"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Blechen für Pleitiers"

Wo bleibt die Info-Offensive, warum wir noch mehr Euros nach Athen tragen?

Wien (OTS) - Josef Buchers Partei kämpft ums Überleben. In Umfragen schafft das BZÖ, das der jetzige BZÖ-Mandatar Ewald Stadler einst "Bienenzüchter-Verein-Österreichs" nannte, gerade noch den Sprung über die lebensnotwendige Vier-Prozent-Hürde. Bucher & Co. sehen offenbar in der Finanznot der Griechen ihren letzten Rettungsanker: "Genug gezahlt. Wir brauchen keinen Schutzschirm, sondern ein Schutzhirn in Brüssel." Orange betreibt so nur das Geschäft der blauen Mutterpartei. Die trommelt lauter und simpler:
"Unser Geld für unsere Leute."
Maria Fekter, im Finanzministerium als "Eiserne Lady" des Euro besetzt, übt in der neuen Rolle noch. Im Moment gibt sie die Beschwichtigungs-Hofrätin: Die Milliardenhilfe für Griechenland habe Österreich bisher keinen Cent gekostet, sondern 19 Millionen Euro an Kredit-Zinsen eingespielt, sagt sie im Hohen Haus. Zahlen für Pleitiers - ein Schnäppchen-Geschäft?
Im Streit um die Milliardenhilfe für Athen wird in Wien mit großen Emotionen im Moment nur Kleingeld gewechselt. Die Regierung beteiligt sich erfreulicherweise am populistischen Zündeln nicht. Vornehme Zurückhaltung allein geht aber nach hinten los. Wann, wenn nicht jetzt ist eine Info-Offensive überfällig: Warum wir in Athen einzahlen, um nicht selber viel mehr blechen zu müssen.

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