Öffnungszeiten: BZÖ-Bucher präsentiert "Goldenen Mittelweg"

Ex-REWE-Chef Veit Schalle für verbesserte Öffnungszeiten

Wien (OTS) - BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher hat heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ehemaligen REWE-Generaldirektor Veit Schalle das BZÖ-Modell der Ladenöffnungszeiten präsentiert. Kernstücke des BZÖ-Modells sind eine Ausweitung der Öffnungszeiten von Montag bis Samstag auf 6.00 bis 22.00 Uhr, also 96 Stunden Wochenöffnungszeit; das Bekenntnis zum arbeitsfreien Sonntag, aber die freiwillige Möglichkeit, sechs Sonntage oder Feiertage im Jahr aufzusperren und die Möglichkeit der generellen Sonntagsöffnung in Tourismusgebieten wie der Wiener Innenstadt. "Der BZÖ-Vorschlag ist der goldene Mittelweg zwischen den Interessen der Wirtschaft, der Arbeitnehmer und der Konsumenten. Wir wollen so wenige Regelungen wie nötig und soviel Markt wie möglich", betonte Bucher.

Bucher unterstrich die Bedeutung des Handels für die österreichische Wirtschaft; Zwölf Prozent des BIP und 223 Milliarden Umsatz im Jahr 2008 seien beeindruckende Zahlen. Der BZÖ-Chef rechnet bei der Umsetzung des BZÖ-Modells mit 20.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Handel und einem Stopp des bisherigen Kaufkraftabflusses in den grenznahen Regionen. Schon derzeit würden 680.000 Österreicherinnen und Österreicher regelmäßig am Sonntag arbeiten, übers Jahr gesehen sogar über eine Million. Auch im Handel müsse es eine zeitgemäße Regelung geben. Bucher: "Das BZÖ hat mit seinem Modell versucht, den maximalen Nenner aller Interessen zu finden".

Konkret will Bucher erstens eine Ausweitung der Öffnungszeiten von Montag bis Samstag auf 6.00 bis 22.00 Uhr, das sind künftig 96 Stunden, statt der bisherigen 72 Stunden Öffnungsmöglichkeit. Zweitens bekennt sich das BZÖ zum arbeitsfreien Sonntag, aber schlägt die Einrichtung von pro Jahr sechs frei wählbaren Sonn- oder Feiertagen vor, an denen geöffnet werden darf. Diese Sonntagsöffnung soll in einer dreijährigen Testphase erprobt und dann evaluiert werden. Drittens soll die Möglichkeit einer generellen Sonntagsöffnung in Tourismusgebieten in der Zeit von 14.00 bis 19.00 Uhr bestehen - also beispielsweise in der Wiener Innenstadt.

Als Ausgleich für die Arbeitnehmer verlangt Bucher die gesetzliche Festschreibung eines hundertprozentigen Sonntagszuschlages und an Feiertagen 100 Prozent Lohnzuschlag und hundert Prozent Zeitausgleich. "Das ist ein goldener Mittelweg und die Zusammenführung aller Interessen", so der BZÖ-Chef.

Veit Schalle verlangte zusätzlich die Sortimentsfreigabe für Flughafen- und Bahnhofsshops, die schon bisher an Sonntagen offen halten konnten, aber nur Reiseproviant verkaufen durften. Schalle unterstütze das BZÖ-Modell und sprach sich gegen eine völlige Freigabe der Öffnungszeiten aus. Seine Erfahrungen als REWE-Generaldirektor hätten gezeigt, dass sich beispielsweise in den benachbarten Ostländern die 24-Stunden-Öffnungszeiten einfach nicht rechnen würden. Gleichzeitig wies Schalle darauf hin, dass es mit den Onlinehändlern wo man als Konsument schon jetzt 24 Stunden sieben Tage die Woche einkaufen könne, eine immer stärkere Konkurrenz für den herkömmlichen Handel gebe. Dieser internationalen Konkurrenz könne man nur mit einer vernünftigen Ausweitung der Öffnungszeiten kontern. "Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden gerade viele kleine Geschäfte sterben", so Schalle.

Rückfragen & Kontakt:

Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BZC0003