Falter: Srebrenica-Aufdecker Jovan Mirilo bekommt Asyl in Österreich

Asylgerichtshof gab der Beschwerde des Serben statt - Nach vier Jahren eines skandalösen Verfahrens

Wien (OTS) - Nach vier Jahren eines skandalösen Verfahrens
bekommt der Serbe Jovan Mirilo Asyl in Österreich. Das berichtet die Wiener Wochenzeitung "Falter" in ihrer morgen, Mittwoch, erscheinenden Ausgabe.

Mirilo schickte im Jahr 2005 das Video vom Massaker in Srebrenica ans Den Haager Tribunal. 2007 floh der wegen massiver Bedrohungen durch serbische Nationalisten nach Österreich. Hier erhielt er für sein Engagement den renommierten Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis.

Anfang 2010 hätte der serbische Aktivist nach einem negativen Bescheid des Bundesasylamts aus Österreich abgeschoben werden sollen. Nun jedoch gab laut "Falter" der unabhängige Asylgerichtshof der Beschwerde des Serben, vertreten von Asylanwältin Nadja Lorenz, statt. Jovan Mirilo hat nach vier Jahren in Österreich Flüchtlingsstatus und kann bleiben.

Ursache für den negativen Bescheid im Jahr 2010 war ein sogenannter "Rechercheergebnisbericht" eines anonymen Sachverständigen - der "Falter" hatte 2010 ausführlich berichtet. In diesem Bericht, der im Auftrag des österreichischen Innenministeriums entstanden war, wurden E-Mail-Passagen aus dem Zusammenhang gerissen und entscheidende Stellen in Zeitungsartikeln geschwärzt, um Mirilo in ein schlechtes Licht zu rücken. Nun schreibt der unabhängige Asylgerichtshof im aktuellen positiven Bescheid, dass die "gravierenden Widersprüche", die im alten Bericht aufgezeigt wurden, "nicht festgestellt werden konnten".

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