• 08.06.2011, 16:07:47
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Bildung und Integration sind die Antwort

150 Jahre Landtag: Rotkreuzpräsident Fredy Mayer referierte zum Thema Soziales

Bludenz (OTS/VLK) - Die gestrige (Dienstag) Regionalveranstaltung
im Rathaus in Bludenz im Rahmen des Jubiläums 150 Jahre Landtag war
dem Themenbereich Soziales gewidmet. Fredy Mayer, Präsident des
Österreichischen Roten Kreuzes und von 1974 bis 1993 Landesrat für
die Bereiche Soziales, Landeskrankenanstalten und Sport, setzte sich
in seinem Referat mit der Demografischen Entwicklung, sozialen
Dienstleistungen und dem Ehrenamt auseinander.

Die Frage dahinter: Wie erhalten wir künftig die solidarische
Versicherung der Daseinsrisiken aufrecht? "Unsere stark
beitragsfinanzierten Sozialversicherungen haben gut funktioniert,
solange genug Beitragszahler da waren. Das ändert sich wegen der
niedrigen Geburtenraten, und diese Entwicklung ist unumkehrbar", so
Mayer. Die Grundsatzfragen zur Absicherung im Falle von Krankheit,
Unfall, Arbeitslosigkeit, Altersarmut oder Pflegebedarf seien die
gleichen geblieben. Es müssten heute auf Grund der demografischen
Entwicklung nur neue Antworten gefunden werden.

In 20 Jahren werden in Österreich um 75 Prozent mehr
über-80-Jährige leben als heute. Der Pflegebedarf werde sich einer
aktuellen Studie des Sozialministeriums von heute 1,5 Milliarden Euro
auf rund 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2020 erhöhen. Weitere
Kostentreiber seien die Bundesbeiträge für die ASVG-Pensionen und die
Beamtenpensionen mit plus 25 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro bzw. 18
Prozent auf 9,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015.

Mayer stellte die Frage, wer das alles bei immer weniger
Erwerbstätigen bezahlen soll. Auf die Herausforderungen im Dreieck
Demografie - soziale Dienste - Freiwilligkeit müsse sich der gesamte
Sozialstaat einstellen. Die wichtigsten Handlungsfelder lauteten
Bildung und Integration. Mayer: "Die Ausgaben für Unterricht steigen
im Fünfjahreszeitraum nur um 6 Prozent, jene für Wissenschaft und
Forschung nur um 4 Prozent. Der Zuwachs bei den Pensionen ist also in
absoluten Zahlen fast viermal so hoch wie in diesen Zukunftsbereichen
zusammen." Freiwilliges Engagement stehe auch im Zusammenhang mit
Bildung: "Nur wem es wirtschaftlich und gesundheitlich gut genug geht
und wer über eine gewisse Bildung verfügt, der engagiert sich
freiwillig. Das wird auch für die Zukunft gelten. Wenn nämlich
weniger Jüngere, aber viel mehr gesündere Ältere den Personalpool der
Freiwilligenorganisationen auffüllen werden."

Die Wanderausstellung "Vorarlberg. eigenständig bürgernah"
beleuchtet am Beispiel von insgesamt 13 Politikfeldern die
zeithistorische und zeitgenössische Bedeutung des Landtags. "Wir
wollen mit unseren Regionalveranstaltungen mit den Bürgerinnen und
Bürgern in einen Dialog treten und anhand eines breiten
Themenspektrums die Arbeit des Landtags darstellen und vertiefen",
sagte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel. Beim nächsten Termin am
Dienstag, 21. Juni 2011, um 19.00 Uhr im Palais Liechtenstein in
Feldkirch, befasst sich der Direktor der Vorarlberger
Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, Gerald Fleisch, mit dem Thema
Gesundheit & Sport. Alle Informationen zum Jubiläumsjahr sind auf
www.vorarlberg.at/landtag/150 abrufbar.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137, Fax: 05574/511-920196
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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