- 09.06.2011, 11:44:16
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ÖAMTC-Experte übt Kritik an zahlreichen Baustellen
Problembaustelle im Packabschnitt kommt noch vor Pfingsten weg
Wien (OTS) - Zahlreiche Unfälle, manche sogar mit tödlichem
Ausgang, und kilometerlange Staus - das war das Bild, das es in den
letzten Wochen und Monaten häufig bei Baustellen auf Österreichs
Hauptverbindungen gab. Für Willy Matzke, ÖAMTC-Verkehrsexperte, Grund
genug, diese Baustellen genauer unter die Lupe zu nehmen. Massive
Kritik übt Matzke an der Baustelle auf der West Autobahn (A1) bei
Vorchdorf: "Diese ist nicht nur zu schmal sondern mit 14 Kilometern
auch viel zu lang."
Auch mit Baustellen auf der Süd Autobahn (A2) zeigt sich Matzke
unzufrieden. Im Wechselabschnitt führten speziell vor den
Autobahnausfahrten im Baustellenbereich verwirrende Beschilderungen
immer wieder zu Staus. Noch schlimmer war die Situation im
Packabschnitt bei St. Andrä im Lavanttal. Hier berichtete die
ÖAMTC-Informationszentrale am vergangenen Wochenende vor dem nur
einstreifigen Gegenverkehrsbereich in beiden Richtungen von Staus von
bis zu sieben Kilometern Länge. "Dem ÖAMTC-Slogan 'Sicherheit braucht
Platz' konnte hier nicht nachgekommen werden, weil in Tunnels ohne
Pannenstreifen bei Gegenverkehr nur ein Fahrstreifen pro Richtung zur
Verfügung steht." Hier verteilt Matzke aber auch Lob: "Die Asfinag
hat schnell reagiert und zugesagt, noch vor Einsetzen des
Pfingstverkehrs dieses Nadelöhr zu beseitigen."
Als weitere positive Aspekte merkt Matzke an, dass etwa bei der
Baustelle auf der Südost Autobahn (A3) alle Baustellenmarkierungen in
weiß gehalten waren und somit die oft verwirrende Doppelmarkierung
weiß - orange wegfiel. Auch das Baustellenmanagement bei der
Errichtung des Lärmschutztunnels Flachau auf der Tauern Autobahn
(A10) sowie bei den komplizierten Bauarbeiten auf der Wiener Südost
Tangente (A23) - sowohl Hanssonkurve als auch Gürtelanschluss -
erntet Lob des Baustellentesters. Besonders wichtig waren dem ÖAMTC
die Sichtschutzwände auf der A23. Eine Stauanalyse ergab hier, dass
die häufigen Staus nicht durch die Baustelle selbst, sondern meist
durch Vorfälle auf der Ost Autobahn (A4) ausgelöst wurden.
Europäische Sicherheitsrichtlinie zu spät und lückenhaft
umgesetzt
Bei diesen Baustellentests wird - wie bei allen
Straßenüberprüfungen - gemäß der seit 2008 geltenden Europäischen
Sicherheitsrichtlinie vorgegangen und bewertet. Bei der Umsetzung
dieser Richtlinie in Österreich ortet ÖAMTC-Experte Matzke dringenden
Handlungsbedarf: "Diese Richtlinie wurde vom BMVIT erst mit
6-monatiger Verspätung umgesetzt. Und auch dann nur lückenhaft."
In der Empfehlung des Europäischen Parlaments wird die Umsetzung
der Richtlinie über Sicherheitsmanagement im Straßenverkehr für alle
Straßen angeraten. Das BMVIT hat diese aber nicht einmal für alle
Autobahnen in Österreich vorgeschrieben, sondern nur für die zwei
Drittel, die Teil des Trans European Road Networks sind. "Dadurch ist
für teils völlig überlastete Autobahnkilometer in Wien weniger
Sicherheit vorgeschrieben als für viele Strecken mit deutlich weniger
Verkehr", kritisiert Matzke.
Christian Dachs
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Informationszentrale
Tel.: +43 (0) 1 71199-1795
mailto:[email protected]
www.oeamtc.at
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