- 21.06.2011, 16:46:13
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"Wiener Zeitung": Koren als Präsident bei der Banken-Staatsholding - SP skeptisch wegen Tätigkeit als ÖIAG-Aufsichtsrat
Von Reinhard Göweil
Wien (OTS) - Stephan Koren, der vor kurzem aus dem Bawag-Vorstand
ausgeschieden ist, soll neuer Aufsichtsratspräsident der staatlichen
Bankenholding Fimbag werden. Er würde dort Veit Sorger ablösen,
Präsident der Industriellenvereinigung. Die Koalition dürfte sich -
so ist zu hören - auf den 53-jährigen Koren verständigt haben.
Die Fimbag verwaltet für die Republik die verstaatlichten Banken
Kommunalkredit und Hypo Alpe Adria sowie die Kapitaleinschüsse an
Erste-Gruppe, Raiffeisen, Bawag und Volksbanken.
Stellvertretender Aufsichtsratspräsident der Staatsholding bleibt
Hannes Androsch. Den Vorstand der Gesellschaft bilden die beiden
Ex-Notenbankchefs Adolf Wala und Klaus Liebscher.
Wenn Koren den Job nimmt, müsste er allerdings aus dem Aufsichtsrat
der Wüstenrot ausscheiden, ist aus Polit-Kreisen zu hören. An
Wüstenrot ist die Bawag beteiligt, die 550 Millionen aus dem
Bankenhilfspaket in Anspruch genommen hat. In SP-Kreisen wird nicht
sehr gerne gesehen, dass Stephan Koren seit 2010 im Aufsichtsrat der
ÖIAG sitzt. So gibt es in Teilen der ÖVP die Bestrebung,
Bankenholding und ÖIAG zusammenzuführen. Allerdings hätte in der ÖIAG
die Republik keine direkte Möglichkeit, die Gremien zu besetzen und
die Entwicklung der verstaatlichten Banken zu kontrollieren. Dies
dürfte noch zu Diskussionen der beiden Regierungsparteien führen.
Derzeit schalten und walten dort das VP-dominierte Finanzministerium
und der Anwalt des Bundes, die Finanzprokuratur. Die
Kapitalherabsetzung bei der Hypo Alpe Adria um mehr als 750 Millionen
Euro (zur Abdeckung des Jahresverlusts) wurde demnach - so ist zu
hören - im Finanzministerium beschlossen, die eigentlichen
Entscheidungs-Organe hätten dabei wenig mitzureden gehabt.
Hannes Androsch hatte sich davor skeptisch über die Zukunft der Hypo
Alpe Adria gezeigt. Er glaubt, dass nach Abwicklung der Bank ein
"Milliardenbetrag" für den Steuerzahler übrig bleiben könnte.
Die Skepsis wird genährt, weil es für den zum Verkauf stehenden
Österreich-Teil der Kärntner Hypo keine signifikanten Angebote geben
soll. Die gebotenen Preis sollen zwischen 60 und 100 Millionen Euro
liegen, das ist deutlich zu wenig, um die Bank (und das Risiko des
Bundes) damit zu entlasten. Interessenten aus den GUS-Ländern werden
von der Nationalbank und der Europäischen Zentralbank kritisch
gesehen, weil eine EU-weit gültige Banklizenz dabei mitverkauft wird.
Rückfragehinweis:
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Tel.: +43 1 206 99-474
mailto:[email protected]
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