- 05.07.2011, 08:52:27
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Allianz Studie: China auf dem Weg zur weltgrößten Seniorenresidenz
Wien (OTS) - Chinas Arbeitsmarkt steht vor einem Wendepunkt: Der
Rückgang und die Alterung des chinesischen Arbeitskräftepotenzials
sind nicht zu stoppen, selbst unter Aufgabe der Ein-Kind-Politik. Ab
2012 wird sich der Alterungsprozess der chinesischen Gesellschaft
beschleunigen und China wird schneller altern als der Westen, wie
eine aktuelle Allianz Studie zeigt. Damit steht China im Rahmen
seiner Sozialsysteme vor ähnlichen Problemen wie westliche
Industrieländer.
"Die weltweite Alterung ist ein struktureller Trend mit potenziell
dramatischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen,
sowohl für die Staatshaushalte als auch für jeden Einzelnen",
kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz
Gruppe in Österreich, die aktuellen Ergebnisse des Allianz
Demographic Pulse.
China altert schneller als der Westen
Die jüngste Volkszählung weist eine chinesische Bevölkerung von
rund 1,34 Milliarden Menschen aus, die deutlich altert und deren
durchschnittliches Wachstum sich im letzten Jahrzehnt im Vergleich
zur vorangegangenen Dekade nahezu halbiert hat. Die 1978 eingeführte
Ein-Kind-Politik hatte zur Folge, dass schätzungsweise 400 Millionen
Kinder weniger geboren wurden. Dies wird sich noch in diesem
Jahrzehnt auf den chinesischen Arbeitsmarkt auswirken, selbst eine
Lockerung oder Aufhebung der Ein-Kind-Politik könnte einen Rückgang
des chinesischen Arbeitskräftepotenzials nur abmildern, aber nicht
mehr verhindern. Die aktuelle Studie des Allianz Demographic Pulse
sagt den Wendepunkt auf dem chinesischen Arbeitsmarkt für das Jahr
2013 voraus. Weil die Löhne steigen, beginnen chinesische Unternehmen
bereits damit, arbeitsintensive Produktionen ins Landesinnere oder
nach Vietnam, Bangladesch und Kambodscha zu verlagern.
Chinas Sozialsystem vor ähnlichen Problemen wie in Industrieländern
Doch auch ein weiterer Indikator rückt ins Blickfeld: der
Abhängigkeitsquotient. Dieser bezeichnet das Verhältnis der
wirtschaftlich abhängigen Altersgruppen (Personen unter 15 bzw. über
65 Jahren) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Je niedriger die
Quote, desto besser sind die Aussichten für das Wirtschaftswachstum.
Während die Industriestaaten seit einigen Jahren konstant steigende
Werte aufweisen, zeigte der Trend in China bislang in die
gegenläufige Richtung. Die sogenannte demographische Dividende läuft
jedoch aus: Spätestens 2016 wird in China ebenfalls der Wendepunkt
erreicht sein. Diese Entwicklung lässt sich auch im Vergleich
zwischen Österreich und China zeigen: Aktuell liegt der
Abhängigkeitsquotient in Österreich bei 47,9 Prozent, in China bei
37,8 Prozent. Bis 2050 wird sich dieser Trend beschleunigen, wobei
der Indikator für Österreich bei 77,6 Prozent und jener für China bei
64 Prozent liegen wird. "Die Zahlen machen eines deutlich: China wird
mit Blick auf die Sozialsysteme von ähnlichen Problem betroffen sein
wie die westlichen Industrieländer, allerdings einige Jahre später",
erklärt Littich.
Ursache Ein-Kind-Politik?
Wie stark China zunehmend altert, zeigt der Allianz Demographic
Pulse an folgenden Zahlen: Heute kommen auf 100 Personen im
erwerbsfähigen Alter 19 Über-60-Jährige. Bis 2050 dürften es mehr als
64 sein. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung wird eine weitere
Lockerung oder die Abschaffung der Ein-Kind-Politik gefordert. Es ist
aber nicht klar, ob nur sie für fallende Geburtenraten in China
verantwortlich ist, oder ob diese nicht auch als Folge der
wirtschaftlichen Entwicklung zu werten sind, die auch sonst in der
Welt zu geringeren Geburtszahlen führt.
Geburtenraten im Sinkflug
Ein Beispiel für diesen allgemeinen Trend sind die deutlich
fallenden Geburtenraten in osteuropäischen Ländern ab den neunziger
Jahren, nach Zusammenbruch der Sowjetunion und Wirtschaftsreformen.
In Ländern wie Thailand, der Türkei oder Tunesien, dessen
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf etwa dem Chinas entspricht, sind die
Geburtenraten unter den Wert gefallen, der für die Aufrechterhaltung
der Bevölkerungszahl notwendig wäre, nämlich 2,1 Kinder pro Frau. In
Österreich fiel die Geburtenrate schon zu Beginn der 1970er Jahre
unter den Wert von 2,1 Kindern pro Frau und ist seither nahezu stetig
weiter zurückgegangen. Laut Angaben der UN schwankte sie in den
letzten zehn Jahren zwischen durchschnittlich 1,37 und 1,39 Kindern
pro Frau. Damit hat sich die Geburtenrate in den letzten 50 Jahren
mehr als halbiert: Anfang der 1960er Jahre lag sie noch bei 2,78
Kindern pro Frau.
Ausweg: Demographiestabile Sozialsysteme
Wenn die verantwortlichen Stellen in China erwägen, die
Ein-Kind-Politik zu lockern, um damit die gesellschaftliche Alterung
zu dämpfen, sind ihre Herausforderungen ganz ähnlich wie die von
Familienpolitikern in Deutschland, Österreich oder Italien. Die
Geburtenraten verharren langfristig auf einem niedrigen Niveau, und
der Trend ist durch finanzielle Anreize allein kaum umzukehren -
seien es in China verringerte Bußgelder bei Missachtung der
Ein-Kind-Politik oder in Österreich Kindergelderhöhungen. Deshalb sei
es so wichtig, dass ein demographiestabiles Sozialsystem rasch auf-
und ausgebaut wird, in dem der kapitalgedeckten, privaten Vorsorge
eine maßgebliche Rolle zukommt. Dazu dürfte auch gehören, dass China
das Rentenalter von 60 auf 65 Jahre erhöht. Dies verlagere die
demographische Wende am Arbeitsmarkt um weitere drei Jahre in die
Zukunft, und der Altersquotient könne langfristig deutlich gesenkt
werden. "Wenn die Weichen rechtzeitig und richtig gestellt werden,
kann der Staat seine gestaltende Rolle bewahren und die
Aufmerksamkeit von den Herausforderungen auf die Chancen alternder
Gesellschaften verlagern", so Littich abschließend.
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sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere
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Keine Pflicht zur Aktualisierung
Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser
Meldung enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.
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Mag. Manfred Rapolter, MA Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien Tel: 01/878 07 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.allianz.at
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