- 21.06.2011, 14:27:21
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LehrerInnen fordern gemeinsame Schule der 10-14 Jährigen!
Handlungsunfähigkeit der Koalition löst Verärgerung bei Betroffenen aus
Wien (OTS) - In Anbetracht der anhaltenden Handlungsunfähigkeit
der Regierungsparteien in Sachen Aufsteigen mit drei "Nicht Genügend"
und der Bildungsreform insgesamt, haben sich heute auch LehrerInnen
die sich im Rahmen des "Volksbegehren Bildungsinitiative" engagieren,
zu Wort gemeldet und bezeichnen die Blockierermentalität der ÖVP als
"untragbar".
Heidi Schrodt, Bildungsexpertin und Vorsitzende der Initiative
"Bildung Grenzenlos" die als langjährige AHS-Lehrerin und Direktorin
mit der Situation der Lehrenden bestens vertraut ist. Sie könne im
Gegensatz zu diversen Politikern auf jahrelange Erfahrungen mit dem
Modulsystem zurückgreifen und bezeichnet das neuerliche Zurückrudern
der ÖVP als "exemplarisch für die Rückschrittlichkeit und
Uninformiertheit dieser Partei. Anstatt konstruktive Anregungen von
jenen, die sich täglich in den Schulen engagieren ernst zu nehmen,
versteift man sich aus ideologischen Gründen auf bildungspolitische
Positionen aus der Steinzeit", so Schrodt. Es sei notwendig endlich
von der Bildungsbremse zu treten und mit gebündelten Kräften zur
dringend notwendigen Modernisierung des österreichischen
Bildungssystems beizutragen, so Schrodt in Richtung der
"Bildungsverweigerer" aus den Reihen der ÖVP.
Als zentrales Element einer solchen Modernisierung, sieht Schrodt
die gemeinsame Schule der 10-14-Jährigen. Sie erkennt in der frühen
Trennung, das grundlegende Problem in der Struktur des
österreichischen Bildungssystems. "Es gibt einen zentralen Grund für
diese Forderung: diese frühe Trennung führt zu einer massiven
Benachteiligung bestimmter Gruppen. Zahlreiche Studien belegen, dass
Kinder aus den so genannten bildungsfernen Schichten, wesentlich
niedrigere Chancen auf eine höhere Bildung haben. Dem würde die
gemeinsame Schule definitiv entgegen wirken", so Bildungsexpertin
Schrodt. Zudem richtet sich ihre Kritik auch gegen jene, die
versuchen die Debatte um die gemeinsame Schule, scheinideologisch zu
führen. "Diejenigen, die ständig die Nivellierung nach unten durch
die Gesamtschule trommeln, wissen ganz genau, dass es DIE
Gesamtschule gar nicht gibt. Was wir in Österreich brauchen ist eine
Aufhebung der Trennung mit 10 und danach müssen wir uns an den besten
Modellen für eine gemeinsame Schule orientieren. Dafür gibt es einige
brauchbare Beispiele in Europa", so Schrodt die auch Vorsitzende der
Initiative "Bildung Grenzenlos" ist.
Thomas Bulant, Hauptschullehrer, FSG-Bundesvorsitzender und
Vorsitzender-Stellvertreter in der Pflichtschullehrergewerkschaft in
der GÖD, erkennt dringenden Reformbedarf an vielen Baustellen. "Was
momentan passiert, führt in erster Linie zu einer Demotivierung
engagierter LehrerInnen. Wir rutschen von einem Schulversuch zum
nächsten, ohne dass sich dabei aber substantiell etwas ändert"
erklärt Bulant. Er kritisiert dabei unter anderem, dass zum Beispiel
"sehr viel in schülerzentrierte Lernformen investiert wird, die
LehrerInnen das erworbene Wissen aber nicht einsetzen können, weil
wir nach wie vor in schachtelartigen Klassenzimmern unterrichten
müssen. Für offene Lernformen sind diese aber in höchstem Maße
unbrauchbar", so Bulant und fordert grundlegende Veränderungen im
Schulbetrieb, von der Schularchitektur, über die
LehrerInnenausbildung bis hin zu Verwaltung. "Über zu wenige Probleme
können wir nicht klagen", so Hauptschullehrer Bulant.
Auch Prof. Bernd Schilcher, Mitinitiator des "Volksbegehrens
Bildungsinitiative" schließt sich den LehrerInnen in ihren
Forderungen an und gibt zu bedenken, dass die Arbeit für gleiche
Bildungschancen gar nicht früh genug beginnen kann und betont dabei
die Rolle, die schon der Kindergarten in diesem Zusammenhang spielt.
Das grundlegende Problem, warum in Österreich diese Chancen aber
nicht genützt bzw. geboten werden können, sieht er in der
Zuständigkeit der Länder für die Kindergärten. "Wir müssen hier
einheitliche Konzepte und Verantwortungen schaffen, dafür ist es
unablässig, dass die Kindergärten unter die Zuständigkeit des Bundes
fallen", so Schilcher.
Diese Statements können von MedienvertreterInnen auch unter
www.o-ton.at im Originalton heruntergeladen werden.
Rückfragehinweis:
Volksbegehren Bildungsinitiative (VBBI) Mag.a Theresa Aigner, Pressereferentin Tel.: 01/3100740-24 Mobil: 0680/3208960 mailto:[email protected] http://www.vbbi.at/
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