• 08.06.2011, 11:52:25
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Standort Wien am Infrastruktur-Prüfstand

Präsentation des Wiener Future Business Austria Infrastrukturreports 2011

Im Bild v.l.: Kathrin Kornfeld, Peter Hajek, David Ungar-Klein, Renate Brauner, Brigitte Jank, Bernhard Felderer, Roland Falb.

Wien (OTS) - Die Stadt Wien stellt sich zum dritten Mal dem
Infrastruktur-Monitoring von Future Business Austria (FBA). Wie im
Vorjahr belegt Wien im Städtevergleich den guten vierten Platz - vor
allem CEE-Hauptstädte holen aber stark auf. Wie das Beispiel
Flughafen Wien (gefährdete Osteuropa-Hub-Funktion) zeigt, braucht die
Bundeshauptstadt einen langfristigen Planungshorizont und klare
strategische Prioritäten, um internationale Headquarter zu halten.

Der FBA Infrastrukturreport Wien 2011 zeigt: Die
volkswirtschaftliche Dimension von Infrastrukturinvestitionen reicht
weit über kurzfristige beschäftigungspolitische Impulse hinaus. Eine
leistungsfähige Infrastruktur in den Bereichen Forschung, Energie,
Verkehr (Straße, Schiene, Luft- und Schifffahrt), IKT und Post hat
entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Wertschöpfung und
damit auf die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. Gerade im
Vergleich europäischer Staaten wird deutlich, dass die Infrastruktur
im Standortwettbewerb eine immer größere Rolle spielt, während andere
Faktoren an Bedeutung verlieren. Im europäischen Städtevergleich
(siehe Grafik) liegt Wien zwar wie in den Vorjahren auf dem guten
vierten Platz hinter Amsterdam, London und Madrid, aber vor allem
CEE-Hauptstädte und auch die westeuropäischen Metropolen Berlin,
Madrid und Rom holten massiv auf.

Wiener Manager bewerten Energie, IKT und Straße überdurchschnittlich

Die für den FBA Infrastrukturreport Wien 2011 befragten Wiener
Manager sehen im europäischen Städtevergleich den Bereich Energie mit
einem positiven Saldo von 17 Prozent klar in Führung. Ihm folgen IKT,
die von 2009 (17) auf 2010 (11) allerdings deutlich verloren haben.
Den Sprung aus dem negativen Bereich (2009: minus 5) hat mit plus 9
die Straße geschafft. Jene Infrastruktur(teil)bereiche Wiens, deren
Saldo bereits im Vorjahr unter null lag, haben sich weiter
verschlechtert: Die Luftfahrt sank auf minus 13 ab, die Schifffahrt
auf minus 22, die Post auf minus 23 und die Schiene auf dramatische
minus 30. Forschung bildet mit einem Saldo von minus 34 das
Schlusslicht.

Die wichtigsten Infrastrukturbereiche für den Standort Wien: Straße,
Schiene und IKT

Betrachtet man die Wichtigkeit der einzelnen
Infrastrukturteilbereiche führt Straße klar mit 81 Prozent. Auf dem
zweiten Platz folgt die Schiene mit 70 Prozent, wenngleich sie seit
dem Vorjahr einen Verlust von 14 Punkten hinnehmen musste. IKT legten
im Vergleichszeitraum um 14 Punkte auf nunmehr 64 Prozent zu. Die
Forschungsinfrastruktur belegte mit 55 Prozent den vierten Rang. Auch
in der Wiener Infrastruktur verlor die Luftfahrt an Relevanz: 2010
erreichte sie nur mehr 40 Prozent und verzeichnete damit ein Minus
von 14 Punkten. Bedeutungsverluste erlitten des weiteren Energie
(2009: 36 Prozent, 2010: 25 Prozent), Post (2009: 26 Prozent, 2010:
15 Prozent) und Schifffahrt (2009: 10 Prozent, 2010: 4 Prozent). Auch
für Wien zeigt sich in der Gesamtbewertung klar der Bedeutungsgewinn
für IKT.

