Verunsicherung trübt die Shoppinglaune

Wien (OTS) - BCG-Studie zu Konsumabsichten: Trotz wirtschaftlicher Erholung mehr Zukunftsängste - 90 Prozent der Befragten in Industrieländern wollen sparen; deutsche Verbraucher hingegen optimistischer als vor der Krise

Trotz vieler Anzeichen einer weltwirtschaftlichen Erholung, ist diese noch längst nicht bei allen Konsumenten angekommen. Das belegt die neue Studie "Navigating the New Consumer Realities" der Boston Consulting Group (BCG). So geben im Schnitt 47 Prozent der befragten Verbraucher in den EU-5 Ländern an, von der Krise persönlich betroffen zu sein - und damit um sechs Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. In den USA stieg die Zahl der Betroffenen sogar um acht Prozentpunkte auf 57 Prozent. Die Ausnahme ist Deutschland, wo sich nur 28 Prozent der Befragten von der Krise betroffen fühlen.

Die Angst um die persönliche Zukunft nahm in vielen Ländern ebenfalls wieder etwas zu, so etwa unter den Konsumenten in Indien und China. In Europa zeigen sich große Unterschiede, die den Zusammenhang zwischen dem Vertrauen der Menschen und den spezifischen wirtschaftlichen Gegebenheiten ihres Landes verdeutlichen: Denn während die Anzahl der besorgten Italiener von 43 auf rund 70 Prozent innerhalb des letzten Jahres wuchs, verzeichnet das wirtschaftlich florierende Deutschland einen Rückgang von 50 auf 34 Prozent und liegt damit unter dem Niveau von 2007.

Für die Studie wurden im März und April 2011 insgesamt über 24.000 Verbraucher in 21 Ländern zu ihren Konsumgewohnheiten befragt. Österreich wurde nicht untersucht.

Zurückhaltung beim Shopping ist angesagt: Weniger Prestigekäufe -mehr Gewissen

Die negative Gefühlslage und die Veränderungen in der Wertehaltung der Konsumenten wirken sich auf das Kaufverhalten aus. Prestigekäufe werden weniger und private Investitionen gewissenhafter getätigt: 90 Prozent der Verbraucher in den Industrieländern wollen ihre Ausgaben gleichhalten oder sogar kürzen. Für Europa wird ein deutliches Nord-Südgefälle (mit Ausnahme Großbritanniens) sichtbar: Die Befragten in den skandinavischen Ländern beabsichtigen weit weniger, ihre Einkaufspläne zu drosseln, wohingegen in Griechenland über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) angibt, sich in den kommenden 12 Monaten einschränken zu wollen. Italien und Spanien liegen bei den Sparplänen bei 48 vs. 47 Prozent - und auch jeder zweite befragte Brite will sich beim Shoppen künftig zurücknehmen.

Im Gegensatz zu den Industrieländern sind Konsumenten in den Emerging Markets kauffreudiger. So planen 36 Prozent der Chinesen und 19 Prozent der Inder, ihre Ausgaben in diesem Jahr zu erhöhen - mit diesen Werten liegen sie unter den untersuchten Ländern an der Spitze. Um dieses Potenzial besser zu nutzen, raten die Experten der BCG den Konsumgüteranbietern, nicht nur auf die speziellen Bedürfnisse der neuen Verbraucher zu reagieren, sondern auch regionale Unterschiede innerhalb eines Marktes zu berücksichtigen.

Konsumtrends besser nutzen

Die neue BCG-Studie stellt insgesamt vier wichtige Trends im Konsumverhalten vor und zeigt auf, wie Unternehmen diese nutzen können. Wachstumschancen für Konsumgüteranbieter gibt es nicht nur in den Emerging Markets und bei "grünen Produkten", die umweltschonend produziert bzw. gesund sind. Eine Anpassung von Produkten auf die speziellen Bedürfnisse von Frauen sehen die BCG-Experten ebenfalls als erfolgversprechend. Denn Frauen verantworten in den Industrieländern über durchschnittlich 70 Prozent des Haushaltsbudgets; ihre Kaufkraft steigt auch in den typischen Männerbereichen. Immer mehr Verbraucher nutzen das Internet als Informationsquelle und für Preisvergleiche, zudem steigen der Onlinevertrieb und der Einfluss von Social Media Netzwerken bei Produktauswahl und -kauf. Die Bedienung dieser "neuen Kanäle" sollten Konsumgüteranbieter in ihre Überlegungen ebenfalls mit einbeziehen.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an 74 Standorten in 42 Ländern vertreten. Das Unternehmen befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2010 mit 910 Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 444 Millionen Euro. Für weitere Informationen: www.bcg.at

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