Bildung und Integration sind die Antwort

150 Jahre Landtag: Rotkreuzpräsident Fredy Mayer referierte zum Thema Soziales

Bludenz (OTS/VLK) - Die gestrige (Dienstag) Regionalveranstaltung
im Rathaus in Bludenz im Rahmen des Jubiläums 150 Jahre Landtag war dem Themenbereich Soziales gewidmet. Fredy Mayer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes und von 1974 bis 1993 Landesrat für die Bereiche Soziales, Landeskrankenanstalten und Sport, setzte sich in seinem Referat mit der Demografischen Entwicklung, sozialen Dienstleistungen und dem Ehrenamt auseinander.

Die Frage dahinter: Wie erhalten wir künftig die solidarische Versicherung der Daseinsrisiken aufrecht? "Unsere stark beitragsfinanzierten Sozialversicherungen haben gut funktioniert, solange genug Beitragszahler da waren. Das ändert sich wegen der niedrigen Geburtenraten, und diese Entwicklung ist unumkehrbar", so Mayer. Die Grundsatzfragen zur Absicherung im Falle von Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Altersarmut oder Pflegebedarf seien die gleichen geblieben. Es müssten heute auf Grund der demografischen Entwicklung nur neue Antworten gefunden werden.

In 20 Jahren werden in Österreich um 75 Prozent mehr über-80-Jährige leben als heute. Der Pflegebedarf werde sich einer aktuellen Studie des Sozialministeriums von heute 1,5 Milliarden Euro auf rund 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2020 erhöhen. Weitere Kostentreiber seien die Bundesbeiträge für die ASVG-Pensionen und die Beamtenpensionen mit plus 25 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro bzw. 18 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015.

Mayer stellte die Frage, wer das alles bei immer weniger Erwerbstätigen bezahlen soll. Auf die Herausforderungen im Dreieck Demografie - soziale Dienste - Freiwilligkeit müsse sich der gesamte Sozialstaat einstellen. Die wichtigsten Handlungsfelder lauteten Bildung und Integration. Mayer: "Die Ausgaben für Unterricht steigen im Fünfjahreszeitraum nur um 6 Prozent, jene für Wissenschaft und Forschung nur um 4 Prozent. Der Zuwachs bei den Pensionen ist also in absoluten Zahlen fast viermal so hoch wie in diesen Zukunftsbereichen zusammen." Freiwilliges Engagement stehe auch im Zusammenhang mit Bildung: "Nur wem es wirtschaftlich und gesundheitlich gut genug geht und wer über eine gewisse Bildung verfügt, der engagiert sich freiwillig. Das wird auch für die Zukunft gelten. Wenn nämlich weniger Jüngere, aber viel mehr gesündere Ältere den Personalpool der Freiwilligenorganisationen auffüllen werden."

Die Wanderausstellung "Vorarlberg. eigenständig bürgernah" beleuchtet am Beispiel von insgesamt 13 Politikfeldern die zeithistorische und zeitgenössische Bedeutung des Landtags. "Wir wollen mit unseren Regionalveranstaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen Dialog treten und anhand eines breiten Themenspektrums die Arbeit des Landtags darstellen und vertiefen", sagte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel. Beim nächsten Termin am Dienstag, 21. Juni 2011, um 19.00 Uhr im Palais Liechtenstein in Feldkirch, befasst sich der Direktor der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, Gerald Fleisch, mit dem Thema Gesundheit & Sport. Alle Informationen zum Jubiläumsjahr sind auf www.vorarlberg.at/landtag/150 abrufbar.

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