"KURIER": Ursula Plassnik: "War in Denken und Fühlen nie antitürkisch"

"KURIER"-Interview nach Scheitern bei OSZE-Kandidatur: "Hatte mehr Vorzugsstimmen als alle anderen Kandidaten zusammen"

Wien (OTS) - In einem Interview für die Sonntagausgabe des KURIER nimmt Ursula Plassnik zum Scheitern ihrer Kandidatur für den Vorsitz der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) Stellung. Zur "sachfremden Begründung" des türkischen Vetos, sie habe die europäische Identität der Türkei angezweifelt, meint Plassnik, dass es für kein Land einen Zwang geben könne, für den Vollbeitritt zu sein statt für eine spezielle Partnerschaft. "Da müsste jeder deutsche oder französische Kandidat auch blockiert werden." Die Türkei sei in einem "epochalen inneren Umgestaltungsprozess. Sie kann uns zeigen, dass Demokratie und eine islamische Identität vereinbar sind, ein Zukunftsmodell. Und trotzdem gibt es die vielen bekannten Kritikpunkte der EU-Kommission im jährlichen Fortschrittsbericht, zum Beispiel Phänomene wie Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen, Gewalt gegen Frauen." Die müssten bekämpft werden und das brauche Zeit, so Plassnik. Auf die Frage, ob sie ihre Kandidatur nun zurücklegen werde, erklärt die Politikerin, dass die Regierung die weiteren Schritte setzen werde, es gebe "kein fixes Drehbuch", das sei "diplomatisches Neuland". Sie selbst sei in ihrem Denken und Fühlen nie antitürkisch gewesen. Jetzt laufe bei der OSZE mit dem italienischen Kandidaten offenbar alles auf eine "Hausbestellung" hinaus. Ob Österreich diesem Vorschlag zustimmen solle, werde Außenminister Michael Spindelegger zu entscheiden haben.

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