"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Randale der Rentner"

Blecha & Khol vor den Vorhang: Sie rütteln an Tabus im Frühpensions-Paradies.

Wien (OTS) - Zwischen Ballhausplatz und Parlament geht der Frust
um: Das Heer von Ex-Politikern, die dringend Reformen einmahnen, habe leicht reden, murren Minister und Abgeordnete. Sie hätten zu politischen Lebzeiten vorhüpfen können, was sie den Nachfolgern abverlangen. Karl Blecha und Andreas Khol haben zwar keine Spitzenämter mehr. Sie spielen aber nach wie vor eine tragende Rolle. Als Chefs des SPÖ-Pensionistenverbandes und ÖVP-Seniorenbundes sprechen sie für die mächtigste Wählergruppe - die mehr als zwei Millionen Pensionisten.

Blecha & Khol mussten sich oft den Vorwurf gefallen lassen, alle Anläufe zu einer einschneidenden Pensionsreform auszubremsen. Hinter den Kulissen läuft es längst andersrum. Die wahren Bremser sitzen in der Regierung, proklamiert Andreas Khol nun im KURIER-Interview. Was er an Sofort-Maßnahmen fordert, steht im Frühpensionisten-Paradies Österreich unter politischem Selbstmord-Verdacht: rasch rauf mit dem faktischen Pensionsantrittsalter, rasch weg mit der Hacklerregelung.

Der couragierte Vorstoß der Seniorensprecher wird sich nicht mit dem Totschlägerargument "Alles Balkon-Muppets" abtun lassen. Blecha & Khol stehen noch mitten im politischen Leben - und riskieren, potenzielle Mitglieder in ihren eigenen Reihen zu vergrämen.

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