- 08.06.2011, 11:47:18
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Karlheinz Töchterle: Hochschulen in Kinderhand - Erfolgsgeschichte Kinderunis wird fortgesetzt
Direktorin Zuna-Kratky, Geschäftsführerin Iber und Kinderuni-Studierender Bals unterstreichen breites Angebot an Universitäten und Fachhochschulen

Wien (OTS) - Seit einigen Jahren sind zahlreiche heimische
Universitäten, Fachhochschulen und Einrichtungen im Sommer fest in
Kinderhand: "Die Kinderunis haben sich zu einer Erfolgsgeschichte
entwickelt und finden auch diesen Sommer ihre Fortsetzung", so
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle in
einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Paul Bals, ehemaliger
Kinderuni-Studierender und Mitglied des Kinderuni-Beirats, Dr.
Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums Wien und
Mitglied der Kinderuni-Jury im Wissenschaftsministerium, sowie Mag.
Karoline Iber, Geschäftsführerin Kinderbüro Uni Wien. In der
Ideenwerkstatt des Technischen Museums Wien kam klar zum Ausdruck,
dass der Sommer an den Unis und FHs besonders lebendig ist. "Und das
ist gut und wertvoll", so der Minister.
Die Kinderunis bieten Nachwuchswissenschaftler/innen an Universitäten
und Fachhochschulen auch heuer wieder ein breites Studienangebot und
damit ein erstes Eintauchen in Wissenschaft und Forschung. "Dabei
stehen Neugierde und Freude im Vordergrund. Aber auch die Kreativität
kommt nicht zu kurz", so der Minister mit Verweis auf die
KinderuniKunst. "Ziel ist es, diese Faszination und Begeisterung zu
erhalten - um diese jungen Menschen nach der Matura schließlich
wieder an den Universitäten und Fachhochschulen zu sehen." Es solle
auch gelingen, Wissenschaft und Forschung sichtbarer zu machen und
die Akzeptanz in der Gesellschaft zu erhöhen. "Wichtig im
Zusammenhang mit den Kinderunis ist mir auch der Ansatz und Anspruch,
damit gerade auch Kinder aus bildungsfernen Schichten und mit
Migrationshintergrund anzusprechen", so Töchterle weiter.
Seit 2004 werden die Angebote an Universitäten und Fachhochschulen
für Kinder und Jugendliche vom Wissenschafts- und
Forschungsministerium gefördert: Bisher wurden rund 2,7 Millionen
Euro investiert und seit 2008 haben rund 60.000 Kinder und
Jugendliche profitiert. Besonders erfreulich ist, dass Österreich
dabei auch europaweit eine Vorreiterrolle einnimmt: "Die
Kinderuni-Idee hat mittlerweile ganz Europa erobert", so Töchterle.
"Ich freue mich sehr, seit einigen Jahren Mitglied der Kinderuni-Jury
sein zu dürfen und bin jedes Jahr von den professionellen Projekten
und auch ungewöhnlichen Ideen, die eingereicht werden, überrascht und
begeistert. Es ist oft eine schwierige Entscheidung, die
Siegerprojekte zu küren, die dann eine Förderung des
Wissenschaftsministeriums erhalten", so Dr. Gabriele Zuna-Kratky,
Direktorin Technisches Museum Wien. Seit 2006 nimmt auch das
Technische Museum Wien an der Kinderuni Wien teil und veranstaltete
Workshops zu den unterschiedlichsten Themen: Der Bogen spannte sich
vom "Lebensquell Wasser" über die Arbeit der Restaurierung bis hin
zur Meteorologie. "Dieses Jahr können sich die jungen Forscherinnen
und Forscher bei uns über die Rohstoffe der Erde informieren und sich
als "Hardware-Hacker" auf die Spuren da Vincis begeben", skizzierte
Zuna-Kratky das Programm kommenden Sommer.
"Vor neun Jahren haben wir uns auf unsere erste KinderuniWien
vorbereitet. Damals haben wir mit 100 teilnehmenden Kindern
gerechnet, es kamen 1.000 ins Hauptgebäude der Universität Wien. Und
mittlerweile warten alljährlich 4.000 Kinder sehnsüchtig auf das
Studienbuch mit mehr als 500 Lehrveranstaltungen aller
Fachdisziplinen und insgesamt mehr als 30.000 Studienplätzen. Und
wenn die Kinderuni on Tour geht wird sie von weiteren 2.000 Kindern,
die in benachteiligten Regionen leben oder ihren Sommer im Park
verbringen, erwartet", berichtete Mag. Karoline Iber,
Geschäftsführerin der Kinderbüro Universität Wien GmbH und
Präsidentin des Europäischen Netzwerks der Kinderunis (eucu.net).
"Die Kinderuni-Bewegung hat mittlerweile längst die österreichischen
Grenzen überschritten", so Iber weiter. Auch die Europäische
Kommission nahm Notiz von den Aktivitäten in Österreich und
beauftragte das Kinderbüro der Universität Wien mit der Koordination
eines europäischen Netzwerks, das nach einer vorbereitenden
Projektphase im Jahr 2011 zur Institution geworden ist, mit Partnern
aus vielen europäischen Ländern aber auch aus Kolumbien, Ägypten und
Indien. So unterschiedlich die Projekte auch sind, so einfach und
erfolgreich ist die Grundidee: "Wir bringen die Neugier der Kinder
und der Wissenschafterinnen und Wissenschafter zusammen, öffnen die
Türen der Universitäten weit und ermöglichen besonders jenen Kinder,
die noch nie mit Universität in Kontakt waren, einen Einblick in die
beeindruckende und faszinierende Welt des Forschens."
"Die Kinderuni bietet keine trockenen Vorträge, sondern vermittelt
Spiel, Spaß und Wissen", so Paul Bals, der bereits mehrmals an der
Kinderuni teilgenommen hat und im heurigen Sommer im Team der
KinderuniWien mitarbeitet. Er berichtete von der Arbeit des
Kinderuni-Beirats, dem er selber angehört: Bei den Treffen ein Mal
pro Monat wird besprochen, was bei den Kindern gut ankommt und was
noch verbessert werden kann. "Der Beirat wird sehr ernst genommen",
so Paul Bals.
Das "Geniale" ist für Paul Bals, "dass man sich die Themen an der
Kinderuni selber aussuchen kann. Somit kann man nach seinen
Interessen wählen und es wird nicht langweilig." Und das ist auch
sein Wunsch an die Eltern: "Manche Eltern lassen die Kinder nicht die
Veranstaltungen wählen, sondern sie glauben sie wissen was ihr Kind
will. Aber damit liegen sie oft genug falsch. Wir Kinder können
selber unsere Veranstaltungen wählen." Ein weiterer Punkt, der Paul
Bals sehr wichtig ist und auch zu den Grundregeln der Kinderuni
gehört: Es gibt keine Bewertungen oder Tests. "Entweder man behält es
im Kopf oder nicht. Aber es wird jedenfalls nicht geprüft."
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Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung Minoritenplatz 5, 1014 Wien Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger Tel.: +43 1 531 20-9014 mailto:[email protected] www.bmwf.gv.at
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