• 20.06.2011, 11:29:27
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Patientenumfrage: "Was wirklich zählt"

market-Umfrage im Auftrag der Vinzenz Gruppe bestätigt: Kranke haben andere Werthaltungen als Gesunde

Wien (OTS) - Kranke haben ganz andere Werthaltungen als Gesunde.
Das hat das market-Institut im Auftrag der Vinzenz Gruppe, einer der
größten privaten Träger von gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen,
erstmals in Österreich empirisch belegt. Kranken Menschen ist es
besonders wichtig, dass es jemanden gibt, der sich Zeit für sie nimmt
und sie wollen auch selbst mehr für andere da sein. Das "Füreinander"
bekommt einen deutlich höheren Stellenwert. "Diese Ergebnisse zeigen,
dass es falsch ist, dass Reformdebatten überwiegend aus der
Perspektive von Gesunden geführt werden: Wir brauchen einen
Paradigmenwechsel, denn wir müssen über jene Werte sprechen, die für
kranke Menschen wichtig sind. Immerhin muss es um eine menschliche
Gesundheitsreform gehen", folgert daraus Dr. Michael Heinisch,
Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe.

"Der Patient muss bei den Reformdebatten im Mittelpunkt stehen",
betont Heinisch. Er warnt vor der Entwicklung, dass alles aus dem
Blickpunkt der Rationalisierung und Automatisierung betrachtet wird.
"Natürlich müssen wir alles tun, um Doppelgleisigkeiten und
Reibungsverluste im Gesundheitswesen zu verhindern. Aber nur, um
dadurch die Mittel für den besten Dienst am Menschen freizusetzen."
Ein wichtiges Instrument dafür seien qualitäts- und kostenorientierte
Managementmethoden, die auf schlanke Strukturen und Kooperationen zur
Nutzung von Synergien setzen. "Auf diese Weise kann man viel Geld
einsparen, ohne dass es zu Leistungsreduktionen für Patienten kommt",
erklärt Heinisch. Aber ebenso wichtig sei es, im Gesundheitswesen die
Voraussetzungen für menschengerechte Rahmenbedingungen zur Heilung
und Genesung zu schaffen.

"Ein Krankenhausaufenthalt verändert den Blickwinkel auf das
eigene Leben und sensibilisiert - die egozentrischen Werte verlieren
an Bedeutung und das Gemeinsame rückt vermehrt in den Mittelpunkt,
der Blick auf das Wesentliche wird geschärft", fasst Heinisch
zusammen.

Handlungsbedarf bei der Berücksichtigung der Ängste und
Bedürfnisse der einzelnen Patienten zeigen die Umfrage-Ergebnisse,
die die Vinzenz Gruppe anlässlich ihres 15jährigen Bestehens in
Auftrag gegeben hat, auf: Vergleicht man aus dem Blickwinkel der
Patienten und der Bevölkerung, welche Themen an Bedeutung gewonnen
haben, so haben bei den Patienten die Gemeinsamkeitswerte stark
zugelegt; besonders deutlich ist dieser Zuwachs bei der Aussage "ein
Umfeld zu haben, dem man sich mit seinen Ängsten und Sorgen
anvertrauen kann". Verglichen mit der Bevölkerung ist doppelt so
vielen Patienten - 38 Prozent - dieser Aspekt wichtiger geworden.

Einen höheren Stellenwert bekommt im Krankheitsfall auch das
Füreinander. "Selbst für andere da sein zu können" ist 56 Prozent der
Bevölkerung wichtig - unter den Spitalspatienten sind es um zehn
Prozent mehr, nämlich 66 Prozent, die selber aktiv für andere sein
wollen. Genau der gleiche Unterschied zeigt sich im Faktor Zeit für
Familie und Freunde: Für 58 Prozent der Bevölkerung spielt dieser
Aspekt eine große Rolle für ein erfülltes Leben. Bei den
Spitalspatienten sind es 68 Prozent.

Auch die Bedeutung von Orientierungssuche und Spiritualität legt
im Krankheitsfall zu: Während in der Bevölkerung "sich mit Gott zu
beschäftigen" immer weniger Verbreitung findet (minus 6 Prozent), ist
bei den Patienten ein gegenläufiger Trend festzustellen. Sieben
Prozent der befragten Patienten beten häufiger als noch vor dem
Krankenhausaufenthalt.

"Generell werden die Ich-lings-Werte im Krankheitsfall als
deutlich weniger wichtig erlebt und rangieren bei der Umfrage ganz
unten", erklärt Dr. Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des Linzer
market-Instituts. "Der Vergleich zwischen Bevölkerung und Patienten
zeigt hier das größte Minus. In der Ausnahmesituation Krankenhaus
werden Themen wie 'sein Leben selbst in die Hand zu nehmen', die
'persönliche Freiheit' oder 'Zeit für sich zu haben' als weniger
wichtig erlebt als von gesunden Menschen."

Die veränderte Werthaltung beeinflusst auch die Wahrnehmung eines
Krankenhausaufenthaltes. Das zeigen auch die Umfrage-Ergebnisse: 38
Prozent der Bevölkerung geben an, dass es ihnen sehr wichtig ist,
dass von den Mitarbeitern des Krankenhauses Rücksicht auf ihre
individuelle Situation genommen wird. Dieser Wunsch steigt bei den
Krankenhauspatienten auf 51 Prozent an. "Für die Patienten wird
individuelle Betreuung immer wichtiger - sie erwarten sich
Rücksichtnahme auf ihre individuelle Situation", berichtet Heinisch.
Generell wünschen sich spontan 55 Prozent der Patienten von den
Krankenhaus-Mitarbeitern Freundlichkeit, Fürsorge, Respekt,
Hilfsbereitschaft und Aufmerksamkeit. 63 Prozent der Patienten
betonen, dass es wichtig sei, dass im Krankenhaus zusätzlich zur
medizinischen Betreuung auch auf die Seele der Menschen eingegangen
wird. Immerhin fast die Hälfte - 42 Prozent der Patienten - geben an,
dass sie eine seelsorgliche Unterstützung bei der Suche nach einer
besseren Lebensgestaltung als hilfreich empfinden.

Diese Ergebnisse bestätigen auch den Weg, der in den
Krankenhäusern und Pflegehäusern der Vinzenz Gruppe beschritten wird.
"Die Vinzenz Gruppe setzt nicht allein auf höchste Kompetenz bei
Medizin und Pflege. Es braucht mehr. Die menschliche Zuwendung hat
bei uns einen besonderen Stellenwert. Christliche Werte bestimmen
auch die Führung der Vinzenz Gruppe. Sie machen moderne Medizin mit
Qualität und Seele erst möglich", so Heinisch abschließend.

Die genauen Umfrageergebnisse und weitere Informationen unter
www.vinzenzgruppe.at/presse

Rückfragehinweis:

Annemarie Kramser
   Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH, Wien
   Leitung Kommunikation
   Gumpendorfer Straße 108, 1060 Wien
   Mobil : +43 /664 412 50 39
   E-Mail :[email protected]
   www.vinzenzgruppe.at

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