- 21.06.2011, 12:44:54
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Leben und arbeiten in alternden Gesellschaften
forum bmvit über Konzepte und Technologien für den demografischen Wandel

Wien (OTS/bmvit) - Vor 150 Jahren habe Europa noch einen Anteil
von 25 Prozent an der Weltbevölkerung gehabt, bis 2050 werde er nur
noch fünf Prozent betragen. Das bedeute eine dramatische Verschiebung
im globalen Kräfteparallelogramm, erklärte Ingolf Schädler,
Bereichsleiter Innovation im Bundesministerium für Verkehr,
Innovation und Technologie (bmvit) am Montag Abend bei der Eröffnung
der jüngsten Diskussionsveranstaltung im Rahmen des forum bmvit mit
dem Titel: "Leben und arbeiten in alternden Gesellschaften - Konzepte
und Technologien für den demografischen Wandel". "Wir dürfen aber vor
diesen Entwicklungen nicht erstarren", betonte Schädler, "sondern
müssen auch das Chancenpotenzial, das darin liegt, erkennen und
nützen. Technologie ist eine Antwort darauf."
Wolfgang Lutz, im Vorjahr mit dem Wittgenstein-Preis ausgezeichnet
und Direktor des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human
Capital, unterstrich in seiner faszinierenden Keynote die eminente
Rolle, die Bildung in den globalen demografischen Entwicklungen
spielt. Sie sei der wichtigste Hebel um die Herausforderungen
demografischen Wandels zu bestehen. Die Szenarien für Österreich
zeigten dabei aber noch beträchtlichen Aufholbedarf. In der
Diskussion betonte Jens Dangschat, Soziologieprofessor an der TU
Wien, dass wir uns vom traditionellen Bild des biologischen Alters
verabschieden müssen. Anforderungen und Bedürfnisse diferenzieren
sich aus, das erfordere flexible Antworten. Dies glte auch in der
Mobilität erklärte Katja Schechtner, Mobilitätsforscherin am Austrian
Institute of Technology. Die Verkehrsangebote würden heute in einer
viel größeren bandbreite genutzt. Es gehe nicht darum ein System für
die Altersgruppe 65 plus zu schaffen, sondern ein
"all-inclusive-System", das hohe Qualität für alle garantiere.
Aus der Sicht eines Stahlunternehmens, erklärte Enno Arenholz von
der Konzernforschung der voestalpine, gehe es zum einen darum, die
Produktionsprozesse so zu gestalten, dass Menschen länger im
Arbeitsprozess bleiben können, etwa durch verstärkte Automation und
Einsatz von Robotik. Zum anderen entsteht natürlich auch neue
Nachfrage, etwa nach Materialien und Produkten im medizinischen
Bereich. Ingmar Goetzloff, beim IT-Anbieter Beko für Smart Homes
Solutions verantwortlich, berichtete über eine im vergangenen Jahr in
Linz eröffnete Wohnhausanlage als Pilotprojekt, in der intelligente
technische Systeme gebrechlichen Menschen eines autonomes Leben mit
Versorgungssicherheit in der eigenen Wohnung ermöglichen. Die derzeit
noch hohen Kosten machten dieses Modell zwar noch nicht
massentauglich. Aber mittlere Sicht könnten sie aber vielleicht mit
den realen Kosten einer Altenheimbetreuung konkurrieren.
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Rückfragehinweis:
Susanna Enk
Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures
Telefon: +43 (0)1 71162 658121
E-Mail: [email protected]
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