- 20.06.2011, 08:17:36
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Massentötung von Krähen in Steiermark ist sinnlos und gesetzwidrig
VIER PFOTEN kündigt rechtliche Schritte an
Wien (OTS) - Die Massentötung der Rabenvögel ist nicht
zielführend, da die Zeit der Aussaat bereits vorbei ist. Weiters ist
die vom Land Steiermark beschlossene Notverordnung rechtlich nicht
gedeckt. Gänzlich ungeklärt ist, wie die Zahl der zum Abschuss
freigegebenen Vögel sowie die kolportierte Schadenssumme der
Ernteschäden zustande gekommen sind.
"Diese Verordnung mit dem geplanten Massenabschuss von 35.000
Krähen, Elstern und Eichelhähern ist eine politische Entgleisung und
ein schändlicher Anschlag auf den Natur- und Tierschutz in der
Steiermark", bringt es Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER
PFOTEN, auf den Punkt.
Fraglich ist, wie es überhaupt zu dieser Verordnung kommen konnte.
Rabenvögel unterliegen dem Naturschutzgesetz. Deshalb ist es mehr als
verwunderlich und zudem gesetzeswidrig, eine Verordnung nach dem
Jagdgesetz zu beschließen, welche die Tötung von Tieren freigibt.
"Wir werden ein Vertragsverletzungsverfahren in Brüssel anstreben,
denn es kann nicht angehen, dass in einem Rechtsstaat Gesetze mit
Füßen getreten werden, die 35.000 Tieren einen sinnlosen Tod
bescheren sollen", so Stadler.
Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN rät Landesrat Seitinger,
sich mit Vertreibungsmaßnahmen zur sensiblen Zeit der Aussaat
auseinanderzusetzen, anstatt den Landwirten mit dieser - im wahrsten
Sinne - Schnellschussaktion Sicherheit für ihre Ernten vorzugaukeln.
Die Aktion schießt am Ziel vorbei und hat reinen Placeboeffekt.
Wildbiologe Dr. Helmuth Wölfel, Vorstandsmitglied am Institut für
Wildbiologie Göttingen und Dresden e.V., hat sich intensiv mit der
Lebensweise von Elstern und Eichelhähern befasst. Die Vorwürfe, dass
Elstern und Eichelhäher für Schäden in der Landwirtschaft
verantwortlich gemacht werden sind für Wölfel unhaltbar und nicht
nachvollziehbar und entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage:
"Eichelhäher sind gern gesehene Gäste und sogar Helfer in der
Forstwirtschaft. Es gibt auch keinerlei Nachweise, dass Elstern für
Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich gemacht werden können."
VIER PFOTEN hat unter www.vier-pfoten.at/kraehen einen
Online-Appell an die zuständigen Landesräte eingerichtet und erwartet
sich ein rasches Umdenken für Naturschutz und Einhaltung der
Gesetzgebung.
Rückfragehinweis:
Anita Hauser
Programs AT
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
0664 848 55 65
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