• 22.06.2011, 13:31:49
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In Tirol droht ein Aufstand der Jäger

Zwei Rücktritte im Vorstand des Tiroler Jägerverbands lösen Alarmbereitschaft bei rund 16.000 Jägern aus. Strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen Anton Steixner stehen im Raum.

Innsbruck (OTS) - Im rund 16.000 Mitglieder umfassenden Tiroler
Jägerverband rumort es. Weil die politische Einflussnahme auf den
Verband zuletzt zu groß geworden ist, haben Forstreferent Robert
Kirschner und Rechtsreferent Martin Zanon ihre Vorstandsfunktionen
im Verband zurückgelegt. Kirschner, der wie Zanon im Jahr 2008 in den
Vorstand des Verbandes gewählt worden war, machte am 31. Mai 2011 den
Anfang. Wie das Nachrichtenmagazin ECHO in seiner am Freitag
erscheinenden Ausgabe berichtet, erhebt Kirschner in seinem
Rücktrittsschreiben schwere Vorwürfe gegen Landesjägermeister Karl
Berktold sowie gegen Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Steixner.
Nachdem Paul Steixner, Bruder des Jagdreferenten in der Tiroler
Landesregierung, Ende 2007 aus Krankheitsgründen als
Landesjägermeister zurückgetreten war, musste der Vorstand neu
gewählt werden. Robert Kirschner, der über Jahrzehnte die
Bezirksforstinspektion in Osttirol geleitet hatte, war als
Forstreferent vorgeschlagen worden. Um, wie Kirschner in seinem
Schreiben vermutet, seine Wahl in den Vorstand zu verhindern, gab
Anton Steixner Unterlagen und Informationen aus einem geheimen,
damals noch anhängigen Disziplinarverfahren gegen Kirschner an
Landesjägermeister Karl Berktold weiter. Dieser thematisierte die
Vorwürfe gegen Kirschner in kleinem und auch in größerem Kreis.
Kirschner wurde trotzdem in den Vorstand gewählt. "Wie ich
mittlerweile weiß, hat sich Berktold tags darauf in einem gesonderten
Schreiben an Steixner dafür entschuldigt, sein Anliegen nicht
durchgebracht zu haben", so Kirschner, der in seinem Schreiben
festhält, dass der Führungsstil des Landesjägermeisters für ihn
"nicht mehr ertragbar" sei. Die Weitergabe der Unterlagen aus dem
Disziplinarakt ist in strafrechtlicher Hinsicht als höchst
problematisch zu bewerten. "Dies liegt schon hart an der Grenze zum
Amtsmissbrauch. Jedenfalls stellt sich die Frage nach der Verletzung
des Amtsgeheimnisses, die vom § 310 des Strafgesetzbuches
sanktioniert wird", analysiert Anwalt Martin Zanon die Situation.
Zanon gab seinen Rücktritt aus dem Vorstand Anfang Juni 2011 bekannt.

Rückfragehinweis:
Echo Zeitschriften und Verlags GmbH, CR Armin Muigg, Tel.: 0512/34 21 70

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