H.P. Martin: Unwirsche chinesische Reaktion auf Hallstatt-Kopievorwurf

Bregenz (OTS) - Wird geplanter Dorfklon zur Raubkopie? / Darf man historische Kulturgüter klonen? / Chinesische Investoren sollen mit Hallstatt und UNESCO verhandeln / Grundsatzfragen EU-China tangiert / Verbotene Stadt Eins-zu Eins in Europa?

Zha Peixin, stellvertretender Vorsitzender des Außenpolitischen Ausschusses des Chinesischen Volkskongresses und Leiter der China-Delegation beim EU-Parlament, hat die Kritik an dem detailgetreuen Nachbau des österreichischen Weltkulturerbe-Ortes Hallstatt in der chinesischen Provinz Guangdong ungewöhnlich heftig zurück gewiesen.

Gegenüber dem unabhängigen österreichischen EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin, einem langjährigen Mitglied der parlamentarischen EU-China-Delegation, erklärte Zha: "Was soll das? Wir haben da unsere Pläne und verbitten uns eine Einmischung. Sie bauen in Europa doch auch chinesische Gärten."

H.P. Martin dazu: "Die unwirsche Reaktion ist bedauerlich. Auch ist eine Gartengestaltung in einem bestimmten Stil nicht vergleichbar mit dem Klonen alter Kulturgüter.

Hinter dem Projekt steht mit "China Minmetals" ein milliardenschweres, staatseigenes Unternehmen, das mit dem Abbau Seltener Erde reich wurde und massiv in die Immobilien-Spekulation investiert.

Heimlich wurde nun mittels Architektur-Spionage ein Plagiat von Hallstatt auf den Weg gebracht - genannt "Hashitate", eine Luxuswohnsiedlung in Buluo. Um zu verhindern, dass daraus eine Raubkopie wird, bedarf es Verhandlungen des Unternehmens mit der UNESCO und dem Ort Hallstatt.

Anders als Zha Peixin hat das Mitglied des Rechtsausschusses des Chinesischen Volkskongresses, Wu Xiahou, ja eine Prüfung der Frage in China angekündigt.

Was wäre umgekehrt, wenn man die Verbotene Stadt im Zentrum Beijings in einem EU-Industrie-Brachland ohne Vereinbarungen nachbauen würde - oder den Nationalen Volkskongress samt Platz des Himmlischen Friedens?"

H.P. Martin wird Hallstatt und Copyright-Fragen jedenfalls bei der nächsten Sitzung des parlamentarischen EU-China-Ausschusses in Beijing im August dieses Jahres zum Thema machen.

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