• 30.06.2011, 11:12:14
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Vassilakou: Trauer um Dieter Schrage

"Großer Verlust für die Grünen und auch für mich persönlich"

Wien (OTS) - "Der Tod von Dieter Schrage ist ein großer Verlust
für die Grünen und auch für mich persönlich", erklärte die Wiener
Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. "Schrage war Grüner im besten
Sinne: prinzipientreu, engagiert und nie darum verlegen mit Verve und
geschliffener Rede dem auch Ausdruck zu verleihen. Wenn Dieter
Schrage redete, dann hörten alle zu. Für viele war er das gute
Gewissen der Grünen. Seine Kritik war immer wohlüberlegt,
wohlformuliert und Anlass nachzudenken. Unsere Anteilnahme gilt
seiner Familie und all seinen Freunden und Freundinnen", sagte
Vassilakou.

Dieter Schrage konnte auf ein reiches Leben zurückblicken. Geboren
1935 in Deutschland, studierte er Theaterwissenschaften zunächst an
der Universität Köln, dann in Wien und schloss mit dem Doktorat der
Philosophie ab. 1960 übersiedelte Schrage nach Wien. Nach
künstlerischer Arbeit als Keramiker wurde Schrage 1969 Kunstberater
der damaligen Zentralsparkasse der Gemeinde Wien. Als solcher empfahl
er künstlerische Projekte für eine Förderung durch den Kunstfonds
dieser Bank und Sparkasse. Danach arbeitete er als Kurator des zum
MUMOK gehörenden Museums des 20. Jahrhunderts. Er nahm Lehraufträge
an den Universitäten Wien und Salzburg sowie an der Hochschule für
Musik und darstellende Kunst in Wien wahr.

Seinen politischen Werdegang bestimmten die Entwicklungen der
1960er-Jahre. Er engagierte sich 1976 in der Wiener Arena-Bewegung
und wurde 1987 Mitglied der Grünen Alternative. Trotz schwerer
Erkrankung 1989 bis 1992 blieb Schrage kulturell und politisch aktiv.
Er gründete 1992 die Pierre Ramus-Gesellschaft. Schrage war seit über
einem Jahrzehnt im Vorstand der Grünen SeniorInnen und übernahm in
dieser Funktion auch immer wieder die Sprecherrolle. 1994 erhielt
Schrage den Preis der Stadt Wien für Volksbildung.

"Dieter Schrage war ein Partner im Streit, jemand der aus dem Diskurs
Kraft schöpfte und Streit im besten Sinne als philosophische
Auseinandersetzung und als Chance zum Erkenntnisgewinn betrachtete.
In dieser Tradition hat er bis zuletzt die Grünen und die neue
Regierungsarbeit der Grünen verfolgt. Wir werden Dieter Schrage alle
sehr vermissen."

Rückfragehinweis:
Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 - 81814, [email protected]

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