"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Neues Latein für Unis"

Der Altphilologe Töchterle ist in seinem neuem Job noch nicht angekommen.

Wien (OTS) - Der Mann hat nicht nur Wut im Bauch, er zeigt auch Mut. Christoph Badelt wettert schon seit Jahren gegen die unhaltbaren Zustände an der Wirtschafts-Uni (WU) Wien. Er provozierte bewusst mit Sätzen wie diesen: "Wir müssen 80 Prozent der Anfänger rausprüfen". Selbst nach diesem Geständnis vorsätzlichen Unrechts zuckte die Politik nicht einmal mit der Wimper. Auf einen Professor kommen so nach wie vor 371 Studenten - das ist österreichweiter Negativrekord.
Jetzt zitiert der WU-Rektor die Regierung wegen mehrfachen Bruchs gültiger Verträge vor Gericht. Er hat juristisch gute Chancen -falls die Politik sich diese Peinlichkeit nicht doch noch ersparen will und die Notbremse zieht.
Dafür gibt es nicht das geringste Anzeichen. Denn die Reaktion von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle ist mehr als jenseitig. Der Innsbrucker Uni-Chef a. D. spendet dem Ex-Kollegen im Rektors-Ornat zwar öffentlich Applaus. Der Rest bleibt aber Schweigen. Mehr Geld oder ein klares Signal des No-go an die Tausenden Studenten, die bald wieder vor die Tür gesetzt werden müssen? Kein Kommentar. Kein Wunder, dass die Wutbürger täglich neuen Zulauf erhalten: "Intellektuellen Staatsbankrott" bescheinigt der TU-Wien-Chef der Regierung (siehe rechts).
Sie haben leider täglich mehr denn je recht.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001