Spindelegger: "Nukleare Sicherheit braucht verstärkte internationale Kooperation"

Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger begrüßt Fortschritte bei der Überwachung des Atomtestoppverbots.

Wien (OTS) - Seit der Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen durch die UNO-Generalversammlung 1996 angenommen wurde, arbeitet die in Wien ansässige Organisation des Vertrages über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) unter anderem an der Entwicklung eines weltweiten Systems von Beobachtungsstationen, das im Fall eines Atomtests verlässliche Informationen an alle Vertragspartner übermittelt. Mit dem Ziel in Zukunft noch stärker mit der Wissenschaft zusammenzuarbeiten, tagen vom 8. bis 10. Juni 2011 im Rahmen der "Science and Technology Conference 2011"- auf Einladung der CTBTO in Kooperationen mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten - rund 600 Wissenschaftler und Experten aus aller Welt in der Wiener Hofburg.

"Der Atomtest-Stoppvertrag (CTBT) steht an vorderster Front in unserem Einsatz gegen Atomwaffen. Es ist daher unerlässlich, dass der Organisation zum Stopp von Atomtests die neuesten wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Mit dieser Konferenz leisten wir einen konkreten Beitrag dazu, das globale Kontrollsystem noch effektiver zu machen", erklärte Außenminister Spindelegger heute im Rahmen der Konferenzeröffnung. "Als Nichtständiges Mitglied des VN-Sicherheitsrats, waren die präzisen Daten zum nordkoreanischen Atomtest im Mai 2009 für Österreich und den gesamten Sicherheitsrat von großem Wert", so der Außenminister weiter.

"Der Atomteststoppvertrag ist ein tragender Pfeiler der internationalen Sicherheitsarchitektur. Das Verbot von Nukleartests ist ein wesentlicher Schritt bei der Verwirklichung unseres gemeinsamen Zieles: eine Welt ohne Atomwaffen", so Spindelegger. Der Außenminister betonte, dass daher weiter konsequent daran gearbeitet werden müsse, dass der Atomtest-Stoppvertrag endlich in Kraft treten kann: "Wir brauchen eine Wiederbelebung und Erneuerung der internationalen Bemühungen um Abrüstung. Ein Atombombentest ist die letzte Barriere bei der Entwicklung neuer Nuklearwaffen. Fünfzehn Jahre nachdem der CTBT von der Generalversammlung der UNO verabschiedet wurde, muss es unser gemeinsames Anliegen sein, diesem Vertrag endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Ich appelliere daher an alle Staaten, die den CTBT noch nicht ratifiziert haben, dies rasch zu tun."

Österreich unterstützt die CTBTO in ihren Bemühungen, ihre Kapazitäten in über die Überwachung von Atomtests hinausgehende Bereiche zu stärken: "Der Beitrag der CTBTO zum weltweiten Tsunami-Frühwarnsystem ist heute unbestritten. Auch in Zukunft werden wir uns dafür einsetzen, dass der Beitrag der CTBTO zu anderen Themen gestärkt wird", verwies Spindelegger auf die CTBTO-Messungen zur Radioaktivität im Zusammenhang mit der Nuklearkatastrophe in Japan. "Fukushima hat deutlich gemacht, dass die internationale Kooperation gerade auch im Bereich der nuklearen Sicherheit dringend verstärkt werden muss", so der Außenminister abschließend.

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