• 22.06.2011, 09:44:18
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Familienbund-Gottweis: "Sitzenbleiben" oder nicht "Sitzenbleiben" ist nicht die Frage

Den Problemen auf den Grund gehen. Familienbund fordert Krisenkarenz

Wien/St.Pölten (OTS) - "Bereits in unserem Bildungsprogramm
verweisen wir darauf: Wenn Kinder nicht fähig sind zu Lernen und
Leistung zu erbringen braucht es ein Maßnahmenbündel", erklärt die
Präsidentin des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Andrea
Gottweis, anlässlich der Diskussion um die Aufstiegsmöglichkeit in
der Oberstufe und Berufsbildenden höheren Schulen mit drei "Nicht
genügend".

"Gerade Leistungsabfall in der Schule ist ein Indiz für ein "Es
geht mir nicht gut". Und da muss angesetzt werden. Es kann am
ädagogischen Ansatz der Lehrperson liegen, an persönlichen Disputen,
Problemen zuhause - was auch immer. Die von uns vorgeschlagene
Krisenkarenz wäre zum Beispiel eine Möglichkeit der gesamten Familien
eines solchen Jugendlichen nachhaltig zu helfen. Mit der
"Krisenkarenz" - angelehnt an das Modell der Bildungskarenz - wäre
eine Möglichkeit für Väter oder Mütter geschaffen, eine bestimmte
Zeit in Karenz zu gehen. Diese "Krisenkarenz" wird dann tragend, wenn
sich z.B. das Kind in einer schwierigen Situation befindet, nicht
mehr zurechtkommt und besondere Zuwendung und Hilfe braucht. Durch so
eine Maßnahme verbunden mit verpflichtenden familienunterstützenden
Angeboten (Familienberatung, Krisenintervention, Elternbildung, etc.)
können die hohen Folgekosten für das System gesenkt werden, die durch
spätere Interventionen bei Verhaltenskrisen von Jugendlichen
entstehen. Prävention erspart den Heranwachsenden und den Familien
viel Kummer und der Gesellschaft teure Reparaturen.

"Abgesehen davon muss die schulpartnerschaftliche Arbeit von
Eltern und Pädagogen intensiviert werden und Eltern vermehrt in ihrer
Pflicht als Begleitung und Unterstützung ihres Nachwuchses gestärkt
werden. Es ist nicht Aufgabe der Eltern den Unterrichtsstoff ihren
Kindern zu vermitteln. Kompetentes und kommunikatives Auftreten für
das Kindeswohl in Zusammenarbeit mit der ausgewählten Schule fällt
jedoch sehr wohl in die "to-do-Liste" der Erziehungsberechtigten.
Hier liegt leider nach wie vor vieles im Argen", bringt es Gottweis
auf den Punkt.

Mit dem Modulsystem selbst kann sich der Österreichische
Familienbund anfreunden. "Dieses macht aber auch nur dann Sinn, wenn
der Lehrstoff entsprechend modernisiert wird und auch das
Lehrpersonal ebenso geschult wird. Eine Aufwertung des
Pädagogenberufes ist dringend notwendig, ebenso wie die Erhöhung des
Einstiegsgehalts mit einer Abflachung der Einkommenskurve. Ebenso ist
dabei darauf zu achten, dass die Umsetzung dieses Modulssystems nur
mit entsprechenden baulichen Maßnahmen möglich ist. Viele
Schulgebäude platzen jetzt bereits aus allen Nähten. Und auch hier
muss noch nachgedacht werden, wie es zu einer umsetzbaren Lösung für
alle Beteiligten: Schüler, Eltern, Lehrpersonal kommt", schließt die
Familienbund-Präsidentin.

Das komplette Bildungsprogramm des Österreichischen Familienbundes
steht auf www.familienbund.at zum Download bereit.

Rückfragehinweis:

Österreichischer Familienbund
   Marietheres van Veen
   Pressesprecherin
   Tel.: ++43 664/200 90 57
   mailto:[email protected]
   www.familienbund.at

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