Brenner Basistunnel Zulaufstrecke kostet Italien mindestens 18 Milliarden

Der Bau des Brenner Basistunnels ist angeblich auf Schiene. Doch das extrem verschuldete Italien müsste in de nächsten Jahren enorme Summen aufbringen.

Innsbruck (OTS) - Angesichts der mehr als angespannten Finanzlage hat Italiens Finanzminister Gulio Tremonti kürzlich angekündigt, bis 2014 rund 45 Milliarden Euro einsparen zu wollen. Damit dürfte nun auch der Bauplan des BBT wackeln, wie das Nachtichtenmagazin ECHO in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe berichtet. Denn: Das hoch verschuldete Italien müsste in den kommenden Jahren nicht nur rund drei Milliarden für den Tunnel bereitstellen, sondern noch einmal zusätzlich rund 15 Milliarden Euro für den Ausbau der Zulaufstrecke Verona-Franzensfeste, ohne den der BBT keinen Sinn macht. Damit wären allein die Zulaufsstrecken auf italienischer Seite um ein Vielfaches teurer als der Tunnel selbst.
Rund vier Milliarden Euro soll der Ausbau der "prioritären" südlichen Zulaufabschnitte kosten. Quantifiziert sind bis jetzt die Streckenteile Franzensfeste-Waidbruck ( 1,6 Mrd.), Umfahrung Bozen (800 Mio.), Umfahrung Trient (1,3 Mrd.) und Knoten Verona (300 Mio.). Fertig gestellt sollen diese 2020 sein. Die Adaptierung des gesamten Südzulaufs Verona-Franzensfeste wird nicht unter 12 bis 15 Milliarden machbar sein, wobei die zwei schwersten Brocken - eine teilweise unterirdische Führung der Trasse im Südtiroler Unterland und die Strecke Trient Verona - vorsichtig auf jeweils drei bis fünf Milliarden Euro geschätzt werden und das, obwohl dafür noch nicht einmal Vorprojekte vorliegen.
"Allein die Ankündigung des Finanzministers in den nächsten Jahren 45 Milliarden Euro einsparen zu wollen heißt - sogar bei einer zuversichtlichen Auslegung - dass man auf italienischer Seite den Ausbau der Zulaufstrecken, wenn überhaupt, nur sehr langsam und zögerlich in Angriff nehmen wird", erklärt Hans Heiss, Grüner Abgeordneter im Südtiroler Landtag. Damit ist nicht nur eine erhebliche Teuerung vorprogrammiert, wofür dem desolaten italienischen Staat das Geld fehlt, und wofür auch der österreichische Steuerzahler geradestehen müsste.

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