitet und am 5. Juli vom Ministerrat beschlossen
wurde. "Mit der Strategie LLL:2020 werden Bildungs-, Wirtschafts- und
Sozialpolitik in insgesamt 10 Aktionslinien konsequent aufeinander
abgestimmt, um den Menschen von der vorschulischen Bildung bis hin
zur nachberuflichen Lebensphase förderliche Rahmenbedingungen für
lebensbegleitendes Lernen zu bieten", so Bildungsministerin Schmied.

Die Strategie für lebensbegleitendes Lernen sei deshalb ein wichtiger
Beitrag zur Chancengerechtigkeit in Österreich, und zwar quer durch
alle Bildungs- und Lebensphasen der Menschen. Die 10 Aktionslinien
sind jeweils nach dem Schema "Vision für 2020", "Ziele", "Ist-Stand"
und Maßnahmen konkretisiert. Wichtig ist den vier
Regierungsmitgliedern, "dass wir unser gemeinsames Vorhaben mit ganz
konkreten Zielen versehen, um eine ergebnisorientierte und
konsequente Umsetzung der Maßnahmen sicher zu stellen." Damit soll
beispielsweise die Weiterbildungsbeteiligung Erwachsener von 13,7
Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2020 gesteigert werden, womit
Österreich ähnliche Beteiligungsquoten wie die skandinavischen Länder
aufweisen würde.

BM Töchterle: "Hochschulen als Institutionen für lebenslanges Lernen
etablieren."

Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle misst
der besseren Abstimmung der verschiedenen Politikfelder sehr große
Bedeutung bei, geht es doch um die Steigerung der
Bildungsbeteiligung. "Universitäten und Fachhochschulen müssen sich
angesichts der demographischen Entwicklung und der kontinuierlich
steigenden Anforderungen in unserer Wissensgesellschaft verstärkt
auch als hochwertige Institutionen für Weiterbildung und lebenslanges
Lernen etablieren", so Töchterle.
Auch die speziellen Angebote für Berufstätige, die sich mit einem
Hochschulstudium vollständig neu qualifizieren möchten, sollen bis
2020 qualitativ und quantitativ deutlich weiterentwickelt werden.
"Lebensbegleitendes Lernen ist individuell bereichernd und beruflich
nützlich. Daher haben Hochschulen die Aufgabe, hochwertige Bildung
und Ausbildung während späterer Lebensphasen zu ermöglichen und deren
Vereinbarkeit mit Familie und Beruf zu verbessern", so Töchterle. Als
prioritäres Ziel formuliert Töchterle, den Anteil der 30-bis
34-Jährigen, die ein Hochschulstudium abgeschlossen haben oder über
eine gleichwertige Ausbildung verfügen, zu erhöhen.

BM Hundstorfer: "Bildung ist Schlüssel für erfolgreiche Karriere."

"Bildung ist der beste Schlüssel für eine erfolgreiche Karriere",
unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer. "Mit der
Ausbildungsgarantie hat die Bundesregierung eine wichtige Maßnahme
gesetzt, um all jenen Jugendlichen, die keine Lehrstelle in Betrieben
finden, einen hochwertigen Ausbildungsplatz zu ermöglichen", so
Hundstorfer. Nun gehe es darum, diese Ausbildungsgarantie
weiterzuentwickeln: "Meine Vision ist, dass jeder Schüler spätestens
einen Monat vor dem Ende der Schulpflicht weiß, welchen weiteren
Bildungsweg - Lehre oder Schule - er besucht. Alle Jugendlichen
sollen bis 18 Jahre in Bildung oder Ausbildung sein."

"Ziel muss ein umfassendes System sein, das den Übergang von der
Erstausbildung zum Eintritt in das Berufsleben auch stufenweise
ermöglicht und jeweils individuell unterstützt", betonte Hundstorfer.
Deutliche Anstrengungen im Zusammenhang mit dem lebensbegleitenden
Lernen sind auch für Menschen im fortgeschrittenen Erwerbsalter und
in der nachberuflichen Lebensphase notwendig. "Die Menschen sind
heute durchschnittlich 25 Jahre in Pension. Bildung macht die
Potenziale dieser Menschen nicht nur länger nutzbar, sondern steigert
auch die persönliche Lebensqualität", wie der Sozialminister betont.

BM Mitterlehner: "Durchlässigkeit der Ausbildungswege erhöhen."

"Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt maßgeblich vom Bildungsniveau und
der Bildungsbereitschaft der Menschen ab. Nur mit gut qualifizierten
Fachkräften können unsere Unternehmen ihre internationale Qualitäts-
und Innovationsführerschaft ausbauen und den Aufschwung weiterhin
offensiv gestalten", betonte Wirtschaftsminister Dr. Reinhold
Mitterlehner bei der Präsentation der neuen LLL-Strategie.
In deren Rahmen wird sich das Wirtschaftsministerium vor allem dafür
einsetzen, dass die Durchlässigkeit der unterschiedlichen
Ausbildungswege erhöht wird - etwa beim Übergang zwischen Lehre und
Schule sowie zwischen Lehre und Universität. "Wir wollen die
Weiterqualifizierung nach einer Lehre auf allen Ebenen erleichtern.
Zum Beispiel können wir Facharbeiter-Karrieren durch einen leichteren
Übergang vom Meister zum Master noch attraktiver machen", sagte
Mitterlehner. Um das lebensbegleitende Lernen zu forcieren, brauche
es allerdings nicht nur maßgeschneiderte betriebliche Angebote und
gute politische Rahmenbedingungen, sondern auch eine entsprechende
Eigenverantwortung der Menschen.

Die Koordination des Strategie-Prozesses LLL:2020 wird im Rahmen
einer Nationalen Plattform erfolgen, der neben verschiedenen
Bundesministerien auch die Sozialpartner, die Länder, das AMS sowie
maßgebliche Akteure wie die Universität-, die Fachhochschulkonferenz
oder die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs angehören
sollen. Zur strategischen Steuerung des Umsetzungsprozesses hat die
Bundesregierung eine Task Force eingerichtet, die aus Vertretern des
Unterrichtsministeriums, des Wissenschaftsministeriums, des
Sozialministeriums und des Wirtschaftsministeriums besteht. Jährlich
erfolgt ein Bericht an den Ministerrat über den Stand der Umsetzung
der LLL-Strategie, die feststellbaren Abweichungen und die
Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure im Rahmen des breiten
Governance-Ansatzes.

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
   Josef Galley
   Pressesprecher
   Tel.: +43-1-53120-5019
   mailto:[email protected]
   bmukk.gv.at
   
   mobil: +43-664-96-99-616
   
    Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung       Pressesprecher: Markus Gorfer     
    Tel.: +43 1 531 20 9027      
   mailto: [email protected]      
   www.bmwf.gv.at   
   
   Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend     
    Mag. Volker Hollenstein      
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58      
   mailto: [email protected]     
   www.bmwfj.gv.at     
   
   Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)      
   Mag.a Elisabeth Kern      
   Tel.: (01) 71100-2247   
   mailto: [email protected]   
   www.bmask.gv.at

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