• 01.07.2011, 12:33:05
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Experten sehen Vorbehalte gegen Cloud Computing schwinden

Vertrauen der Unternehmen nimmt zu - Auswahl des Providers und Vertragsgestaltung als Knackpunkte - Hohes Niveau bei Datenschutz ist Vorteil für heimische Anbieter

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2020
Im Bild v.l.n.r. Alexandros Osyos (A1), Thomas Stern (Moderator), Wolfgang Egger (Hewlett-Packard), Daniel Scherling (NAVAX), Günther Patterer (SAP), Gernot Ploder (NextiraOne), Harald Leitenmüller (Microsoft Österreich) und Johannes Juranek (CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte)

Wien (OTS) - Cloud Computing - also der flexible Bezug von
Speicherkapazitäten, Rechenleistung und Software über das Internet -
scheint vor einem Siegeszug zu stehen. Welche Hürden und Vorbehalte
es noch gibt, haben Experten gestern, Donnerstagabend, bei einer
Podiumsdiskussion in Wien unter die Lupe genommen.

"Ich glaube nicht, dass alles in die Cloud wandert. Und schon gar
nicht heute oder morgen. Aber die Erfahrung damit und das Vertrauen
der Unternehmen nehmen zu", gab sich Harald Leitenmüller von
Microsoft Österreich überzeugt. Allerdings müsse Österreich
aufpassen, hier nicht den Anschluss zu verpassen. Dabei gehe es
darum, nicht nur Cloud-Angebote aus anderen Ländern zu konsumieren,
sondern selbst wertschöpfend tätig zu werden.

Leitenmüller erwartet, dass es in den kommenden Jahren zu einer
Konsolidierung unter den großen Cloud-Anbieter kommen wird und
internationale "Grids" entstehen. Wie aktuelle Untersuchungen zeigen
würden, könnten Unternehmen ihre IT-Kosten mit Cloud Computing um
rund 20 Prozent senken. Außerdem stelle die nutzungsbasierte
Abrechnung eine geringere Einstiegsbarriere dar. Für Microsoft nicht
unwichtig: In der Cloud gibt es keine Software-Piraterie.

Wo lagern die Daten wirklich?

Allerdings gibt es beim Datenschutz große Vorbehalte. "Das ist
auch der Rechtsbereich, den man am häufigsten hernimmt, um die Cloud
zu kritisieren", erklärte Johannes Juranek von CMS Reich-Rohrwig
Hainz Rechtsanwälte. Probleme gebe es vor allem, wenn Daten im
Ausland gespeichert werden. Außerdem sei der Standort der Daten wegen
der weltweiten Vernetzung und Virtualisierungstechnologien oft nicht
nachvollziehbar.

Dennoch werde die Cloud eine große Zukunft haben. Auch bei E-Mails
hätte es ursprünglich Bedenken gegeben, sagte der Rechtsanwalt.
Technische und juristische Standards würden sich schon noch
entwickeln. Allerdings habe es oft eines größeren Zwischenfalls
bedurft, um das in Gang zu bringen. Die derzeit aktuellen Fragen
seien: Was geschieht bei Datenverlust? Wie erhalte ich meine Daten
bei Vertragsauflösung zurück? Die Auswahl des Providers und eine
saubere Vertragsgestaltung sollten also gut überlegt sein, so
Juranek.

Keine Probleme mit Hardware und Lizenzen

"Die Zeit ist reif, es funktioniert", konstatierte Alexandros
Osyos von A1 Telekom Austria. "Und das mit einer Qualität, die sich
Klein- und Mittelbetriebe sonst nicht leisten könnten. Außerdem haben
sie die Klötze Hardware, Lizenzen und Wartung vom Fuß", so Osyos. Neu
sei vor allem die nutzungsbasierte Abrechnung.

Eine Hürde für Cloud Computing stelle die Lagerung der Daten im
Ausland dar. Laut einer Studie der Marktforscher von Gartner würden
vor allem kleinere Betriebe die Speicherung im Inland bevorzugen.
Dieser "Österreich-Aspekt" werde aber in zwei bis drei Jahren
unwichtiger, wenn das Vertrauen in die Cloud steige. In drei bis fünf
Jahren sei die Technologie etabliert.

Neue Möglichkeiten für KMUs

"Cloud Computing hat das Potenzial, den IT-Einsatz bei KMUs zu
revolutionieren", ist auch Günther Patterer von SAP Österreich
überzeugt. Denn damit sei es möglich, Software schnell und einfach -
ohne große Vorabinvestition - einzusetzen. Vor allem kleinere und
junge Unternehmen könnten davon profitieren. Hier erwartet sich
Patterer "enorme Umwälzungen". Bei großen Unternehmen gehe es eher um
installierte Software plus Zusatzanwendungen in der Cloud.

Die große Furcht der Cloud-Anbieter sei, dass ein attraktives
Angriffsziel für Hacker entsteht, wenn man tausende Kunden im
Rechenzentrum hat. "Entsprechende Attacken kann niemand
ausschließen", strich der Manager einen zusätzlichen Aspekt hervor.

Eine Gefahr bestehe auch darin, dass Mitarbeiter Cloud Services an
den IT-Abteilungen vorbei nutzen. "Das wird unterschätzt", ergänzte
Wolfgang Egger von Hewlett-Packard. Die größten Chancen räumt er
hybriden Cloud-Modellen ein, also der Kombination von Public Cloud,
Private Cloud und herkömmlichen Infrastrukturlösungen.

IT-Manager wird zum "Service Broker"

Der IT-Manager bekomme damit einen völlig neuen Stellenwert, er
werde zum "Service Broker", der die besten Bezugsquellen für die
einzelnen Services nach wirtschaftlichen Standpunkten sucht, bewertet
und kombiniert. Das strenge Datenschutzgesetz in Österreich sieht
Egger nicht als Nachteil für das Land, im Gegenteil: "Wir haben gute
Chancen, mit dem hohen Niveau in diesem Bereich zu punkten."

Auf Hybrid-Modelle setzt auch Daniel Scherling von Navax
Consulting. Die Daten bleiben im Unternehmen, die Anwendungen wandern
in die Cloud. Für Beratungsunternehmen sei die "Datenwolke" ein
wichtiges Thema, schließlich brechen dadurch Lizenzumsätze weg. Daher
müssten sich die Consulter verstärkt über die Servicequalität
differenzieren. Außerdem könne man nun neue Kunden adressieren. In
Österreich sei die Durchdringungsrate mit Cloud Services noch sehr
gering. "Hier gilt es, zu missionieren und Ängste zu nehmen", so
Scherling.

Gernot Ploder von NextiraOne verwies auf die Gefahr einer
Abhängigkeit von einem Anbieter. "Hier wären Standards für einen
leichteren Wechsel des Providers wünschenswert", erklärte er. Wichtig
sei, sich gut zu überlegen, welche Anwendungen am Standort bleiben
und welche in die Cloud wandern sollen.

Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- A1 Telekom Austria www.A1TelekomAustria.at
- CELLULAR GmbH www.cellular.at
- CMS Reich-Rohrwig Hainz Rechtsanwälte GmbH www.cms-rrh.com
- diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc
- economyaustria http://economyaustria.at
- Ericsson Austria www.ericsson.com
- Hewlett-Packard www.hp.com/at
- Kapsch www.kapsch.net
- Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria
- NAVAX Consulting GmbH www.navax.at
- NextiraOne www.nextiraone.at
- SAP Österreich GmbH www.sap.at
- WirtschaftsBlatt Verlag AG www.wirtschaftsblatt.at
- Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at
- APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at

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Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
APA-E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at

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