Infrastrukturinvestitionen leiden unter Schulden

Die Bereitschaft der Politik, in Infrastruktur zu investieren, ist
in den vergangenen Jahren gestiegen. Dazu bedarf es freilich
ausreichender finanzieller Mittel. 46 Prozent der Wiener Manager
geben zu Protokoll, dass die steigende Staatsverschuldung sehr
starken (negativen) Einfluss auf die Infrastrukturinvestitionen in
Österreich haben wird. Nach Meinung von 28 Prozent werden
Investitionen unter der Verschuldung "eher leiden". Exemplarisch
hierfür steht der Infrastrukturteilbereich Luftfahrt, der
insbesondere für die Headquarter-Politik von großer Bedeutung ist.
Manager internationaler Unternehmen schätzen Wien wegen seiner
exzellenten Flugverbindungen nach Mittel- und Osteuropa. 70 Prozent
der Wiener Manager sind der Überzeugung, dass der Flughafen VIE auch
nach dem Austrian-Verkauf an die Lufthansa internationale Drehscheibe
bleibt. Wäre das nicht der Fall, hätte dies gravierende Auswirkungen
auf den Standort: 57 Prozent befürchten "sehr negative", 36 Prozent
"eher negative" Konsequenzen für Wien. Enorme 74 Prozent erwarten
eine Abwanderung von Headquarters aus Wien. Gerade deswegen darf der
zügige Ausbau der dritten Piste nicht an parteipolitischen und
föderalen Grabenkämpfen scheitern.

Staatliche Infrastruktur als "Stückwerk"

Die Bewertung der staatlichen Infrastrukturpolitik durch die
Wiener Manager fällt immer kritischer aus: 77 Prozent (2009: 74
Prozent) bezeichnen diese als Stückwerk, nur mehr 11 Prozent (2009:
23 Prozent) sehen eine koordinierte Politik. Folglich bestätigen auch
nur mehr 15 Prozent (2009: 23 Prozent) das Vorhandensein einer
Infrastruktur-Gesamtstrategie, 69 Prozent der Befragten tun dies
nicht. Für Wien fällt das Urteil milder aus: 40 Prozent (2009: 39
Prozent) erkennen eine Infrastruktur-Gesamtstrategie, 57 Prozent
(2009: 55 Prozent) nicht. 68 Prozent (2009: 64 Prozent) halten die
Infrastruktur der Hauptstadt für Stückwerk. Der Anteil derer, die
eine koordinierte Politik sehen, sank um 2 Punkte auf 26 Prozent.

Mehr Strategie, weniger Zersplitterung bei Kompetenzen

Bezüglich einer gesamtheitlichen Infrastrukturstrategie sehen die
Wiener Manager akuten Handlungsbedarf. Bundesweit sollte sich deren
Zeitrahmen für jeden Zweiten bis 2020 erstrecken, für jeden Fünften
bis 2030. Für Wien wollen 59 Prozent eine Infrastrukturstrategie mit
einer Reichweite bis 2020 und 19 Prozent einen Rahmen bis 2030.

Sensibilität für Infrastrukturthemen wächst

Im Infrastrukturreport Wien zeigt sich im Zeitverlauf die
Veränderung der Sicht der Wiener Manager auf Status und Perspektiven
der lokalen Infrastruktur: Deren Bedeutung für volks- und
betriebswirtschaftlichen Erfolg wird immer höher eingeschätzt. Im
Hinblick auf die gesamtösterreichische Infrastruktur ist die
Sensibilität der Wiener Manager deutlich gestiegen (für 39 Prozent
ist Infrastruktur der wichtigste Bereich für den
Wirtschaftsstandort). Für Wien wird der Stellenwert der Infrastruktur
im Vergleich dazu etwas niedriger angesetzt: 36 Prozent der Befragten
nennen die Infrastruktur als wichtigste Größe für diesen
Wirtschaftsstandort. Die städtische Infrastrukturpolitik schneidet
dabei besser ab als ihr staatliches Pendant. Handlungsbedarf besteht
bei der Konnektivität des
Standortes Wien vor allem mit Osteuropa.

Über den FBA Infrastrukturreport Wien 2011

Bereits zum dritten Mal unterzieht sich die Stadt Wien den
Untersuchungen des Future Business Austria-Infrastrukturreports und
lässt damit die Qualität ihrer Infrastruktur von den beiden Autoren
David Ungar-Klein und Mag. (FH) Kathrin Kornfeld auf den Prüfstand
stellen. Der Wiener Future Business Austria Infrastrukturreport 2011
basiert wie die bundesweite Erhebung auf einem elaborierten
methodischen Instrumentarium, das u.a. eine volkswirtschaftliche
Analyse von Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer, eine repräsentative
Befragung unter Wiener Managern durchgeführt von Peter Hajek Public
Opinion Strategies, qualitative Experteninterviews der PR-Agentur
Create Connections und ausgewählte Key Performance Indicators von
Roland Berger Strategy Consultants für den internationalen Vergleich
umfasst.

Presseunterlagen: www.fba.or.at
Pressebereich: Benutzername: presse | Passwort: presse1xyz

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Kathrin Kornfeld,
Create Connections Networking & Lobbying GmbH
E-Mail: [email protected];
Tel.: +43/1/504 66 77 ; +43 664 96 43 002

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CRC

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