ÖAMTC-Experte übt Kritik an zahlreichen Baustellen

Problembaustelle im Packabschnitt kommt noch vor Pfingsten weg

Wien (OTS) - Zahlreiche Unfälle, manche sogar mit tödlichem Ausgang, und kilometerlange Staus - das war das Bild, das es in den letzten Wochen und Monaten häufig bei Baustellen auf Österreichs Hauptverbindungen gab. Für Willy Matzke, ÖAMTC-Verkehrsexperte, Grund genug, diese Baustellen genauer unter die Lupe zu nehmen. Massive Kritik übt Matzke an der Baustelle auf der West Autobahn (A1) bei Vorchdorf: "Diese ist nicht nur zu schmal sondern mit 14 Kilometern auch viel zu lang."

Auch mit Baustellen auf der Süd Autobahn (A2) zeigt sich Matzke unzufrieden. Im Wechselabschnitt führten speziell vor den Autobahnausfahrten im Baustellenbereich verwirrende Beschilderungen immer wieder zu Staus. Noch schlimmer war die Situation im Packabschnitt bei St. Andrä im Lavanttal. Hier berichtete die ÖAMTC-Informationszentrale am vergangenen Wochenende vor dem nur einstreifigen Gegenverkehrsbereich in beiden Richtungen von Staus von bis zu sieben Kilometern Länge. "Dem ÖAMTC-Slogan 'Sicherheit braucht Platz' konnte hier nicht nachgekommen werden, weil in Tunnels ohne Pannenstreifen bei Gegenverkehr nur ein Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung steht." Hier verteilt Matzke aber auch Lob: "Die Asfinag hat schnell reagiert und zugesagt, noch vor Einsetzen des Pfingstverkehrs dieses Nadelöhr zu beseitigen."

Als weitere positive Aspekte merkt Matzke an, dass etwa bei der Baustelle auf der Südost Autobahn (A3) alle Baustellenmarkierungen in weiß gehalten waren und somit die oft verwirrende Doppelmarkierung weiß - orange wegfiel. Auch das Baustellenmanagement bei der Errichtung des Lärmschutztunnels Flachau auf der Tauern Autobahn (A10) sowie bei den komplizierten Bauarbeiten auf der Wiener Südost Tangente (A23) - sowohl Hanssonkurve als auch Gürtelanschluss -erntet Lob des Baustellentesters. Besonders wichtig waren dem ÖAMTC die Sichtschutzwände auf der A23. Eine Stauanalyse ergab hier, dass die häufigen Staus nicht durch die Baustelle selbst, sondern meist durch Vorfälle auf der Ost Autobahn (A4) ausgelöst wurden.

Europäische Sicherheitsrichtlinie zu spät und lückenhaft umgesetzt

Bei diesen Baustellentests wird - wie bei allen Straßenüberprüfungen - gemäß der seit 2008 geltenden Europäischen Sicherheitsrichtlinie vorgegangen und bewertet. Bei der Umsetzung dieser Richtlinie in Österreich ortet ÖAMTC-Experte Matzke dringenden Handlungsbedarf: "Diese Richtlinie wurde vom BMVIT erst mit 6-monatiger Verspätung umgesetzt. Und auch dann nur lückenhaft."

In der Empfehlung des Europäischen Parlaments wird die Umsetzung der Richtlinie über Sicherheitsmanagement im Straßenverkehr für alle Straßen angeraten. Das BMVIT hat diese aber nicht einmal für alle Autobahnen in Österreich vorgeschrieben, sondern nur für die zwei Drittel, die Teil des Trans European Road Networks sind. "Dadurch ist für teils völlig überlastete Autobahnkilometer in Wien weniger Sicherheit vorgeschrieben als für viele Strecken mit deutlich weniger Verkehr", kritisiert Matzke.

Christian Dachs

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