"Wiener Zeitung": Koren als Präsident bei der Banken-Staatsholding - SP skeptisch wegen Tätigkeit als ÖIAG-Aufsichtsrat

Von Reinhard Göweil

Wien (OTS) - Stephan Koren, der vor kurzem aus dem Bawag-Vorstand ausgeschieden ist, soll neuer Aufsichtsratspräsident der staatlichen Bankenholding Fimbag werden. Er würde dort Veit Sorger ablösen, Präsident der Industriellenvereinigung. Die Koalition dürfte sich -so ist zu hören - auf den 53-jährigen Koren verständigt haben.

Die Fimbag verwaltet für die Republik die verstaatlichten Banken Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria sowie die Kapitaleinschüsse an Erste-Gruppe, Raiffeisen, Bawag und Volksbanken.

Stellvertretender Aufsichtsratspräsident der Staatsholding bleibt Hannes Androsch. Den Vorstand der Gesellschaft bilden die beiden Ex-Notenbankchefs Adolf Wala und Klaus Liebscher.

Wenn Koren den Job nimmt, müsste er allerdings aus dem Aufsichtsrat der Wüstenrot ausscheiden, ist aus Polit-Kreisen zu hören. An Wüstenrot ist die Bawag beteiligt, die 550 Millionen aus dem Bankenhilfspaket in Anspruch genommen hat. In SP-Kreisen wird nicht sehr gerne gesehen, dass Stephan Koren seit 2010 im Aufsichtsrat der ÖIAG sitzt. So gibt es in Teilen der ÖVP die Bestrebung, Bankenholding und ÖIAG zusammenzuführen. Allerdings hätte in der ÖIAG die Republik keine direkte Möglichkeit, die Gremien zu besetzen und die Entwicklung der verstaatlichten Banken zu kontrollieren. Dies dürfte noch zu Diskussionen der beiden Regierungsparteien führen.

Derzeit schalten und walten dort das VP-dominierte Finanzministerium und der Anwalt des Bundes, die Finanzprokuratur. Die Kapitalherabsetzung bei der Hypo Alpe Adria um mehr als 750 Millionen Euro (zur Abdeckung des Jahresverlusts) wurde demnach - so ist zu hören - im Finanzministerium beschlossen, die eigentlichen Entscheidungs-Organe hätten dabei wenig mitzureden gehabt.

Hannes Androsch hatte sich davor skeptisch über die Zukunft der Hypo Alpe Adria gezeigt. Er glaubt, dass nach Abwicklung der Bank ein "Milliardenbetrag" für den Steuerzahler übrig bleiben könnte.

Die Skepsis wird genährt, weil es für den zum Verkauf stehenden Österreich-Teil der Kärntner Hypo keine signifikanten Angebote geben soll. Die gebotenen Preis sollen zwischen 60 und 100 Millionen Euro liegen, das ist deutlich zu wenig, um die Bank (und das Risiko des Bundes) damit zu entlasten. Interessenten aus den GUS-Ländern werden von der Nationalbank und der Europäischen Zentralbank kritisch gesehen, weil eine EU-weit gültige Banklizenz dabei mitverkauft wird.

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