ÖAMTC: So finden Urlauber durch den europäischen "Mautdschungel" (+ Grafik)

Club-Expertin gibt Tipps zur Vermeidung von unliebsamen Überraschungen

Wien (OTS) - Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss viele Bestimmungen beachten, die teilweise stark von den österreichischen Gepflogenheiten abweichen. Vor allem die Straßenbenützungsgebühren regeln die einzelnen Länder zum Teil sehr unterschiedlich. "Oft vergessen Urlauber, dass neben den Spritkosten weitere Ausgaben für Vignetten, streckenbezogene Gebühren oder auch Sondermauten anfallen können", weiß ÖAMTC-Reiseexpertin Cornelia Schwarz.

So sind zum Beispiel ab der österreichisch/italienischen Grenze bei Thörl-Maglern für eine Fahrt nach Rimini zusätzlich rund 36 Euro Streckenmaut pro Richtung fällig. Teuer kommt auch eine Autofahrt nach Split in Kroatien. Hier muss neben der kroatischen Maut von rund 28 Euro pro Strecke auch die slowenische Vignette (Wochenvignette: 15 Euro, Monatsvignette: 30 Euro) gekauft werden. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden und das Nervenkostüm zu schonen, ist also eine gute Urlaubsplanung notwendig. Die ÖAMTC-Touristik hat zu diesem Zweck einen Wegweiser durch den "Mautdschungel" Europas erstellt.

* Vignettenpflicht: Die Vignette muss nicht nur in Österreich geklebt werden. Auch in der Schweiz, Bulgarien und Slowenien gilt die Vignettenpflicht. In Tschechien, der Slowakei und Rumänien ist die Vignette ebenfalls vorgeschrieben, allerdings nicht für Motorräder. Ein elektronisches Vignettensystem gibt es in Ungarn. Dort erhält der Lenker nach Bezahlung und Angabe des Fahrzeugkennzeichens einen Beleg, den er unbedingt aufbewahren sollte. "Beim Kauf der E-Vignette sollte die Richtigkeit der Daten, vor allem des Kennzeichens, vor der Bestätigung unbedingt nochmals kontrolliert werden", empfiehlt die ÖAMTC-Touristikerin.

* Streckenbezogene Maut: Viele europäische Staaten berechnen die Gebühr für die Straßenbenützung nach Streckenlänge. In Ländern wie Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Griechenland, der Türkei, Polen und Norwegen gibt es fixe Mautstellen, an denen bezahlt wird. Auch die Zahlungsmodalitäten sind oft unterschiedlich: In Italien werden neben Bargeld auch gängige Kreditkarten akzeptiert, in Frankreich muss bei einigen Stationen die Gebühr bar in einen Trichter geworfen werden. Wechselgeld bekommt man nicht zurück. "An solchen Stationen ist es von Vorteil, wenn man die Maut bar und genau abgezählt dabei hat. Die Abwicklung geht so wesentlich unkomplizierter und schneller vonstatten", rät die ÖAMTC-Expertin.

* Sondermauten: Reisende sollten im Urlaubsbudget auch Sondermauten einplanen, die in manchen Ländern zusätzlich zur Vignettenpflicht oder streckenbezogenen Maut anfallen können. Häufig ist die Benützung von Brücken, Passstraßen und Tunneldurchfahrten extra zu bezahlen. In manchen Städten ist die Einfahrt ins Zentrum gebührenpflichtig. Bei der Einreise nach Montenegro muss an der Grenze eine "Öko-Steuer" von derzeit zehn Euro beglichen werden. "In Deutschland gibt es mittlerweile in mehr als 40 Städten Umweltzonen. Diese dürfen nur noch mit Autos befahren werden, die beim Schad- und Feinstaubausstoß bestimmte Grenzen nicht überschreiten", erklärt Schwarz. Als Nachweis wird eine kostenpflichtige Umweltplakette verlangt, die an ausgewählten ÖAMTC-Dienststellen erhältlich ist. Infos hierzu findet man unter www.oeamtc.at/umweltzonen.

* Tunnel- und Brückengebühren: Bei vielen europäischen Tunnels und Brücken fallen Sondergebühren für die Benützung an. Italien und Frankreich sind durch den Mont-Blanc-Tunnel sowie den rund 13 Kilometer langen Fréjus-Tunnel verbunden, die kostenpflichtig sind. Auch die Fahrt durch den Großen St. Bernhard-Tunnel zwischen Italien und der Schweiz ist nicht gebührenfrei. In Griechenland wird das auf dem Festland gelegene Rion mit Antirio auf dem Peloponnes durch eine acht Kilometer lange, mautpflichtige Brücke verbunden. Auch für eine Fahrt über die dänische Storebaelt-Brücke, die den Autoverkehr zwischen Kopenhagen und dem kontinentalen Landesteil ermöglicht, werden Gebühren eingehoben, ebenso für die Öresund-Verbindung nach Schweden.

Club hilft bei der Reisevorbereitung

Mit dem ÖAMTC Routenplaner unter www.oeamtc.at/routenplaner können die Mautkosten für die Fahrt in den Urlaub von zu Hause aus berechnet werden. Zusätzlich findet man in den ÖAMTC-Reiseinfos sachdienliche Tipps zu den wichtigsten Bestimmungen in den beliebtesten Reiseländern.

Vignetten für Slowenien und die Schweiz sowie die Viacard zur Bezahlung der italienischen Maut sind bei allen ÖAMTC-Dienststellen erhältlich. Die Slowakei-Vignette gibt es bei den Dienststellen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, die tschechische Variante in der ÖAMTC-Zentrale am Wiener Schubertring und bei der ÖAMTC-Grenzdienststelle Gmünd. Die ungarische E-Vignette kann man bei der ÖAMTC-Grenzdienststelle Nickelsdorf beziehen.

Aviso an die Redaktionen:
Eine Grafik zu Vignetten-, Maut- und Sondermautpflicht in Europa ist im ÖAMTC-Fotoservice unter www.oeamtc.at/presse abrufbar.

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