- 21.06.2011, 12:28:19
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Öffnungszeiten: BZÖ-Bucher präsentiert "Goldenen Mittelweg"
Ex-REWE-Chef Veit Schalle für verbesserte Öffnungszeiten
Wien (OTS) - BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher hat heute in einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ehemaligen REWE-Generaldirektor
Veit Schalle das BZÖ-Modell der Ladenöffnungszeiten präsentiert.
Kernstücke des BZÖ-Modells sind eine Ausweitung der Öffnungszeiten
von Montag bis Samstag auf 6.00 bis 22.00 Uhr, also 96 Stunden
Wochenöffnungszeit; das Bekenntnis zum arbeitsfreien Sonntag, aber
die freiwillige Möglichkeit, sechs Sonntage oder Feiertage im Jahr
aufzusperren und die Möglichkeit der generellen Sonntagsöffnung in
Tourismusgebieten wie der Wiener Innenstadt. "Der BZÖ-Vorschlag ist
der goldene Mittelweg zwischen den Interessen der Wirtschaft, der
Arbeitnehmer und der Konsumenten. Wir wollen so wenige Regelungen wie
nötig und soviel Markt wie möglich", betonte Bucher.
Bucher unterstrich die Bedeutung des Handels für die österreichische
Wirtschaft; Zwölf Prozent des BIP und 223 Milliarden Umsatz im Jahr
2008 seien beeindruckende Zahlen. Der BZÖ-Chef rechnet bei der
Umsetzung des BZÖ-Modells mit 20.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im
Handel und einem Stopp des bisherigen Kaufkraftabflusses in den
grenznahen Regionen. Schon derzeit würden 680.000 Österreicherinnen
und Österreicher regelmäßig am Sonntag arbeiten, übers Jahr gesehen
sogar über eine Million. Auch im Handel müsse es eine zeitgemäße
Regelung geben. Bucher: "Das BZÖ hat mit seinem Modell versucht, den
maximalen Nenner aller Interessen zu finden".
Konkret will Bucher erstens eine Ausweitung der Öffnungszeiten von
Montag bis Samstag auf 6.00 bis 22.00 Uhr, das sind künftig 96
Stunden, statt der bisherigen 72 Stunden Öffnungsmöglichkeit.
Zweitens bekennt sich das BZÖ zum arbeitsfreien Sonntag, aber schlägt
die Einrichtung von pro Jahr sechs frei wählbaren Sonn- oder
Feiertagen vor, an denen geöffnet werden darf. Diese Sonntagsöffnung
soll in einer dreijährigen Testphase erprobt und dann evaluiert
werden. Drittens soll die Möglichkeit einer generellen
Sonntagsöffnung in Tourismusgebieten in der Zeit von 14.00 bis 19.00
Uhr bestehen - also beispielsweise in der Wiener Innenstadt.
Als Ausgleich für die Arbeitnehmer verlangt Bucher die gesetzliche
Festschreibung eines hundertprozentigen Sonntagszuschlages und an
Feiertagen 100 Prozent Lohnzuschlag und hundert Prozent
Zeitausgleich. "Das ist ein goldener Mittelweg und die
Zusammenführung aller Interessen", so der BZÖ-Chef.
Veit Schalle verlangte zusätzlich die Sortimentsfreigabe für
Flughafen- und Bahnhofsshops, die schon bisher an Sonntagen offen
halten konnten, aber nur Reiseproviant verkaufen durften. Schalle
unterstütze das BZÖ-Modell und sprach sich gegen eine völlige
Freigabe der Öffnungszeiten aus. Seine Erfahrungen als
REWE-Generaldirektor hätten gezeigt, dass sich beispielsweise in den
benachbarten Ostländern die 24-Stunden-Öffnungszeiten einfach nicht
rechnen würden. Gleichzeitig wies Schalle darauf hin, dass es mit den
Onlinehändlern wo man als Konsument schon jetzt 24 Stunden sieben
Tage die Woche einkaufen könne, eine immer stärkere Konkurrenz für
den herkömmlichen Handel gebe. Dieser internationalen Konkurrenz
könne man nur mit einer vernünftigen Ausweitung der Öffnungszeiten
kontern. "Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden gerade viele
kleine Geschäfte sterben", so Schalle.
Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ
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