- 29.06.2011, 13:29:17
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Gatterer-Preis 2011 an Zoran Dobric und Andreas Zinggl überreicht
Südtirols Landeshauptmann Durnwalder: "Ohne kritischen Journalismus wäre die Erreichung der Autonomie nicht möglich gewesen"

Bozen (OTS/ÖJC) - Im Südtiroler Landhaus in Bozen wurde am
Mittwoch, dem 29. Juni 2011 der heurige" Prof. Claus Gatterer-Preis"
für sozial engagierten Journalismus an den ORF-Redakteur Zoran Dobric
vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) verliehen. Dobric bekam
den Preis für seine langjährige engagierte Berichterstattung über
verschiedene Themen. Besonders über die Missbrauchsfälle in der
katholischen Kirche. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird
jährlich abwechselnd in Österreich und Südtirol vergeben. Die Ehrende
Anerkennung ging an den Ö1-Journalisten Andreas Zinggl.
Der Preis trägt den Namen des bekannten Südtiroler Journalisten und
Publizisten Claus Gatterer, der 1984 in Wien verstorben ist. Gatterer
war Zeit seines Lebens ein Unbequemer. Ein Mann zwischen den Welten
und ein kritischer Geist. Erst nach seinem Tod wurde er so richtig
"geehrt" - seine Bedeutung wurde erst nach seinem Tod erkannt. Dieses
"unbequem sein wollen" will der Österreichischen Journalisten Club
mit dem Gatterer-Preis vermitteln. Der Gatterer-Preis ist ein Aufruf
zum kritischen Denken und Handeln und er richtet sich gegen jede Form
der Einschränkungen der Menschenrechte, besonders der Rechte der
Minderheiten.
Der gebürtige Serbe Zoran Dobric kam vor 23 Jahren nach Österreich.
Er verstand kein Wort Deutsch. Innerhalb von drei Jahren erlernte er
die neue Sprache. Heute macht Zoran Dobric TV-Geschichten, so als
wäre Deutsch seine Muttersprache. In Serbien hat er als Radioreporter
und Schauspieler gearbeitet. Sein erster Job in der neuen Heimat:
1988 - Zoran ging an das YU-Theater in Wien und spielte ohne Geld.
1991 kam er zum ORF. Als Storymacher zu "X-Lage", später als Reporter
zu "Willkommen Österreich" und zum Radio "Journal-Panorama". 2004
bis 2006 ging er zu "ATV" und "PRO7". 2006 kam er wieder zurück zum
ORF und ist seither Redakteur bei "Thema".
"Die mit dem "Prof Claus Gatterer-Preis 2011" ausgezeichneten
Reportagen von Dobric über die Arbeit der Klasnic-Kommission und die
Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zeigen die besonders
sensible Art, mit der Dobric seine Beiträge gestaltet. Die Kamera
verletzt nie die Würde des Menschen, ist die Bürde des Opfers auch
noch so schwer", so der Juryvorsitzende Fred Turnheim in der
Begründung.
Dobric ist der Meinung, dass die "katholische Kirche wieder mit Macht
den Opfern gegenübertritt und nicht mit der notwendigen Einsicht, so
wie sie vor einem Jahr den Opfern gegenüberaufgetreten ist und hat
nichts dazu gelernt".
Die Ehrende Anerkennung geht heuer an den Ö 1-Redakteur Andreas
Zinggl. Zinggl ist eigentlich Raumplaner und er meint, dass
"Raumplanung und Journalismus gar nicht so weit entfernt sind, wie
man zunächst annehmen könnte". Bereits zu Schulzeiten, mit 16, hat er
in der Radiosendung "Zickzack" mitgemacht. Seit 1997 ist Andreas
Zinggl freier ORF-Journalist. Den Preis bekommt er für einen Beitrag
für das "Journal Panorama" über den Arbeitsalltag der
Zeitungszusteller.
In seinem Grußwort betonte der Südtiroler Landeshauptmann Dr. Luis
Durnwalder die Wichtigkeit, Prof. Claus Gatterer, den kritischen
Geist und Freund Südtirols, in die heutige Zeit zu stellen, um zu
zeigen, was kritischer Journalismus heute zu bedeuten habe. Vor allem
lobte Durnwalder den Mut der Ausgezeichneten, Themen aufzugreifen,
über die man sonst lieber geschwiegen hätte. "Die Erreichung der
Autonomie Südtirols vor 50 Jahren wäre ohne solche kritischen
Journalisten wie Dobric und Zinggl nicht möglich gewesen", betonte
der Südtiroler Landeshauptmann.
Juryvorsitzender Fred Turnheim sieht bei den heurigen Preisträgern
mehrere Gemeinsamkeiten. "Heuer bekommen zwei Journalisten den Prof.
Claus Gatterer-Preis für ihren unorthodoxen Zugang zum Journalismus.
Und das ist eine wichtige Botschaft an alle. Gute Journalisten sind
keine Ja-Sager, keine Karrieretypen sondern Menschen die kritisch
über das Leben berichten wollen und damit oft auch ihr Eigenes in
Gefahr bringen."
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Rückfragehinweis:
Österreichischer Journalisten Club Margarete Turnheim Generalsekretariat Tel.: +43 1 98 28 555-0 mailto:[email protected] www.oejc.at
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