• 11.06.2011, 15:00:31
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"KURIER": Ursula Plassnik: "War in Denken und Fühlen nie antitürkisch"

"KURIER"-Interview nach Scheitern bei OSZE-Kandidatur: "Hatte mehr Vorzugsstimmen als alle anderen Kandidaten zusammen"

Wien (OTS) - In einem Interview für die Sonntagausgabe des KURIER
nimmt Ursula Plassnik zum Scheitern ihrer Kandidatur für den Vorsitz
der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa)
Stellung. Zur "sachfremden Begründung" des türkischen Vetos, sie habe
die europäische Identität der Türkei angezweifelt, meint Plassnik,
dass es für kein Land einen Zwang geben könne, für den Vollbeitritt
zu sein statt für eine spezielle Partnerschaft. "Da müsste jeder
deutsche oder französische Kandidat auch blockiert werden." Die
Türkei sei in einem "epochalen inneren Umgestaltungsprozess. Sie kann
uns zeigen, dass Demokratie und eine islamische Identität vereinbar
sind, ein Zukunftsmodell. Und trotzdem gibt es die vielen bekannten
Kritikpunkte der EU-Kommission im jährlichen Fortschrittsbericht, zum
Beispiel Phänomene wie Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen, Gewalt gegen
Frauen." Die müssten bekämpft werden und das brauche Zeit, so
Plassnik. Auf die Frage, ob sie ihre Kandidatur nun zurücklegen
werde, erklärt die Politikerin, dass die Regierung die weiteren
Schritte setzen werde, es gebe "kein fixes Drehbuch", das sei
"diplomatisches Neuland". Sie selbst sei in ihrem Denken und Fühlen
nie antitürkisch gewesen. Jetzt laufe bei der OSZE mit dem
italienischen Kandidaten offenbar alles auf eine "Hausbestellung"
hinaus. Ob Österreich diesem Vorschlag zustimmen solle, werde
Außenminister Michael Spindelegger zu entscheiden haben.

Rückfragehinweis:
KURIER-Redaktion
Conny Bischofberger
T.: + 431 52100 DW 1233
M.: +43 664 60700 21233

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